Nachbesserung für 5000 Euro für Busbegegnung nötig Neue Walliser Straße wird bereits verbreitert

Tenever. Die Kurve der Walliser Straße an der Einmündung zur Tessiner Straße ist zu eng. Das haben Busfahrer festgestellt, als sich dort das erste Mal zwei Busse begegneten. Jetzt bessert das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) nach. Die Kurve wird nach innen verbreitert. Das empört Anwohner.
02.07.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Mahlstedt

Tenever. Die Kurve der Walliser Straße an der Einmündung zur Tessiner Straße ist zu eng. Das haben Busfahrer festgestellt, als sich dort das erste Mal zwei Busse begegneten. Jetzt bessert das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) nach. Die Kurve wird nach innen verbreitert. Das empört Anwohner.

"Es war bekannt, dass die Busse da fahren", sagt Anwohner Wolfgang Conrad. "Jetzt kommen sie nicht um die Kurve, wenn es Gegenverkehr gibt." Es sei doch nicht das erste Mal, dass eine Straße geplant werde, wundert er sich und fragt: "Wer bezahlt jetzt wieder die Verbreiterung?"

Die Antwort kennt Martin Stellmann vom ASV: Die 5000 Euro für die Nachbesserung kommen aus dem Topf für die Verlängerung der Straßenbahnlinie 1, für die insgesamt 50 Millionen Euro veranschlagt sind. "Es ist das erste Mal, dass wir nachbessern müssen", sagt Stellmann.

"Dass wir den Innenbogen nachbessern müssen, war so nicht vorhersehbar", erklärt Chefplaner Oliver Iversen auf Nachfrage. Die Planer seien damals davon ausgegangen, dass die Busse sich nicht genau an dieser Stelle begegnen müssten. Das habe sich im laufenden Betrieb so ergeben. Und er beteuert, die Straße sei nach gängigen Richtwerten geplant worden. Nachgebessert werden dürfte ohne erneutes Planfeststellungsverfahren, erklärt Iversen, da Rechte Dritter bereits abgewogen worden seien und sich durch die Änderung nichts Neues ergebe. Bis die Arbeiten abgeschlossen sind, regeln Ampeln den Verkehr.

Aber wäre die Straße von vornherein anders geplant gewesen, hätte vielleicht die Eiche an der Einmündung Tessiner Straße, die für das neue Stück Walliser Straße gefällt werden musste und die Anwohner retten wollten, nicht gefällt werden müssen, ärgert sich Anwohner Wolfgang Conrad.

Ein anderer Straßenverlauf hätte den Platz, der zum neuen Stadtteilzentrum werden soll, viel mehr angeschnitten, entgegnet ASV-Vertreter Stellmann: "Das wäre im Stadtteil auch nicht gut angekommen."

Selbst wenn ein Baum einen Meter von einer neuen Straße stehe, müsse er oft gefällt werden, erklärt er. Die Wurzeln würden bei den Bauarbeiten beschädigt, und der Baum würde absterben. Für einen gefällten Baum würden jedoch drei neue gepflanzt, sagt Stellmann. Heute werde mehr Wert darauf gelegt, dass neue gepflanzte Bäume sich entwickeln könnten. Um Bäume zu erhalten, hätte das ASV schon Brücken über Baumwurzeln gebaut. Das sei allerdings sehr teuer, weiß Stellmann.

Damit neu gepflanzte Bäume nicht irgendwann den Asphalt hochdrücken, werde ein Lastwagen voll Pflanzsubstrat unter den Straßenaufbau gegeben, beschreibt Chefplaner Oliver Iversen den Prozess. "Dadurch wachsen die Wurzeln nicht in die Breite sondern nach unten", sagt er. "Das geht aber nur, wenn wir den Straßenaufbau komplett neu machen."

Für die gefällte Eiche wird ein neuer Baum direkt an der Einmündung zur Tessiner Straße gepflanzt. Er sollte erst woanders stehen, doch die Planer hatten eine alte Zisterne übersehen. "Es gibt kein Kataster für Leitungen oder Kanäle", erklärt Iversen dazu. Als nächstes wird die drei Meter hohe Lärmschutzwand an der neuen Walliser Straße bis zur Tessiner Straße gebaut, kündigt Iversen schon einmal an. Sie wird mit Holzelementen verkleidet.

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