Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe Neuer Spendenrekord beim Bürgermahl

Bremen. Die Tafel war so festlich gedeckt wie bei der Schaffermahlzeit, am gleichen Ort sogar, in der Oberen Rathaushalle. Die Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe hatte am Montagabend zum traditionellen Bürgermahl eingeladen - und sammelte die Rekord-Spendensumme von 68.079 Euro ein.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Neuer Spendenrekord beim Bürgermahl
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Die Tafel so festlich gedeckt wie bei der Schaffermahlzeit, am gleichen Ort sogar, in der Oberen Rathaushalle. Nur die Speisenfolge, die unterschied sich dann doch gewaltig, als die Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe am Montagabend zum traditionellen Bürgermahl eingeladen hatte. Zwei Gänge, mehr nicht, Bremer Kükenragout und als Nachtisch Rote Grütze. Zum Sattwerden war’s genug, aber das zählte nur am Rande.

Das Bürgermahl fand zum neunten Mal statt und diente auch am Montag wieder dem Zweck, den ehrenamtlichen Helfern zu danken, die von Tür zu Tür gehen, um Spenden einzusammeln. Am Ende stand dabei die Spendensumme von 68.079 Euro, ein neuer Rekord. Mehr und mehr sind unter den 200 Gästen aber auch Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft – ein Kreis, aus dem die Bürgerhilfe regelmäßig ihre Förderer und Sponsoren rekrutiert. Im Ganzen ein fein geflochtenes Netzwerk, das neue Kontakte ermöglicht – noch eine Ähnlichkeit mit der Schaffermahlzeit.

Und so wie Christian Wulff, damals noch Ministerpräsident von Niedersachsen und heute Bundespräsident, Anfang des Jahres Festredner beim ältesten Brudermahl der Welt war, konnte auch die Bürgerstiftung wieder einen prominenten Redner gewinnen: Christian Jacobs, Sprössling der Kaffee-Dynastie und Vorsitzender der Jacobs Foundation in Zürich. Sein Thema: Privates Engagement im 21. Jahrhundert und dessen Bedeutung für die Zukunft.

Sehr passend für einen Anlass, bei dem es um ehrenamtlichen Einsatz ging und um die Förderung auch solcher Projekte, die sich um Bildungschancen junger Menschen bemühen. Genau das hat sich die Jacobs Foundation auf die Fahnen geschrieben. Seit mehr als 20 Jahren engagiert sie sich im Bereich der Kinder- und Jugendentwicklung, schiebt die Wissenschaft dazu an und finanziert Förderprogramme. Nebenbei hat die Stiftung vor vier Jahren 200 Millionen Euro in den Ausbau der privaten Jacobs-University-Bremen gesteckt.

Christian Jacobs, der sein Abitur in Bremen am Alten Gymnasium gemacht hat, nahm sich in seinem Vortrag den demografischen Wandel vor und die Auswirkungen „dieser größten inneren Herausforderung in den nächsten 50 Jahren“, wie er sagte. „Während heute noch vier Personen im arbeitsfähigen Alter einem Rentner gegenüberstehen, werden es 2030 nur noch zwei sein“, skizzierte der Stiftungsvorsitzende den tiefen Einschnitt in die Altersstruktur der Deutschen. Um ein Gegeneinander der Generationen zu verhindern und im Gegenteil Chancen aus der demografischen Entwicklung zu schöpfen, müsse ein Weg gefunden werden, die zeitlichen Ressourcen der Älteren für Hilfen zu nutzen, die den Jungen zugute kommen.

Netzwerkarbeit als Stichwort

Ganztägiges Lernen, Lernwegbegleitung und Netzwerkarbeit waren seine Stichworte, und Jacobs nannte auch ein Beispiel, wie er sich das vorstellt: das Mehrgenerationenhaus in Bremen-Nord. Bildung, sagte der Unternehmer, sei mehr als die reine Anhäufung von Wissen. „Lernen findet überall in unterschiedlichster Weise statt – in Jugendverbänden, im Sportverein, im Familienkreis oder in der Freizeit.“ Und die Älteren, so sein Credo, können sich dabei nützlich machen.

„Die Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe ist eine ideale Plattform, um Konzepte für neue Verbindungen zwischen Alt und Jung zu denken, zu finanzieren, zu erproben und in den politischen Prozess einzubringen“, richtete sich Jacobs noch einmal gezielt an seine Gastgeber. Der Applaus war ihm gewiss, und danach: das Kükenragout, begleitet von Rotwein.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+