Richtfest am Landmark Tower in der Überseestadt Noch ein Leuchtturm im alten Hafen

Bremen. Die Serie hält. Immer, wenn Justus Grosse in der Überseestadt einen Grundstein legt, Richtfest feiert oder etwas einweiht, scheint die Sonne, und so war es auch am Mittwoch wieder, als dem 67 Meter hohen Landmark Tower die Richtkrone aufgesetzt wurde.
17.06.2010, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Noch ein Leuchtturm im alten Hafen
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Die Serie hält. Immer, wenn Justus Grosse in der Überseestadt einen Grundstein legt, Richtfest feiert oder etwas einweiht, scheint die Sonne, und so war es auch am Mittwoch wieder, als dem 67 Meter hohen Landmark Tower die Richtkrone aufgesetzt wurde. Das Hochhaus mit seinen 53 Mietwohnungen markiert im Westen der alten Hafenquartiere das Ende der bisherigen Bebauung. Neben dem Weser Tower im Osten ist es der weithin sichtbare Fingerzeig, welchen Boom die Überseestadt seit zehn Jahren erlebt.

Im 20. Stockwerk und noch einmal höher, auf dem Dach, wo es kein Gerüst mehr gibt: Ein Blick ist das - wow! Er reicht bis zu den Werfthallen von Lürssen in Vegesack, bis zum Weyerberg im Teufelsmoor, bis zu den Hochhäusern von Tenever und der Silhouette von Delmenhorst. Atemberaubend klar ist die Sicht an diesem Tag, und wenn der Immobilienentwickler Justus Grosse noch ein Argument benötigt hätte, warum der Landmark Tower eine Top-Adresse ist - bitte sehr!

Den Weser Tower sieht man natürlich auch, er ist mit seinen 82 Metern zwar deutlich höher als das zweite neu erbaute Hochhaus in der Überseestadt, schrumpft aber aus dieser Warte, weil er so weit entfernt liegt. 'Das ist kein Wettkampf der höchsten Gebäude', schaltet sich Grosse-Gesellschafter Clemens Paul eilig ein. Keine Konkurrenz, mitnichten! Und später, als der Richtkranz hochgezogen wird, stehen sie tatsächlich friedlich beieinander: die Grosse-Leute und die Manager der Firma Siedentopf, die den Weser Tower gebaut hat.

Höhepunkte und Anhaltspunkte

Clemens Paul spricht von einer 'städtebaulichen Achse', die durch den Bau der beiden Hochhäuser geschaffen worden sei: 'Höhepunkte und Anhaltspunkte der Überseestadt.' Das eine ein Bürohaus, zur Miete vergeben an die Oldenburger EWE, die dort im Herbst mit ihren Technologietöchtern einzieht und 800 Arbeitsplätze mitbringt. Das andere ein Wohnhaus, im Erdgeschoss ergänzt durch ein italienisches Restaurant.

30 der 53 Wohnungen im Landmark-Tower sind bereits vermietet. Darunter die beiden Suiten ganz oben auf Deck 20, wie Justus Grosse seine Stockwerke nennt. Sie sind bis zu 160 Quadratmeter groß - Spitze im Turm, Spitze in der Größe, Spitze sicherlich aber auch im Preis. 'Wir nehmen neun bis zwölf Euro pro Quadratmeter, für einen Neubau mit dieser Lage ist das eine ganz normale Miete', sagt Paul. Es gibt im Tower die Suiten, betont er, es gibt dort aber auch Wohnungen, die nur 60 Quadratmeter haben. 'Wir wollten ein breites Angebot machen.'

Der Landmark Tower ist Teil eines neuen Wohn- und Büroquartiers, es heißt 'WeserUfer' und umfasst zwölf Gebäude. Justus Grosse investiert an dieser Stelle am Eingang zum Europahafen nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Euro. 27 Millionen davon entfallen auf das Hochhaus, mit dem vor 13 Monaten begonnen wurde und das, so kündigt es Grosse an, genau nach Plan am 10. Oktober offiziell eröffnet wird.

Joachim Linnemann, neben Clemens Paul der zweite Gesellschafter von Justus Grosse, wählt in seiner Ansprache zum Richtfest das Wort 'historisch'. Ein paar Tage zuvor sind nebenan in einem der Flusshäuser nämlich die ersten Bewohner eingezogen. Historisch deshalb, weil es zuvor kein Wohnen gab in den alten Hafenquartieren. Und weil jahrelang heftig darüber gestritten wurde, ob Wohnen dort überhaupt sein darf. Die alten Hafennutzer waren in Sorge, dass sie irgendwann vertrieben werden könnten, weil sie mit ihren Betrieben Staub, Lärm und Gestank verursachen. Nach langen Verhandlungen, in denen, so Linnemann, beide Seiten nachgegeben haben, kam es schließlich zur Einigung. Dass Wohnen nun möglich ist, nur ein paar Meter vom Wasser entfernt und nicht weit von der Innenstadt - der Grosse-Chef nennt das einen 'Quantensprung für die Entwicklung der Überseestadt und für die Bremer Stadtentwicklung insgesamt'.

Für Justus Grosse ist 'WeserUfer' nach eigener Darstellung das bisher größte Projekt in der Unternehmensgeschichte, ein Wagnis auch, denn niemand konnte wissen, wie der Konflikt mit der Hafenwirtschaft ausgeht und ob die Idee wirklich trägt, in der Überseestadt Wohnen zu etablieren. Alles zusammengerechnet entstehen auf dem Areal an der Konsul-Smidt-Straße 126 Wohnungen, von denen laut Grosse zwei Drittel bereits vermietet oder verkauft werden konnten. Hinzu kommen rund 15000 Quadratmeter Bürofläche.

Sollten sich diese Büros genauso gut vermarkten lassen wie die Grosse-Immobilien am Kopfende des Europahafen, wäre der Erfolg komplett. Clemens Paul: 'Wir haben früh an den Standort geglaubt und sind bestätigt worden.'

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