Bauarbeiten auf Harriersand kosten 90.000 Euro

Neuer Asphaltbelag für die Inselstraße

Die insgesamt elf Kilometer lange Inselstraße auf der Weserinsel Harriersand hat über weite Strecken einen neuen und Lärm schluckenden Asphaltbelag bekommen. Sie ist auf vier Teilabschnitten saniert worden. Die Kosten betragen rund 90.000 Euro.
04.08.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Klaus Grunewald
Neuer Asphaltbelag für die Inselstraße

Nagelneu und spiegelglatt: Die insgesamt elf Kilometer lange Inselstraße auf Harriersand hat über weite Strecken eine bis zu zwei Zentimeter dicke Asphaltschicht bekommen. Sie ist auf vier Teilabschnitten saniert worden.

Christian Kosak

Auf der Weserinsel Harriersand ist ungewöhnliche Ruhe eingekehrt. Neuerdings müssen sich die Anwohner nicht mehr die Ohren zuhalten, wenn Autos an ihren Höfen und Häusern vorbeifahren. Auf vier Teilabschnitten ist die elf Kilometer lange Inselstraße mithilfe einer speziellen Technik saniert worden, die den in der Vergangenheit störenden Straßenlärm erheblich reduziert. Ortsvorsteher Bernd Stührenberg stellt fest: „Der Effekt ist erstaunlich.“

Die Reparatur der einzigen Straße auf Harriersand war nach Bernd Stührenbergs Worten überfällig, von der Gemeinde Schwanewede aus finanziellen Gründen aber immer wieder verschoben worden. Wie berichtet, hatte sich deshalb im vergangenen Jahr auf Initiative von Bernd Stührenberg und Bürgermeister Harald Stehnken eine Interessengemeinschaft gebildet. Bewohner, so die Idee, sollten die Reparatur des letzten 300 Meter langen und besonders maroden Straßenabschnitts aus eigener Tasche bezahlen und sich das Geld in sieben Jahresraten von der Gemeinde zurückerstatten lassen. Die Gesamtausgabe wurde auf 105 000 Euro beziffert.

Der Gemeinderat war zwar einverstanden, doch das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises Osterholz stoppte die Privatfinanzierung. Der Hauptgrund: Das Straßenbauprojekt hätte bundesweit ausgeschrieben werden müssen. Es durfte also nicht, wie vorgesehen, an ein Bauunternehmen der eigenen Wahl vergeben werden. Fazit: Die Idee, den Straßenbau zunächst mit privaten Geldern zu finanzieren, war damit gestorben.

Nicht aber das Projekt selber. Der Bürgermeister kündigte im Frühjahr an, dass die Inselstraße nun auf der gesamten Länge von elf Kilometern runderneuert werde. Dafür sollte die Gemeinde einen Bankkredit in Höhe von mehr als 200 000 Euro aufnehmen. Knapp die Hälfte des Geldes ist jetzt in vier insgesamt zwei Kilometer lange Abschnitte der Harriersand-Inselstraße investiert worden.

Die Straßenbauer setzten auf ein Verfahren, das in Bayern und München bereits zum Alltagsgeschäft gehört, im Norden der Republik aber oft noch auf Skepsis stößt. Nach den Worten von Bauamtsleiter Stefan Gröger wurde es freilich auch schon rund um den Schwaneweder Marktplatz angewendet. Es nennt sich „Dünne Schichten in Heißbauweise auf Versiegelung“ (DSHV). Dabei wird ein Asphaltmischgut etwa 1,5 bis zwei Zentimeter dick auf die alte Fahrbahndecke aufgetragen. Es dringt in die Hohlräume ein, verfestigt sich innerhalb weniger Stunden und reduziert die Kosten gegenüber herkömmlichen Straßensanierungstechniken nach Stefan Grögers Worten um 75 Prozent.

Darüber hinaus, so der Schwaneweder Bauamtsleiter, mindere die in Heißbauweise aufgetragene Fahrbahndecke den Straßenlärm um rund drei Dezibel, was einer Verringerung der Schallintensität um die Hälfte entspricht. Bernd Stührenberg: „Die Anwohner auf Harriersand schwärmen schon jetzt von einer herrlichen Ruhe.“

Damit diese Ruhe auf der Weserinsel nicht nur vorübergehender Natur ist, müssen auch die übrigen, noch einigermaßen intakten Abschnitte der Inselstraße nach Ansicht des Ortsvorstehers in den nächsten Jahren kontinuierlich saniert werden. In der Vergangenheit sei das vernachlässigt worden.

Vorrang soll nun erst einmal das rund 300 Meter lange Teilstück haben, das die Insulaner aus eigener Tasche vorfinanzieren wollten. Dabei kann das kostengünstige Verfahren allerdings nicht angewendet werden. Stefan Gröger: „In diesem Abschnitt muss die Fahrbahn ausgekoffert und komplett erneuert werden.“ Ob das noch in diesem Jahr geschieht, ist nach derzeitigem Stand ungewiss.

Nach der Sommerpause soll sich der Gemeinderat mit der Thematik befassen. Dann steht auch die Auflösung der Interessengemeinschaft zur Debatte. Derweil hoffen die Landwirte auf Harriersand auf das Ende der Sommerferien. Insbesondere an Wochenenden zieht es so viele motorisierte Touristen auf die Weserinsel, dass der Verkehr zeitweise zum Erliegen kommt. Sonnabends und sonntags muss auch Stührenberg die Mäharbeiten einstellen. Der Grund: Die schweren Mähdrescher finden kein Durchkommen auf der schmalen Inselstraße mehr.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+