Neues Beweismaterial aufgetaucht

Tödliche Schüsse in Gröpelingen: Ermittlungen wieder aufgenommen

Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen zu den tödlichen Schüssen der Polizei auf einen 54-Jährigen in Gröpelingen eingestellt. Nun müssen wieder aufgenommen werden. Es gibt neues Beweismaterial.
28.01.2021, 12:44
Lesedauer: 1 Min
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Tödliche Schüsse in Gröpelingen: Ermittlungen wieder aufgenommen
Von Ralf Michel

Die Untersuchungen zu den tödlichen Schüssen der Polizei auf einen 54-jährigen Mann in Gröpelingen werden neu aufgenommen. Die Generalstaatsanwaltschaft hat der Beschwerde des Anwaltes der Familie des Getöteten gegen die Einstellung des Verfahrens stattgegeben und weitere Ermittlungen angeordnet.

Am 18. Juni 2020 war in Gröpelingen ein 54-Jähriger vor seiner Wohnung von zwei Schüssen aus der Dienstwaffe eines Polizeibeamten getroffen worden und kurz darauf im Krankenhaus gestorben. An dem Einsatz waren vier Polizisten beteiligt, gegen zwei von ihnen – eine Beamtin und einen Beamten – leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren ein, um zu prüfen, ob der Einsatz vorschriftsmäßig abgelaufen und der Einsatz der Schusswaffe gerechtfertigt war.

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Am Ende dieser Überprüfung sah die Anklagebehörde kein Fehlverhalten der Polizisten. Gegen beide wurde das Verfahren eingestellt. Im Oktober zunächst gegen die beteiligte Polizistin, dann Anfang November auch gegen den Polizisten, der die tödlichen Schüsse abgegeben hatte. Dagegen legte der Anwalt der Familie, Jan van Lengerich, im November Beschwerde ein. Er glaubt, bei der Aufklärung dieses Falles und im Bericht der Staatsanwaltschaft „erhebliche Mängel“ gefunden zu haben, und forderte die Wiederaufnahme der Ermittlungen.

Mit Erfolg: Tatsächlich müssen die Ermittlungen gegen den Schützen wieder aufgenommen werden, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag auf Anfrage des WESER-KURIER bestätigte.„Es ist neues Beweismaterial aufgetaucht“, erklärte Arne Kluger, Sprecher der Behörde. Gemeint sind bislang nicht bekannte Videoaufzeichnungen. Damit auch die in die Entscheidung der Staatsanwaltschaft einfließen können, habe man den Fall in den Status eines Ermittlungsverfahrens zurückgesetzt, über das am Ende erneut die Anklagebehörde zu entscheiden hat, erläuterte Kluger. „Das Ermittlungsverfahren ist wieder offen.“

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Für Anwalt van Lengerich bedeutet dies, dass „sämtliche Ermittlungen neu geführt werden können“. Somit bestünde die Möglichkeit, diesmal zu einer anderen Entscheidung zu kommen. Soll heißen, dass doch Anklage gegen einen oder mehrere Polizisten erhoben wird.

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