Stadtteile Mitte und Östliche Vorstadt wollen gemeinsam Energie sparen Neues Bündnis zum Klimaschutz

Klimaschutz fängt beim Einzelnen an. Dieser Meinung sind die Beiräte Mitte und Östliche Vorstadt. Sie haben in einer gemeinsamen Sitzung den Weg für die Gründung eines lokalen Klimaschutzbündnisses für diese Stadtteile frei gemacht.
19.04.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Liane Janz

Klimaschutz fängt beim Einzelnen an. Dieser Meinung sind die Beiräte Mitte und Östliche Vorstadt. Sie haben in einer gemeinsamen Sitzung den Weg für die Gründung eines lokalen Klimaschutzbündnisses für diese Stadtteile frei gemacht.

Die Beiräte Mitte und Östliche Vorstadt haben sich dem Klimaschutz verschrieben. Auf ihrer gemeinsamen Sitzung am Dienstag in der Friedensgemeinde haben sie den Weg für ein lokales Klimaschutzbündnis für die Stadtteile Mitte und Östliche Vorstadt geebnet.

Mit je einer Enthaltung stimmten die Beiratspolitiker für die Gründung des Bündnisses, dem bislang außer den Stadtteilparlamenten unter anderem die Friedensgemeinde, das Kulturzentrum Lagerhaus, der Sportgarten und die Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft (EVG) angehören. Neben diesen und weiteren Institutionen war auch die Bauteilbörse mit Sitz in Walle auf der Sitzung vertreten.

Die Bauteilbörse hat sich auf die Fahnen geschrieben, die "Graue Energie" zu reduzieren. Das ist die Energie, die benötigt wird, um etwa das Holz für eine Tür zu fällen, zum Schreiner zu transportieren, zu verarbeiten und zum Handelspartner zu bringen. Diese Energie könne reduziert werden, wenn Bauteile wie Türen aus Abrissgebäuden wiederverwertet würden, erklärte Andrea Weiß von der Bauteilbörse.

Den stehenden Verkehr will Cambio mit dem Teilen von Autos senken. "Ein Carsharing-Auto ersetzt fünf bis zehn private, selten genutzte PKWs", sagte Kerstin Homrighausen. Cambio hat in Bremen rund 7300 Kunden. 48 Prozent davon leben im Viertel, im Peterswerder, in der Bahnhofsvorstadt oder in der Gete. 165 Autos hat Cambio inzwischen in seinem Fuhrpark. "200 bis 290 Kilogramm CO2 spart jeder Carsharer pro Jahr." Deshalb würde das Unternehmen gern weitere Stationen in Mitte und der Östlichen Vorstadt einrichten. Allein – bislang fehle der Platz.

Mit guten Beispielen in Sachen Energiesparen gehen die evangelische Friedensgemeinde und das Lagerhaus voran. Auf dem Dach der Gemeinde gibt es bereits eine Photovoltaikanlage. Das Lagerhaus an der Schildstraße möchte gern mit dem Kontorhaus und Aucoop eine solche Anlage installieren, aber im Lagerhaus und dem Kontorhaus gebe die Statik das nicht her, erzählte Anselm Züghart vom Lagerhaus. Deshalb werde gerade geprüft, ob auf Aucoop eine Anlage installiert werden kann, die alle drei Gebäude versorgt.

Energiekopplungen ausbauen

Das funktioniert bereits mit einem Blockheizkraftwerk, das im Lagerhaus steht. Die drei Partner möchten künftig auch ihre Nachbarn mit einbeziehen. Der ganze Block Schildstraße, Ostertorpark, Weberstraße und Ostertorsteinweg solle in Zukunft seine Energie autonom produzieren.

"Solche Kopplungen sind bisher in unseren Stadtteilen unterentwickelt", findet Ortsamtsleiter Robert Bücking (Grüne). Derartige Kooperationen voranzutreiben sei deshalb auch ein Ziel des Klimabündnisses.

Eine Photovoltaik-Anlage hätte der Sportgarten ebenfalls gern. Eine 100000-Euro-Spende von Werder Bremen an die Pauliner-Marsch-Stiftung soll es möglich machen. Voraussetzung dafür, sagte Uli Barde, sei allerdings, dass sich der Bundesrat im Mai für die neuen, rückwirkenden Vergütungssätze entscheide.

Doch im Klimaschutz soll nicht nur auf erneuerbare Energien gesetzt, sondern auch an den Gebäuden Hand angelegt werden. Die Sanierung von Fenstern und Fassaden sollen weitere Schwerpunkte sein, denen sich derzeit Energiekonsens widmet, über die aber auch der Bauraum informiert. Dort kann die Wirkung von Sanierung erfühlt werden. Bauraum-Geschäftsführer Jürgen Schnier hatte einen Holzkasten mit vier kleinen Fenstern dabei. Die Fenster waren verschieden stark verglast, dahinter war jeweils eine Rotlichtlampe angebracht. Sobald die Lampen brennen, kann an den Fenstern erfühlt werden, wie viel Wärme entfleucht.

Bremenweit wird auch einiges für den Klimaschutz getan. Ein Zwischenergebnis aus dem Klima- und Energieprogramm (KEP) der Stadt stellte die Staatsrätin Gabriele Friderich aus dem Umweltressort vor. In Bremen gebe es derzeit 72 Windkraftanlagen und fast 1200 PV-Anlagen. Aus Wasserkraft würden aktuell zehn Megawatt Energie erzeugt. Insgesamt werden durch diese Energieformen knapp 140000 Haushalte versorgt.

Der Beirat Östliche Vorstadt hat schließlich mit großer Mehrheit einem Antrag der SPD und der Grünen zugestimmt und ist damit dem Beschluss der Bremischen Bürgerschaft "Nationales Aktionsprogramm zur Gebäudesanierung" beigetreten. Den Antrag der CDU-Fraktion, den Senat aufzufordern, Bremen möge im Vermittlungsausschuss des Bundesrates dem Gesetzentwurf zustimmen, der steuerliche Erleichterungen für Gebäudesanierungen vorsieht, lehnte der Beirat Östliche Vorstadt mehrheitlich ab.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+