Nicht mehr durch die Kulenkampfallee

Neuer Plan für Fernwärmetrasse

Erleichterung im Beirat: Die Fernwärmetrasse der SWB soll nun doch nicht durch die Kulenkampffallee führen. Stattdessen soll sie in Höhe Straßenbahnwendeschleife auf die H.-H.-Meier-Allee treffen.
30.03.2019, 05:54
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter
Neuer Plan für Fernwärmetrasse

Endlich ein Weg gefunden: Die Fernwärmetrasse soll nun doch nicht mehr in der Kulenkampffallee verlegt werden.

Tristan Vankann

Die SWB hat einen neuen Favoriten für ihre geplante Fernwärmetrasse. Die Kulenkampffallee ist nicht länger Teil dieses Plans. Wie SWB-Sprecher Christoph Brinkmann jetzt im Beirat Schwachhausen berichtete, hat die eingehende Prüfung des einstigen Routen-Favoriten ergeben, dass er am Verkehrsentwicklungsplan (VEP) 2025 scheitere. Dort ist nämlich vermerkt, dass die Straßenbahn von der Kulenkampfallee zur Universität Bremen verlängert werden soll, um die stark belastete Linie 6 zu entlasten.

Da diese Trassen-Variante die Fällung von mehr als 70 Bäumen bedeutet hätte, zeigte sich der Beirat außerordentlich erleichtert über die neue Entwicklung. Verwundert waren die Stadtteilpolitiker lediglich darüber, dass die SWB erst jetzt auf die Straßenbahnverlängerungsplanungen im VEP gestoßen ist. „Wir sind mit unseren Plänen sehr früh nach außen gegangen, um Sie einzubeziehen“, erklärte Brinkmann. Der VEP habe zu den Details gehört, die zum Zeitpunkt der ersten Präsentation noch nicht abschließend geklärt gewesen seien.

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Die Route, die aktuell von der SWB favorisiert wird, steht noch nicht mit letzter Sicherheit fest. Da sie in Teilen über privates Gelände führen würde, prüfe man verschiedene Möglichkeiten, und es stünden noch entsprechende Gespräche mit Vereinen und einigen Privateigentümern aus, berichtete Brinkmann. Vom Hochschulring würde die Trasse in jedem Fall entlang des Kuhgrabenwegs verlegt werden und dann in die Straße Zur Munte und später in den Ahornweg abbiegen.

Verhandlungen stehen bevor

Ab hier muss mit privaten Grundstückseignern verhandelt werden. Die Trasse würde in diesem Abschnitt auch den Kleingartenverein Harmonie kreuzen, mit dem man bereits in Verhandlung sei, sagte Brinkmann. Derzeit gehe man von drei Obstbäumen aus, die im Falle dessen weichen müssten. Sei die Fernwärme-Pipeline verlegt, werde die Oberfläche selbstverständlich wieder eins zu eins hergestellt, versicherte er.

Der weitere Trassenverlauf soll entlang der Hildegard-von-Bingen-Straße und dem südlichen Teil der Lise-Meitner-Straße und weiter unter der Bahntrasse hindurch führen. Hier hat der Verein Kinder Wald und Wiese sein Domizil, weshalb ebenfalls Gespräche vonnöten seien. Auch hier gelte freilich die Devise, alles wieder so herzustellen, wie man es vorgefunden habe. Vom Vereinsgelände würde die Trasse in Höhe der Straßenbahnwendeschleife auf die H.-H.-Meier-Allee treffen und ab hier – wie schon seinerzeit in der ersten Variante – weiter über den Schwachhauser Ring, die Kirchbachstraße und die Kurfürstenallee in die Vahr laufen.

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Bäume müssten auch im Fall der neuen Variante weichen – wie viele genau, lässt sich laut SWB derzeit aber noch nicht beziffern. Von der Maßnahme betroffen wären insgesamt etwa 80 Bäume, von denen knapp 30 auf Vahrer Gebiet liegen. „Betroffen“ bedeute aber nicht, dass die Bäume alle gefällt werden müssen, betonte Andreas Block-Daniel. Der Baumsachverständige erklärte, es handele sich dabei um Bäume, die unmittelbar an der Trasse stünden. Die Prüfung, welche von ihnen tatsächlich abgeholzt werden müssten, stehe noch aus.

Trassenverlauf im Blick

Den Beirat interessierte neben den Baumzahlen insbesondere der Trassenverlauf entlang der H.-H.-Meier-Allee und des Schwachhauser Rings. Brinkmann berichtete auf Nachfrage, dass in der H.-H.-Meier-Allee die stadteinwärtige Spur von der Baumaßnahme betroffen sei. Zur Frage, was der Ausbau für den Verkehr am Schwachhauser Ring bedeuten würde, erklärte er, man werde sich an die Kanalbaumaßnahme der Hansewasser „dran hängen“, die hier bereits geplant sei. Das bedeute freilich, dass die Bauphase sich an dieser Stelle etwas verlängere.

Da neben Schwachhausen und der Vahr ein erheblicher Teil der Trasse durch Horn-Lehe verlaufen soll, steht als nächstes eine Vorstellung der neuen Variante im dortigen Beirat am Donnerstag, 4. April, auf der Agenda der SWB. Alsbald sollen dann eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Anwohnerversammlung folgen. Wenn klar ist, wo genau die Trasse verlaufen soll, werde schließlich der Antrag für das Planfeststellungsverfahren gestellt. Im Mai, so die Hoffnung der SWB. Im Zuge der Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange werde der Beirat dann erneut einbezogen.

Hintergrund des gesamten Unterfangens ist der Plan der SWB, den bisherigen Einsatz von Steinkohle im Hastedter Heizkraftwerk zu reduzieren. Aus diesem Grund soll das Müllheizkraftwerk Findorff für rund 35 Millionen Euro mit dem Fernwärmenetz in der Vahr verbunden werden. Der SWB zufolge erlaube die in Findorff angelieferte Müllmenge, dass das Heizkraftwerk nach einer technischen Erweiterung 1,5 mal mehr Wärme ausspeisen könnte als es derzeit der Fall ist.

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