Das Kukoon am Buntentorsteinweg soll zum Treffpunkt fürs Quartier werden / Eröffnung am 24. Januar Neues Kulturzentrum in der Neustadt

Buntentor. Der Saal ist eine einzige Baustelle. Bretter, Schutt und Werkzeug liegen rum.
19.01.2015, 00:00
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Neues Kulturzentrum in der Neustadt
Von Jörn Seidel

Der Saal ist eine einzige Baustelle. Bretter, Schutt und Werkzeug liegen rum. Ein Bartresen ist erst in Umrissen zu erkennen. Bis zur Eröffnung des Kukoon, dem neuen Kultur- und Quartierszentrum in der Neustadt, am kommenden Sonnabend, 24. Januar, ist noch reichlich zu tun. Doch die Macher bringt das nicht aus der Ruhe. „Wir gehen es gelassen an“, sagt Artur Ruder aus dem Hohentor. „Schließlich machen wir schon seit Jahren Veranstaltungen.“

Der 29-Jährige ist einer jener Leute aus dem Kukoon-Team, die schon das Neustädter Kulturzentrum Dete mit aus der Taufe gehoben haben – und im Herbst zu Grabe trugen. Zeitgleich sei die Idee entstanden, etwas völlig Neues zu schaffen, erinnert sich Ruder. Immer mehr Mitstreiter fanden sich zusammen und entwickelten die Idee für das Kukoon. Mit zehn Gesellschaftern gründeten sie nun eine GmbH und mieteten eine Immobilie am Buntentorsteinweg 29/Ecke Geschwornenweg an.

Das großzügige Haus sei im Jahr 1880 errichtet worden, sagt Ruder. Jahrelang war dort das Bäderparadies Behrend untergebracht, ein Fachhandel für Sanitär- und Badezimmerbedarf. Zuletzt residierte dort das Lifestyle, nach eigenen Angaben eine Event-Location mit Styling-Beratung, Thai-Massage und Latte-Macchiato-Bar. Noch immer ist in dem hellen 380-Quadratmeter-Saal ein Hauch von Luxus zu spüren: leicht golden angemalte klassizistische Säulen, gläserne Balkone und Stuck an der Decke. „Uns gefällt die Idee, diesen Saal mit alternativer Kultur zu kontrastieren“, sagt Ruder.

Was konkret im Kukoon stattfinden soll, ist in weiten Teilen noch in Planung. Es könnten Kunstausstellungen, Konzerte und Lesungen sein, aber auch Tanz-, Performance- und Theateraufführungen, sagt Gesellschafterin Camilla Kloß aus dem Flüsseviertel, die parallel Veranstaltungen in der Spedition am Güterbahnhof organisiert. Das Programm für den Eröffnungstag steht jedenfalls fest: Los geht es am Sonnabend um 14 Uhr. Für Kinder gibt es eine Malbar, Schminkmöglichkeiten und einen Flohzirkus. Mit einer Rede um 17 Uhr fällt der offizielle Startschuss, danach spielt die Brass-Band „Lokomotive“. Abends um 20.30 Uhr ist das Duo „Kit & Klampfe“ zu hören. Zwischendurch legen DJs auf

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Für Camilla Kloß ist es die Freude an der Gemeinschaft, weshalb sie sich an dem Projekt Kukoon beteiligt. „Und mich reizt es, zu sehen, wie sich etwas entwickelt.“ Ähnlich geht es auch Gesellschafterin Sandra Carlson aus Schwachhausen. Vor allem freue sie sich darauf, ihrer Leidenschaft nachzugehen, Leute zu verköstigen. Geplant ist in dem Saal ein Mittagstisch von montags bis freitags mit dem Schwerpunkt fleischlose Speisen. „Ich will die Leute hier auf den Geschmack von veganer Küche bringen“, sagt Carlson. Ob ein Mittagstisch überhaupt das Interesse der Anwohner weckt, das können sie zurzeit in einem Fragebogen beantworten. „Wir wollen mit den Menschen und Institutionen hier in der Gegend eng zusammenarbeiten und sind schon mit vielen im Gespräch“, sagt Artur Ruder.

Von der Zwischenzeit-Zentrale (ZZZ) – und damit von öffentlicher Hand – hat das Kukoon eine Anschubfinanzierung bekommen. Künftig soll an die GmbH ein gemeinnütziger Verein angegliedert werden, damit Kulturveranstaltungen zum Teil gefördert werden können. Noch sind viele Fragen offen, was die Finanzierung angeht. Doch Artur Ruder, Camilla Kloß und Sandra Carlson sind fest entschlossen, das Kukoon dauerhaft in der Neustadt zu etablieren. An der nötigen Gelassenheit für das Großvorhaben mangelt es ihnen nicht.

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