Eröffnungstag Gefühl von Freibad-Sommer: So war die Eröffnung des neuen Horner Bads

Volle Liegewiese, planschende Kinder, ambitionierte Schwimmer und dazu Pommes Frites: Am Eröffnungstag zeigte das neue Horner Bad bei knapp über 20 Grad schon alle Elemente des klassischen Freibad-Erlebnisses.
05.06.2022, 08:18
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Gefühl von Freibad-Sommer: So war die Eröffnung des neuen Horner Bads
Von Timo Thalmann

Das Interesse war groß: Als Martina Baden in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der Bremer Bäder GmbH um kurz nach elf Uhr am Sonnabend feierlich ein Banner durchschnitt, um das neue Horner Kombibad offiziell zu eröffnen, drängten sich schon knapp 100 Besucher vor dem Eingang. Und sie waren sichtlich nicht wegen der kleinen Zeremonie oder des kostenlos ausgegebenen alkoholfreien Sekts erschienen, sondern wollten nach genau 1461 Tagen ohne Schwimmbad in Horn endlich den fertigen Neubau in Augenschein nehmen oder gleich ausprobieren.

Am 1. September 2018 hatte das alte Bad mit einer Abschiedsparty seine Pforten geschlossen. Bereits in den Tagen danach begannen die Vorarbeiten für den folgenden Abriss. "Mit etwas Glück rechnen wir für Dezember 2020 mit der Eröffnung des neuen Hallenbades", sagte Baden seinerzeit im Beirat Horn-Lehe. Für den folgenden Sommer 2021 war die Neueröffnung des Freibadteiles anvisiert.

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Es hat dann deutlich länger gedauert, bis jetzt die Poolparty zur Eröffnung stattfinden konnte. Und wer einfach im Hallenbad planschen wollte, musste sich sogar noch einen Tag länger bis diesen Sonntag gedulden. Um am Sonnabend das 50-Meter Sportbecken zu testen, hatte man die Wahl zwischen einem Hallenbad-Triathlon – 100 Meter schwimmen, neben dem Becken zwei Kilometer Rad auf dem Heimtrainer und 800 Meter auf einem Laufband absolvieren – oder dem Schnuppertauchen des Landestauchsport-Verbandes.

Beide Aktionen unterstrichen den Charakter des Hallenbades als vor allem dem Schwimmsport verpflichteter Neubau: Zehn 50-Meter Bahnen auf 25 Meter Breite mit 2,10 Meter Wassertiefe bietet das Becken ohne jede weitere Spielerei. Weder Massagedüsen, noch Wasserspiele irgendeiner Art oder Sprungbretter unterbrechen den Schwimmer, der seine Bahnen ziehen will. Nur mittels eines Hubbodens lassen sich familientaugliche Anpassungen vornehmen. So kann die Wassertiefe verringert und ein Nichtschwimmerbereich geschaffen werden. Eine Treppe zum sanften Einstieg ist direkt mit diesem Hubboden verknüpft. „Wir sind damit flexibel, um möglichst viele Nutzungsansprüche in der Halle zu erfüllen“, sagt Susanne Klose, Pressesprecherin der Bremer Bäder. Außerdem kann auf halber Strecke ein rund zweieinhalb Meter breiter Steg aus dem Boden des Beckens hochgefahren werden, sodass zwei fast quadratische 25-Meter-Becken entstehen.

Eindeutig größeren Freizeitcharakter hat das neue Freibad, das an diesem Eröffnungstag gleich seine erste Poolparty erlebte. Der ermäßigte Eintritt von einem Euro auch für Erwachsene zum Auftakt lockte zusätzlich die Besucher. Weil bei den Außenanlagen außerdem die meisten gerade frisch gesäten Rasenflächen noch gesperrt waren, drängten sich die Badegäste auf einer relativ kleinen Grünfläche. Schnell stellten sich die bekannten sommerlichen Impressionen eines gut gefüllten Freibades ein. Die gern georderten Pommes aus dem Bad-Imbiss vervollständigten das Bild.

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"Endlich kann man hier wieder was unternehmen", sagt die Mutter der dreijährigen Aliyah. Die Kleine findet sichtlich Vergnügen im sogenannten Fontänenfeld, der Wasserspielplatz unter einem Sonnensegel direkt neben dem Planschbecken für die Kleinkinder. Ältere Kinder und Jugendliche weihen die Breitwellenrutsche ein, die im Nichtschwimmerbereich eines Kombibeckens endet. Das bietet außerdem noch drei 50-Meter- und fünf 25-Meter-Bahnen mit 1,80 Meter Wassertiefe. Eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach des Hallenbades schafft es, die Wassertemperatur am ersten Tag trotz der vorangegangen noch kühlen Nacht auf über 20 Grad zu heben.

Überhaupt setzt der 33-Millionen-Euro-Neubau in Sachen Energieeffizienz naturgemäß neue Maßstäbe. Das Hallenbad wird per Fernwärme von der Müllverbrennungsanlage beheizt und ein Wärmetauscher in der Lüftungsanlage holt 85 Prozent der Wärmeenergie zurück in das extrem gut gedämmte Bad. Die Umkleiden und Spinde in knalligem Gelb und Blau knüpfen dagegen zumindest optisch an die bunten Siebziger Jahre an, wie sie im Original unter anderem noch im Westbad zu besichtigen sind. Das Hallenbad in Walle soll nach der jetzigen Wiedereröffnung des Horner Bads als Nächstes abgerissen und vollständig neu gebaut werden. Frühestens Ende dieses Jahres werden die Arbeiten dort nach Einschätzung von Bäderchefin Baden beginnen.

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