Verkehrsverbund entwickelt Informationssystem für Bus und Bahn: Verspätungen direkt aufs Handy Neues Programm erleichtert Reiseplanung

Bremen. Traumhafte Temperaturen, Urlaubszeit. Warum also nicht das Wochenende am Meer verbringen? Wer kein Auto hat, ist auf den Öffentlichen Nahverkehr und die Pünktlichkeit von Bus und Bahn angewiesen. Um die Reisezeit so entspannt wie möglich zu gestalten, hat der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) ein neues Echtzeitinformationssystem entwickelt, das in dieser Form in Niedersachsen einzigartig ist.
29.06.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anne-Christin Klare

Bremen. Traumhafte Temperaturen, Urlaubszeit. Warum also nicht das Wochenende am Meer verbringen? Wer kein Auto hat, ist auf den Öffentlichen Nahverkehr und die Pünktlichkeit von Bus und Bahn angewiesen. Um die Reisezeit so entspannt wie möglich zu gestalten, hat der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) ein neues Echtzeitinformationssystem entwickelt, das in dieser Form in Niedersachsen einzigartig ist.

Ein beliebtes Wochenendziel vieler Bremer ist bei sommerlichen Temperaturen der Strand in Schillig im Wangerland. Eine Direktverbindung aus Bremen gibt es jedoch nicht. Bis der Strand endlich erreicht ist, müssen Reisende dreimal umsteigen. Ärgerlich, wenn dann Bus und Bahn auch noch Verspätung haben. Das führt bei Reisenden schon vor demUmsteigen zu Stress: Die Sachen werden hektisch zusammengesucht, der Blick wandert immer wieder zur Uhr: Wird der Anschluss noch erreicht?

Eine Maßnahme gegen den Stress und für den Service der Reisenden ist das neue Echtzeitinformationssystem, verspricht der VBN. Seit gestern ist das System in seiner ersten Phase in Betrieb. Das Besondere: Informationen über Verspätungen oder Ausfälle von Bus und Bahn werden jetzt unternehmensübergreifend gebündelt. Die Daten von Fahrzeugen unterschiedlicher Unternehmen laufen in einer zentralen Datenbank ein. Fahrgäste werden dann über Informationsanzeigen an Haltestellen, im Internet oder via Handy über aktuelle Fahrzeiten von Bus und Bahn informiert.

Nachrichten im 30-Sekunden-Takt

"Durch das neue Echtzeitinformationssystem kann der Fahrgast seine Zeit produktiver nutzen und entspannter reisen", sagt Christof Herr, Geschäftsführer des Zweckverbands Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN).

Zurück zum Reisebeispiel: Für die Strecke von Bremen nach Schillig kann der Reisende sich auf der Internetseite des VBN ab sofort nicht nur eine interaktive Landkarte, sondern alle Verbindungen von Deutscher Bahn (DB), NordWestBahn (NWB) und WeserEmsBus gleichzeitig anzeigen lassen. Hat die Nordwestbahn zwischen Oldenburg und Jever beispielsweise Verspätung und der Bus zum Strand wird nicht mehr erreicht, erfährt der Reisende dies sofort und bekommt alternative Verbindungen angezeigt.

"Die Informationen werden etwa alle 30 Sekunden aktualisiert", versprechen die Veranstalter. Je nachdem, wann es eine neue Prognose für die Verbindung gebe. "Der Fahrgast ist jetzt nicht mehr alleingelassen", sagt Tim Semmelhaack vom ZVBN. Im ersten Schritt des Pilotprojekts werden die bereits bestehenden Echtzeitinformationssysteme der BSAG und der DB miteinander verknüpft. Hinzu kommen die Daten der NWB und des Weser-Ems-Busverkehrs, sowie eines neu eingerichteten Betriebsleitsystems beim VBN für weitere Verkehrsunternehmen. Geplant sei es, in einer zweiten Ausbauphase ab 2012 weitere Busunternehmen zu integrieren.

Allein die erste Ausbaustufe des Projekts kostet rund zwei Millionen Euro, Bremen und Niedersachsen fördern das Projekt mit insgesamt 1,3 Millionen Euro. Den Rest teilen sich die Projektpartner VBN und ZVBN. "Wir hoffen darauf, dass das Projekt nicht nur auf die Region beschränkt bleibt, sondern sich ausweitet", so Semmelhaack. Die zweite Ausbaustufe sei für 2012 geplant. Dann würden weitere Verkehrsunternehmen, wie beispielsweise der Bremerhavenbus oder Delbus aus Delmenhorst ihre Daten in das Echtzeitinformationssystem einspeisen. Läuft auch dies erfolgreich, folgt die letzte Phase des Projekts. Insgesamt rechnet der VBN mit Kosten in Höhe von etwa dreieinhalb Millionen Euro. "Da kommt noch das eine oder andere auf uns zu", so Herr. Derzeit werden noch regionale Busunternehmen mit Bordcomputern ausgestattet, die Daten über den aktuellen Standort und Fahrzeit an das System übermitteln, und Anzeigetafeln an Haltestellen aufgebaut. Diese werden jedoch nur an

zentralen Verknüpfungspunkten stehen. Im Juli werden die ersten Anzeiger am ZOB in Brinkum und an den Bahnhöfen in Bassum, Syke und Wildeshausen in Betrieb genommen.

Ab sofort gibt es neben dem Online-Fahrplaner (www.vbn.de) auch die mobile Internetseite (www.m.vbn.de) mit detaillierten Echtzeitinformationen. Bis Ende des Jahres wolle man zusätzlich eine App für iPhone und Android-Handys entwickeln. Die sei natürlich kostenfrei. Der Kunde solle schließlich nicht dafür bezahlen, wenn der Bus Verspätung hat, sagt Semmelhaack. In den kommenden Wochen wolle man den Service kräftig bewerben und Kundenbefragungen durchführen. "Wir wollen die Kunden in die Gestaltung der Informationen einbinden", so VBN-Geschäftsführer Rainer Counen. Man sei schließlich noch in der Testphase.

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