Präventionspuppenbühne der Polizei informiert die Kinder der Schule Parsevalstraße mit neuem Stück

Nicht ablenken lassen!

Im neuen Werk der mobilen Präventionspuppenbühne der Polizei Bremen mit dem Titel„Durchgeblickt und Abgelenkt“ geht es um den Pinguin Eddy, der in die Stadt geht, um sich eine Brille zu besorgen. Dabei trifft Eddy auf viele Gefahren im Straßenverkehr, vor allem beim Überqueren der Straße. Die Präventionspuppenbühne vermittelt den ersten und zweiten Klassen der Grundschule Parsevalstraße spielerisch die Grundlagen des richtigen Verhaltens.
07.12.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ina Schulze
Nicht ablenken lassen!

Polizistin Claudia Winkler und Knax der Rabe begrüßen die Kinder der Grundschule Parsevalstraße und singen mit ihnen Verkehrslieder. Pinguin Eddy, Puppe Timo oder auch Ratte Theodora sorgen später für viel Gelächter.

Petra Stubbe

Im neuen Werk der mobilen Präventionspuppenbühne der Polizei Bremen mit dem Titel„Durchgeblickt und Abgelenkt“ geht es um den Pinguin Eddy, der in die Stadt geht, um sich eine Brille zu besorgen. Dabei trifft Eddy auf viele Gefahren im Straßenverkehr, vor allem beim Überqueren der Straße. Die Präventionspuppenbühne vermittelt den ersten und zweiten Klassen der Grundschule Parsevalstraße spielerisch die Grundlagen des richtigen Verhaltens.

„Will ich über die Straße gehen, bleib ich erst am Haltstein stehen“, singen die siebenjährigen Amina, Melika, Jale und Bella fröhlich und gekonnt. Diesen wichtigen Leitspruch zum Überqueren der Straße haben die Zweitklässlerinnen bei einer Aufführung der Präventionspuppenbühne der Bremer Polizei gelernt, die am Dienstag in der Grundschule Parsevalstraße zu Gast war. In dem neuen Stück „Durchgeblickt und Abgelenkt“ vermitteln die Polizisten und Ehrenamtlichen Informationen zum Fahrbahnüberqueren, vorausschauendes Sehen oder Ablenkung durch Kopfhörer.

„Der Pinguin war lustig, weil er keine Fische fangen konnte“, sagt die siebenjährige Bella. Ein Grund dafür ist seine schlechte Sehfähigkeit. Mutig begibt sich der kleine Pinguin Eddy also in die große unbekannte Stadt, um sich dort so ein Gestell für den Schnabel zu besorgen. Doch dies scheint gar nicht so einfach zu sein, bei all den Gefahren, die eine Großstadt so birgt, besonders beim Überqueren der Straßen. „Oh Gott, was war denn das?“, ruft Eddy erschrocken, als ein schnelles Auto vorbeirast. Zum Glück eilt ihm die Puppe Timo zu Hilfe. Der Achtjährige hat genauso wie die Grundschüler der Parsevalstraße vom Kontaktpolizisten Bernd Neske gelernt, wie man sicher die Straße überquert. Immer erst nach links, dann nach rechts und zur Sicherheit noch mal nach links schauen, lautet die Devise, bevor man gerade und zügig die Straßenseite wechseln kann. „Aber nicht rennen“, ermahnt Timo den Pinguin, „denn wenn du fällst, ist das gefährlich.“ „Die Brille hat geholfen über die Straße zu gehen“, sagt Bella.

Gutes Sehen ist wichtig

Das Thema Brille ist laut der zuständigen Lehrerin Antje Heidelk nicht nur im Straßenverkehr interessant, sondern auch für den Schulalltag. Sie habe es schon erlebt, dass Kinder, die eine Brille bekommen, plötzlich besser lesen und schreiben können. Die Aufführung der Präventionspuppenbühne empfindet Antje Heidelk als eine gute Vermittlungsmethode, die auch gut in das Konzept der Schule passt. Denn zur Einschulung laufen die Kinder gemeinsam durch den Stadtteil und schauen, wo die Klassenkameraden wohnen. Außerdem animiert die Schule die Eltern, ihre Kinder mindestens von den Schulexpress- Haltepunkten aus laufen zu lassen. „Bewegung ist wichtig, um wach zu werden und sich besser konzentrieren zu können“, sagt Antje Heidelk. Auch daher sei es wichtig, die sichere Querung ständig auf verschiedenen Ebenen zu wiederholen. „Das Stück macht Spaß. Es ist eine andere Art, etwas Wichtiges zu transportieren. Was die Kinder mit Freude aufnehmen, setzen sie auch besser um“, betont Antje Heidelk.

Ein weiteres Thema des Bühnenstücks „Durchgeblickt und Abgelenkt“ ist der Gebrauch von Kopfhörern im Straßenverkehr. „Paul hat ganz laut Musik gehört. Er war abgelenkt und konnte das Auto nicht hören“, sagt die siebenjährige Amina. Damit keine Unfälle passieren, ist es laut Alfred Faust vom Präventionszentrum im Straßenverkehr wichtig, mit allen Sinnen den Durchblick zu bewahren und sich nicht ablenken zu lassen.

In Bremen sind die fünf- bis zehnjährigen Kinder im Straßenverkehr besonders gefährdet. Der deutlich überwiegende Teil der Kinder verunglückt dabei in der Nähe der Wohnung. Und zwar beim Spielen.

Schulwegunfälle waren dagegen weniger zu verzeichnen. Alfred Faust ist überzeugt davon, dass die Auftritte und Botschaften der Präventionspuppenbühne noch mehrere Jahre nachwirken. Das belegen auch die Zahlen. Seit Beginn der Puppenbühne sind die Verkehrsunfälle mit verunglückten Kindern im Alter zwischen fünf und zehn Jahren wieder rückläufig. „Kinder leben in einer eigenen Welt und sind oft abgelenkt. Sie nehmen die Straße mehr als Spielraum wahr. Wir wollen die Gefahr verdeutlichen, sie aber nicht abschrecken, sondern Grenzen aufzeigen“, sagt Alfred Faust. Darüber hinaus sind Erwachsene oft ein schlechtes Beispiel. „Selbst wenn Erwachsene rübergehen, wir bleiben stehen“, singen die Kinder gemeinsam mit Polizistin Claudia Winkler im Chor. Selbst wenn die Ampel grün wird, soll man erst einmal schauen, ob auch wirklich alle Autos halten, rät die Puppe Timo dem Pinguin und somit auch den Kindern.

Während der Aufführung wurden die Kinder zum Mitmachen und Mitdenken animiert. Dabei sorgte vor allem die freche Ratte Theodora mit ihrem immer wieder aufblitzenden Schwanz für viel Gelächter. Theodora klaute nicht nur ständig Käse und wollte auch auf Zuruf der Kinder nichts abgeben, sondern stibitzte auch die neue Brille von Eddy. Da musste erst einmal die Polizei einschreiten, um für Recht und Ordnung zu sorgen.

Mehr zur Polizeipuppenbühne gibt es unter www.polizei.bremen.de in der Rubrik „Verkehr“ und bei Alfred Faust, Telefon 362 14894.

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