Fertigstellung zum Jubiläum

Neues Stammhaus

Der Plan ist, dass gerade einmal drei Monate zwischen Richtfest und Einzug vergehen sollen. Die Eröffnung des Johann-Jacobs-Hauses im April ist aber lediglich ein Baustein von vielen.
15.01.2020, 05:01
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Neues Stammhaus
Von Jürgen Hinrichs
Neues Stammhaus

Das neue Johann-Jacobs-Haus an der Obernstraße. An diesem Mittwoch wird Richtfest gefeiert. Der Einzug ist für das Frühjahr geplant.

Jürgen Hinrichs

Normalerweise dauert es noch einige Zeit, bis ein Haus nach dem Richtfest bezogen wird. Mit dem Dach und den Grundmauern ist die Arbeit ja längst nicht getan. Für den Innenausbau kann von Fall zu Fall durchaus noch ein ganzes Jahr ins Land gehen. Hier aber nicht, und das passt zu dieser Baustelle. Zwischen Richtfest und Einzug werden gerade einmal drei Monate vergehen, das ist der Plan. So schnell und reibungslos wie das Johann-Jacobs-Haus in der Obernstraße hochgezogen wurde, so fix ist offenbar auch die Ausstattung fertig.

Eine Power-Baustelle, und das bei solchen Bedingungen: Das neue Gebäude grenzt an einer Seite direkt an das Nachbarhaus, was die Statiker in der Regel sehr nervös macht. Nicht einfach auch die Logistik. Die schweren Lastwagen müssen ihren Weg durch ein Nadelöhr finden. Schon die Langenstraße ist nicht breit, die Große Waagestraße aber noch viel schmaler. Sie führt an der Stadtwaage vorbei direkt auf die Baustelle zu. Das Manövrieren, zumal rückwärts, ist dort eine Kunst.

Lesen Sie auch

Haken drunter, denn schon geht es weiter. Wenn das Johann-Jacobs-Haus im April eröffnet wird, ist das ein Baustein von vielen. Als nächstes ist die Stadtwaage dran, dann das Essighaus und schließlich noch das Kontorhaus. Alles Gebäude in der Langenstraße, die entweder abgerissen und neu aufgebaut werden oder im Bestand grundlegend verändert werden. Das Essighaus behält lediglich seine Fassade, ergänzt von weiterer Zierde im Stil der Weserrenaissance. Stadtwaage und Kontorhaus bleiben stehen, bekommen aber einen neuen Inhalt und werden teilweise auch außen angepackt.

Das ist die Arbeit der kommenden Jahre. Christian Jacobs, Spross der ehemaligen Bremer Kaffeedynastie, gibt seinem Projekt die Überschrift Balge-Quartier, benannt nach einem Seitenarm der Weser, der im frühen Mittelalter bis zum Marktplatz reichte. Jacobs spricht vom „Handlauf zur Weser“. Ziel ist, den Fluss wieder stärker mit der Innenstadt zu verbinden.

Das Johann-Jacobs-Haus mit einer Nutzfläche von knapp 1400 Quadratmetern hat zur Obernstraße hin fünf und auf der Rückseite sechs Geschosse. Die riesigen Fenster mit bronzenem Rahmen sollen Transparenz schaffen: Durch- und Aussichten zwischen der Einkaufsmeile und den dahinter liegenden Gassen. Der Backstein, mit dem das Gebäude verklinkert ist, stammt aus Dänemark. Gebrannt wird er mit Kohle. Die Ziegel sind Unikate, leicht unterschiedlich in Oberfläche und Färbung. Dadurch changiert der dunkle Ton.

Im Erdgeschoss entsteht ein Café mit Ladengeschäft. Darüber hinaus wird es eine eigene Rösterei geben, eine Kaffee-Akademie für Gastronomen und diverse Veranstaltungsflächen. Das Café stellt im Sommer Stühle und Tische raus, es teilt sich den Platz im neuen Jacobs-Hof mit dem Betreiber des Restaurants, das in die umgebaute Stadtwaage einziehen wird.

Lesen Sie auch

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+