Kiwanis Clubs feiern Jubiläum / Suche nach neuen Mitgliedern „Nicht nur den Scheck zücken“

Bremen. „Wir handeln gerne, wir finden Freude daran“: So lautet die Übersetzung des indianischen Wortes Kiwanis. Ein Wort, das weltweit 9000 Clubs in 70 Ländern ihren Namen gibt.
23.01.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karina Skwirblies

„Wir handeln gerne, wir finden Freude daran“: So lautet die Übersetzung des indianischen Wortes Kiwanis. Ein Wort, das weltweit 9000 Clubs in 70 Ländern ihren Namen gibt. So auch in Bremen, wo vier Kiwanis Clubs beheimatet sind. Am Mittwoch feierten die Mitglieder das 100-jährige Bestehen der Organisation. Der erste Kiwanis Club wurde am 21. Januar 1915 in den USA in Detroit gegründet. In Bremen engagieren sich seit 1967 Menschen für die gute Sache. Die Bremer Clubs haben seit ihrem Bestehen über 620 000 Euro für gemeinnützige Zwecke gesammelt.

Zur Feier im Atlantis Kino und im Club zu Bremen kamen an die 100 Clubmitglieder, Angehörige und Freunde. Der Distrikt-Sekretär von Deutschland, Jörg Liedtke, sprach ein Grußwort, und der amtierende Kiwanis Welt-Präsident John Button schickte sein Grußwort via Leinwand in alle Welt. Die Unterstützung von Kindern ist das zentrale Anliegen der Kiwanis-Club-Mitglieder. Anlässlich des 100. Geburtstages haben sich die Clubs zum Ziel gesetzt, mit dem Projekt „Eleminate“ bedürftigen Müttern und Kindern eine Tetanusimpfung zu ermöglichen. Dafür haben die Kiwanis-Mitglieder in Bremen bereits auf dem Hanseatenhof Spenden gesammelt.

Jochen Nagell gehört bereits seit 28 Jahren dem Kiwanis Club Bremen an, der älteste Club in der Hansestadt. Wie im später gegründeten Club Hanse sind hier nur Männer zugelassen. Der Kiwanis Club Atlantica besteht ausschließlich aus Frauen, der Kiwanis Club Bremen Ginkgo ist ein gemischter Club. „Wir haben außerdem einen Club für den Nachwuchs“, sagt Nagell. „Das ist der Key-Club, der zu Atlantica gehört. Insgesamt sind wir in Bremen 93 Mitglieder.“

Die Mitglieder engagieren sich aber nicht nur finanziell. „Man muss sich auch als Mensch einsetzen und nicht nur das Scheckbuch zücken“, sagt Nagell. „So haben wir im ’Behüteten Dorf’ bei Worpswede Unkraut gejätet, Holz gesägt und eine Scheune gebaut.“ Sein Club ist in einer Kindertagesstätte in der Lüssumer Heide aktiv. „Dort entstehen in einer Werkstatt unter unserer Anleitung Vogelhäuser.“ Die Lüssumer Heide sei ein Brennpunkt-Stadtteil mit einem hohen Ausländeranteil. „Wir machen in der Kindertagesstätte alles, was man mit Holz machen kann“, erklärt Nagell.

Bei vier Benefizkonzerten haben die Bremer Kiwanis Clubs in den vergangenen Jahren rund 25 000 Euro für gute Zwecke gesammelt. Von dem Erlös wurden unter anderem Musikinstrumente für Schulen angeschafft. Dafür kooperierten die Clubs mit der Bremer Schuloffensive.

Nagell ist durch einen Segelkameraden zum Kiwanis Club Bremen gekommen. „Man wird nur durch die Empfehlung eines Club-Mitglieds aufgenommen“, schildert er den Aufnahmemodus. Das Motiv für die Teilnahme sei oft nicht nur das soziale Engagement. „Wir haben interessante Vorträge, eine gute Gemeinschaft und Kontakte in die ganze Welt.“

Trotzdem litten die Bremer Clubs an Nachwuchssorgen. Nagell: „Der Altersdurchschnitt liegt ungefähr bei 60 Jahren.“ Dabei ginge es im Club durchaus nicht förmlich zu. „Wir haben keine strengen Rituale wie die Logen, sondern eine lockere Atmosphäre.“ Früher sei es wohl etwas steifer zugegangen, die Mitglieder hätten sich gegenseitig sogar gesiezt. Doch dies habe sich im Lauf der Zeit geändert.

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