Chamäleon mit Viertel-Logo kennzeichnet Quartier

Neues Wappentier im Viertel

Ostertor. Seit Kurzem hat das Viertel ein Wappentier, das für die über 300 Fachgeschäfte, Boutiquen, Cafés, Restaurants, Kulturbetriebe und Clubs wirbt. Ein großes Chamäleon und das Viertel-Logo sind auf einem Giebel am Ostertorsteinweg verewigt.
20.04.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Monika Felsing und Ina Schulze
Neues Wappentier im Viertel

Schaut mir in die Augen, Viertelbesucher: Unweit des Casa, des ehemaligen Casablanca, ist das wohl größte Graffito des Ostertors entstanden.

Walter Gerbracht

Seit Kurzem hat das Viertel ein Wappentier, das für die über 300 Fachgeschäfte, Boutiquen, Cafés, Restaurants, Kulturbetriebe und Clubs wirbt. Ein großes buntes Chamäleon und das Viertel-Logo sind auf einem Giebel am Ostertorsteinweg verewigt. Am Besten lässt sich das neue Graffito vom Goetheplatz aus sehen.

Das Viertel pflegt sein Image. „Es ist sehr bunt und lässt sich in keine Schublade stecken“, sagt Elvira Krol von der Interessengemeinschaft „Das Viertel“ (IGV). Adem Sahantürk von der Gestaltungsagentur ATX Artworx geht sogar noch weiter. „Das Viertel ist für Bremen so, wie Bayern für Deutschland“, sagt der Waller Graffitikünstler mit Firmensitz Vor dem Steintor 167. „Es ist eben sehr speziell.“

Und wäre diese Vielfalt nicht schon beeindruckend genug, wohnen und leben junge und alte Menschen nebeneinander und irgendwie auch zusammen in den Altbremer Häusern. Es gibt kleine grüne Oasen und sehr viele Fassadenbilder. Das riesige Chamäleon war schon lange ein Traum der Interessengemeinschaft und stand als Idee auch im Programm des BID (Business Improvement District – Standortgemeinschaft) Viertel.

„Der Giebel am Beginn des O-Wegs bietet sich für eine Gestaltung einfach an“, sagt Wolfgang Schirmer, Vorstandsmitglied der IGV. In einem langen Planungsprozess haben sich der Lenkungsausschuss, die Kaufleute und die Fachleute von ATX und Capone Design über die passende Gestaltung Gedanken gemacht. Eine Postkarte aus den Neunzigerjahren gab den Impuls. Der Künstler Patrick Przewloka von Capone Design hat in Kooperation mit ATX Artworx das altbekannte Viertel-Logo mit dem richtigen Pfiff versehen und sich in die Umsetzung gestürzt.

Patrick Przewloka (rechts) erklärt Wolfgang Schirmer (von links), Lutz Hoins, Harald Lieske, Anne-Catherine Caesar, Robert Bücking, Bettina Schaefer und Boris Söffge, wie er vorgegangen ist. Sein Werk ist auf der heutigen Seite 1 des Stadtteil-Kuriers abgebildet.

Patrick Przewloka (rechts) erklärt Wolfgang Schirmer (von links), Lutz Hoins, Harald Lieske, Anne-Catherine Caesar, Robert Bücking, Bettina Schaefer und Boris Söffge, wie er vorgegangen ist. Sein Werk ist auf der heutigen Seite 1 des Stadtteil-Kuriers abgebildet.

Foto: Walter Gerbracht

Das Chamäleon verkörpert nach Ansicht der IGV und von ihr beauftragten professionellen Sprayer alles, was man im Viertel erwartet, nämlich eine bunte und wandelbare Vielfalt. „Das Chamäleon steht für Farbvielfalt und Anpassungsfähigkeit. Es ist immer tolerant gegenüber seiner Umgebung, es spiegelt diese wieder und verschmilzt so mit ihr“, erklärt Adem Sahantürk die Wahl. „Außerdem kann es unabhängig davon einschätzen, was neben ihm passiert. So wird nichts außen vor gelassen.“ Und genauso verhält es sich aus seiner Sicht auch im Viertel. Außerdem können Chamäleons ihre Augen unabhängig voneinander bewegen. „Auch die IGV sollte immer in alle Richtungen schauen“, sagt Ortsamtsleiter Robert Bücking (Grüne). „Wir wollen den tollen Straßenzug vital, erfolgreich und weiterhin im Spiel halten.“

Dem Graffiti-Künstler Patrick Przewloka war es bei der Gestaltung des Giebels vor allem wichtig, die bunte Vielfalt von Kunst, Kultur, Sozialem und Wirtschaft deutlich werden zu lassen. Rund 300 Arbeitsstunden hat die Wandmalerei, inklusive Vorbereitungen, gekostet. Die besprühte Fläche ist knapp 65 Quadratmeter groß, allein das Viertellogo hat einen Durchmesser von vier Metern. Die Schuppen und die Farbmischungen des Chamäleons waren laut Przewloka „eine reine Fleißarbeit“. Dabei haben er und der Auszubildende Reemt Beyer von ATX Artworx das Bild nicht nur für die Distanz entworfen. In akribischer Arbeit haben die Augen des Chamäleons kleine Pigmentflecken bekommen, um sie lebendig wirken zu lassen.

Die Wandmalerei soll noch mehr Besucher anlocken und zeigen, dass im Viertel das Leben pulsiert, hofft der Vorstand der Interessengemeinschaft. „Das ganze Flair bietet für jeden was, und man kann noch viel Spannendes entdecken“, sagt die Viertelmanagerin Anne-Catherine Caesar.

Weitere Informationen zum Viertelverein oder zu ATX Artworx gibt es im Internet unter www.dasviertel.de beziehungsweise www.atx-artworx.de.

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Nichts für unsensible Naturen

Chamäleons sind Reptilien und gehören zur Familie der Leguanartigen. Weltweit sind etwa 190 Arten bekannt, aufgeteilt in zwei Unterfamilien, die der Echten Chamäleons und die der Stummelschwanzchamäleons. Sensibilität und großes Fachwissen erfordert der Umgang mit den artengeschützen Tieren, wie auf der Website www.tierwelt-bremen.de zu erfahren ist: „Die Tiere lassen sich Schwäche oder Krankheit lange nicht anmerken – in der Natur ist dieses Verhalten überlebenswichtig.“ Wer ein Jemenchamäleon halten will, braucht einen Herkunftsnachweis, muss die Behörde informieren und deutsche Tierschutzbestimmungen einhalten. (mf)

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