Neues Energielabel Etikett zum Sparen

Ab dem 1. März gilt das neue Energielabel für Haushaltsgeräte. Experten sind mit der angepassten Version, die nun härtere Anforderungen an Hersteller stellt, größtenteils zufrieden. Worauf Käufer achten müssen.
23.02.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Hanna Gersmann

Berlin. Eigentlich hörte sich das gut an: Energieeffizienzklasse A+++. Oder: A++. Auch A+ klang noch vielversprechend. Aus. Vorbei. Ab dem 1. März dürfen Fernseher und Monitore, Geschirrspüler und Kühl- sowie Gefriergeräte, Waschmaschinen und kombinierte Waschtrockner nur noch mit dem neuen Energielabel in den Handel kommen – die Stufen auf der grün bis roten Ampelskala reichen dann von A bis G statt von A+++ bis D.

„Selbst die bisher klassenbeste Waschmaschine mit A+++ bekommt dann vielleicht nur noch ein B oder C“, sagt Daniel Kastner, der für die Stiftung Warentest das Label unter die Lupe genommen hat. Nur die wenigsten Geräte, die es bisher gibt, schafften es noch in die A-Klasse. Das Gros der Geräte, die heute eine gute Energieeffizienz aufweisen, entspricht voraussichtlich eher: D. Der Grund: Die EU hat die Kriterien verschärft. Kastner sagt: „Sie will damit Herstellern Druck machen, noch effizientere Geräte zu bauen.“ Das schont die Umwelt, wie auch die eigene Strom- und Wasserrechnung.

Neuer QR-Code

Es lasse sich nun leichter erkennen, welche Gerätemodelle wirklich effizienter sind, urteilt die Verbraucherzentrale NRW. Zuletzt – also mit dem alten Label – hätten beispielsweise bei Kühlschränken fast alle Modelle in den Bestklassen gelegen, Unterschiede fielen kaum mehr auf. Neu ist auch ein QR-Code oben rechts auf dem Label. Wer ihn scannt, erhält mehr Informationen.

Das A und O für die Angaben auf dem Label für Waschmaschinen ist das Energiesparprogramm Eco 40–60, das alle neuen Maschinen ab dem 1. März haben müssen. Der Stromverbrauch wird pro 100 Waschzyklen angegeben, Wasser pro Waschzyklus. „Auf dem alten Label stand jeweils der Jahresverbrauch, was vielen wohl weniger sagte“, meint Warentester Kastner. Geblieben ist die Schleudereffizienz. In puncto Lärm steht auf dem Label nur noch der Spitzenwert beim Schleudern und nicht mehr beim Waschen, dafür gibt es zusätzlich vier Schallemissionsklassen: A bekommt, wer leiser schleudert als 73 Dezibel, D gibt es ab 81 Dezibel.

Auch Geschirrspüler müssen ab März ein Sparprogramm – Eco – haben. Es ist die Grundlage für die Energieeffizienzklasse und für alle anderen Angaben. Neu ist auch die Angabe der Programmdauer, dafür fällt die Trocknungsleistung weg. Die Skala der Schallemissionen reicht von A für weniger als 39 Dezibel bis D für 51 Dezibel und mehr.

Beim Kühlschrank wird die Energieeffizienz angegeben. Auch der Stromverbrauch, wie bisher pro Jahr. Eine Zahl hält Kastner für „wenig lebensnah“: Das Volumen des Kühlschranks werde anders als bisher so berechnet, als seien alle Schubläden und Zwischenböden herausgenommen, dabei stapele niemand seine Lebensmittel vom Boden bis an die Decke. Heißt: Das Volumen kann nun größer sein als zuvor. Bei den Schallemissionen reicht die Skala von A für unter 30 Dezibel bis D für 42 Dezibel und mehr.

Aufkleber für Lampen im Herbst

Die Energieeffizienzklasse beim Fernseher bezieht sich auf den Standardmodus, SDR, und die Bilddiagonale. Selbst wenn sie mehr Strom verbrauchen als kleinere Bildschirme, können größere Geräte so oft eine gute Effizienzklasse erreichen. Der angegebene Stromverbrauch gilt für 1000 Stunden im Normalbetrieb. Zudem werden auch der höhere Verbrauch und die Effizienzklasse im sogenannten HDR-Modus – HDR-Bilder zeigen kräftigere Farben und Kontraste – ausgewiesen. Neu ist neben der Angabe der Bilddiagonalen in Zentimetern und Zoll auch die Auflösung in Pixeln.

14 Tage haben Händler ab dem 1. März Zeit auf Elektrogeräte, die schon vor März in den Läden standen, das neue Label aufzukleben. Nur Auslaufmodelle dürfen das alte Label behalten, müssen jedoch bis zum 30. November 2021 verkauft werden. Warentester Kastner: „Es könnte sich also lohnen, im Herbst die Preise zu beobachten.“ Ab September wird es dann auch ein neues Label für Lampen und Leuchtmittel geben.

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