Gastronomen, Designerin und Einrichtungsfachfrau eröffnen neue Läden

Neustädter Geschäftswelt noch bunter

Neustadt. „Die Neustadt ist im Kommen“– diesen Satz sagen nicht nur Wohnungssuchende immer häufiger, sondern auch Geschäftsleute, die gezielt ihre eigene Idee im innenstadtnahen Stadtteil links der Weser umsetzen wollen. Wir haben vier neue Anlaufpunkte angesteuert, die das Neustädter Geschäftsleben noch bunter machen.
31.03.2016, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Karin Mörtel

„Die Neustadt ist im Kommen“ – diesen Satz sagen nicht nur Wohnungssuchende immer häufiger, sondern auch Geschäftsleute, die gezielt ihre eigene Idee im innenstadtnahen Stadtteil links der Weser umsetzen wollen. Wir haben vier neue Anlaufpunkte angesteuert, die das Neustädter Geschäftsleben noch bunter machen.

Bunt ist übrigens ein passendes Stichwort, wenn man die „Traumstickerei Bremen“ von Farina Rechermann an der Kornstraße 47 betritt. Gepunktete, gestreifte, karierte und geblümte Stoffe in allen erdenklichen Farben liegen dort eng in einem Regal gestapelt und warten darauf, zu einem Unikat verarbeitet zu werden. Individuelle Schultüten kommen am Ende dabei heraus, aber auch bestickte Kissen, Babysachen, einzigartige Buchumschläge, Decken und viele weitere Geschenkideen. Häufig sind darauf Monogramme, Namen oder weitere Schriftzüge zu finden.

Speziell für die anstehende Hochzeitssaison sind in Vitrinen auch Satin-Ringkissen, selbst bezogene Gästebücher, Kopfschmuck für die Braut sowie weiteres Zubehör fürs Heiraten ausgestellt. Die Existenzgründerin ist nach einem schwierigen Start an den Wallanlagen froh über ihren neuen Laden in der Neustadt. „Ein Kunde meinte, mit meiner innovativen Idee gehöre ich in die Neustadt“, sagt sie. „ Und ich fühle mich hier tatsächlich endlich angekommen und pudelwohl.“

Zu ihr kommen häufig auch Kunden mit ganz speziellen Vorstellungen: Eine Oma bestellt eine selbst erdachte Wickelauflage oder Kollegen wollen einem angehenden Rentner ein lustig besticktes Handtuch schenken, auf dem in verschiedenen Sprachen „Das ist meine Liege“ zu lesen ist. „Ich versuche, alle Wünsche umzusetzen, und die Kunden gehen mit schönen Einzelstücken nach Hause“, umschreibt sie ihre Geschäftsidee. Geöffnet hat die „Traumstickerei“ an der Kornstraße 47 dienstags bis sonnabends von 10 bis 13 Uhr und mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr. Näheres unter www.traumstickerei-bremen.de.

Ebenfalls an der Kornstraße ist der Laden „Filigrahn“ von Heidi Klecker zu finden. Dort kümmert sich die Einrichtungsberaterin um alle Fragen zur Wohngestaltung. „Ich bin bereits seit über sieben Jahren hier präsent, aber nun ist es mein Geschäft“, sagt Klecker. Zuvor stand an der Fassade noch der Name eines Malereibetriebes, der im Sommer 2015 ausgezogen ist. In fünf Räumen präsentiert sie unterschiedliche Einrichtungsbeispiele – vom repräsentativen Essbereich bis hin zu einem gemütlichen Wohnzimmer. Besonders Liebhaber des gehobenen Landhausstils werden bei „Filigrahn“ fündig, aber auch „Shabby Chic“ und „Vintage“-Optik hat Heidi Klecker im Angebot. „Ich kann auch weitere Stilrichtungen wie beispielsweise klassische Möbel besorgen, das kommt ganz auf den Kundenwunsch an“, versichert sie und verweist auf ihre individuelle Beratung und ihren hohen Qualitätsanspruch.

Aus einer Hand

Direkt beim Kunden schlägt sie die passende Einrichtung vor und bietet in Zusammenarbeit mit einem Maler, einem Dekorateur und einem Polsterer die Umsetzung der Wünsche aus einer Hand an. Vorhänge, Wandgestaltungsbeispiele, passende Lampen und Kronleuchter sind daher ebenfalls im Laden zu sehen.

Wer an hochwertigen Einzelstücken und Wohnaccessoires interessiert ist, wird ebenfalls fündig. „Meine Kundschaft kommt aus Bremen und dem südlichen Umland, aber vielen fällt es leider noch schwer, den Schritt über die Weser zu wagen“, sagt Klecker. Das „Filigrahn“ liegt an der Kornstraße 133. Es hat Dienstag, Mittwoch und Freitag von 11 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter www.filigrahn.de.

Für Max Maurer und Christoph Lottes war es keine Frage: Es sollte unbedingt die vordere Neustadt sein, in der sie ihre eigene Kneipe „Charlotte Gainsbourg“ eröffnen wollten. An der Friedrich-Ebert-Straße haben sie die idealen Räume gefunden. Eine ungewöhnliche Fassade aus alten Holztüren, -schubladen und nicht näher erkennbaren Bauteilen umrahmt den Eingang des mit 70er-Jahre-Sofas ausgestatteten Lokals. „Wir haben uns hier einen klassischen Jugendtraum erfüllt und wollten eine kleine gemütliche Kneipe aufmachen, in der wir selber gerne Stammgäste wären“, erklärt Maurer, der auch Veranstalter des Open-Air-Festivals „Breminale“ ist. Für ihn ist die nach einer verruchten französischen Schauspielerin benannte Bar gleichzeitig seine erste. Sein Geschäftspartner Lottes betreibt zusätzlich das „Fehrfeld“ im Viertel.

Seit Mitte November setzen die beiden Freunde auf Genuss und bieten ihren Gästen ausgesuchte Rot- und Weißweine, Kraft-Biere und Spirituosen an. „Die Leute sollen bei uns die Möglichkeit bekommen, etwas Neues zu entdecken und auszuprobieren anstatt immer die bekannten Marken zu trinken“, erklärt Maurer das Konzept. Ein ungewöhnliches Sitzpodest lädt zudem zum vertrauten Klönen oder Turteln ein.

Und damit das persönliche Gespräch auch nicht zu kurz kommt, haben die beiden Kneipenwirte den „Handy-Urlaub“ nach Bremen geholt: „Auf Wunsch sperren wir für unsere Gäste das Smartphone in unseren Tresor“, verrät Maurer. Wer sich traut, bekommt einen Schnaps aufs Haus. „Charlotte“ hat an der Friedrich-Ebert-Straße 33 mittwochs bis sonnabends ab 19 Uhr geöffnet und ist auf Facebook unter „Charlottebremenbar“ zu finden.

Kulinarische Genüsse ganz anderer Art bietet Daniela Lo Russo seit Anfang Februar an der Kornstraße an: Als Ableger der alteingesessenen Neustädter Pizzeria „Casetta“ hat sie an der Ecke zur Meyerstraße ein gleichnamiges Café eröffnet. Außer Kaltgetränken, Cocktails und original italienischem Kaffee sind dort kleine Speisen zu finden, auf die kein Italien-Urlauber verzichten möchte: Panini, Bruschetta und Focaccia, aber auch Kuchen und selbst gemachtes Tiramisu. „Wir wollen ab Mitte April auch Eis und Panna Cotta anbieten“, kündigt Lo Russo an, die das Café gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Eddy Göcüm führt. „Ich finde die Lage sehr schön und freue mich, bei wärmeren Temperaturen auch die Tische auf der Terrasse aufbauen zu können.“ Als Besonderheit bietet das kleine Bistro freitags und sonnabends eine Cocktail-Happy-Hour von 19 bis 21 Uhr. Das „Casetta“ an der Kornstraße 54 ist montags bis donnerstags von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Freitags und sonnabends schließt es um 22 Uhr, sonntags um 20 Uhr.

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