Die Bauarbeiten an der Deichschleuse sind jetzt abgeschlossen

Neuenhuntorfer Siel eingeweiht

Neuenhuntorf. Die Bauarbeiten am Neuenhuntorfer Siel sind abgeschlossen. Das neue Auslaufsiel und der neue Pumpenauslauf am Schöpfwerk wurden am Freitag offiziell eingeweiht.
05.11.2016, 00:00
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Von Serena Bilanceri
Neuenhuntorfer Siel eingeweiht

Das Neuenhuntorfer Siel in Berne wurde gerade erneuert.

Christian Kosak

Neuenhuntorf. Die Bauarbeiten am Neuenhuntorfer Siel sind abgeschlossen. Das neue Auslaufsiel und der neue Pumpenauslauf am Schöpfwerk wurden am Freitag offiziell eingeweiht. Cord Hartjen, Verbandsvorsteher des I. Oldenburgischen Deichbands, zeigte sich mit dem Ergebnis der Sanierung zufrieden. „Es ist eine erhebliche Verbesserung”, so Hartjen.

Ab Mitte September beginnt die Hochwassersaison, deshalb komme die Fertigstellung genau rechtzeitig. Auch Bernd Döhle, Verbandsvorsteher des Entwässerungsverbandes Stedingen, ist mit dem Ergebnis der Baumaßnahmen zufrieden. Der Entwässerungsverband ist Eigentümer des Siels. Der I. Oldenburgische Deichband hatte die Arbeiten in Auftrag gegeben.

Die Deiche und die dazugehörenden Siele schützen die niedrig gelegenen Gebiete der Wesermarsch vor dem Hochwasser. Ohne diese Absicherung würde das flache Land zwischen der Hunte, der Ochtum und der Weser regelmäßig überflutet werden.

Zwei Jahre haben die Arbeiten am Neuenhuntorfer Siel gedauert. Sie seien manchmal auch schwierig gewesen, erklärte Döhle bei der Einweihungszeremonie. So hätten die Arbeiter zum Beispiel plötzlich eine Betonmauer gefunden, die in den Dokumenten nicht vermerkt war. Auch der allgemeine Mangel an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt habe Schwierigkeiten bereitet, sagte Kai Wienken, Geschäftsbereichsleiter vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Aber schließlich habe doch alles geklappt. Ausgeführt wurden die Arbeiten von der Firma Joachim Tiesler Hoch und Tiefbau aus Elsfleth. Gesteuert wurde das Projekt vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Brake.

Die Arbeiten haben rund vier Millionen Euro gekostet, die zu 70 Prozent vom Bund und 30 Prozent vom Land übernommen wurden. Damit wurde auch der Deich bekräftigt, erklärte Hartjen. Das Siel und die Arbeiten seien ein bemerkenswertes Werk, führte Wienken aus. Ein Verlaat, das das Wasser aus dem Verbandsgebiet Stedingen in das Gebiet des Unterhaltungsverbandes Wüsting abschlägt, wurde ebenfalls neu erstellt. „Das ist aus wirtschaftlicher Sicht ein riesiger Vorteil gewesen”, sagte Wienken. Für die Abstimmung der gesamten Arbeiten habe es zahlreiche Gespräche zwischen den Verbänden gegeben. Man sehe aber auch die guten Ergebnisse, „wenn Verbände miteinander und nicht gegeneinander arbeiten”.

Die Deichschleuse in Neuenhuntorf wurde 1933 gebaut. Der Pumpenauslauf ist aus dem Jahr 1956. Das Siel wurde 2002 schon einmal modernisiert. Damals wurde eine zweite Sicherheit installiert. Die Arbeiten dauerten zweieinhalb Jahre und kosteten rund 2,5 Millionen Euro. Damals sei aber noch nicht absehbar gewesen, dass der Siellauf erneuert werden musste, erklärten Hartjen und Döhle. Erst mit der Bauwerksprüfung 2006 sei klar geworden, dass der Siellauf und -auslauf, sowie das Schöpfwerk sich „in einem desolaten Zustand” befanden. Zwei Jahre hat die Sanierung gedauert. Die Suche nach den notwendigen finanziellen Mitteln und die Planung habe ebenfalls mehrere Jahre in Anspruch genommen, so Hartjen.

Künftig stehen Sanierungsarbeiten für das Lichtenberger Siel an. Das Lichtenberger Siel entwässert 12 000 Hektar Land. Das 60 Jahre alte Mündungsschöpfwerk ist laut Döhle renovierungsbedürftig. Eine Modernisierung sei derzeit in Planung. Das sind in den kommenden Jahren jedoch nicht die einzigen geplanten Maßnahmen für die Deichsicherheit, führte Hartjen aus. Der Deich am Kloster Blankenburg in Oldenburg müsse verlegt werden, die Bauarbeiten sollen aber erst in drei Jahren beginnen.

Auch die Erhöhung des Deichabschnittes zwischen Ranzenbüttel an der Bundesstraße 74 und Berne/Ohrt ist in Arbeit. 1,2 Kilometer Deich sind schon fertig. Im nächsten Jahr sollen die Arbeiten fortsetzt werden, denn der Deich wird auf einer gesamten Länge von 4,5 Kilometern um circa 80 Zentimetern erhöht (wir berichteten). Dafür werden 180 000 Kubikmeter Kleinboden verbaut. Die Deiche an der Ochtum, der Weser und der Hunte befinden sich nach Angaben des Verbandsvorstehers jedenfalls in einem „guten Unterhaltungszustand” – die Sturmflutsaison kann demnach kommen.

Der I. Oldenburgische Deichband wurde als Deichgenossenschaft im Jahr 1855 für das Gebiet des damaligen Herzogtums Oldenburg gegründet. Das Verbandsgebiet erstreckt sich von Wardenburg bis Delmenhorst. Sie umfasst die Gemeinden Berne, Lemwerder, Hude, Hatten, Ganderkesee, Wardenburg sowie Teil der Städte Delmenhorst und Oldenburg.
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