Nach Kabelbrand

Notaufnahme im Klinikum Bremen-Mitte wieder in Betrieb

Im Klinikum Mitte ist am Dienstag ein Feuer ausgebrochen und sorgte für stillgelegte OP-Säle und eine geschlossene Notaufnahme. Mittlerweile werden Notfälle jedoch wieder aufgenommen.
06.02.2018, 15:10
Lesedauer: 4 Min
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Von Timo Thalmann Sabine Doll
Notaufnahme im Klinikum Bremen-Mitte wieder in Betrieb

Feuerwehrkräfte vor dem Klinikum Bremen-Mitte: Mit dem gelben Schlauch wird der Rauch aus dem Keller gesaugt.

Karsten Klama

Nur auf den ersten Blick wirkte die Szenerie übertrieben. Rund 35 Feuerwehrfahrzeuge, zahlreiche Kranken- und Rettungswagen und über 130 Einsatzkräfte bevölkerten am späten Dienstagnachmittag die komplett abgesperrte Sankt-Jürgen-Straße, obwohl weder Feuer noch Rauch zu entdecken waren. Doch zwei Stunden früher sah das anders aus. "Als wir eintrafen, gab es eine starke Rauchentwicklung", berichtete einer der Feuerwehrleute. Ein sich ausbreitender Großbrand im Klinikum Mitte war zu diesem frühen Zeitpunkt nicht auszuschließen.

Tatsächlich gab es einen Brand im Kriechkeller des Hauses 2. In dem Altbau sind die Kliniken für Chirurgie und Innere Medizin untergebracht. Die Notaufnahme der Kliniken sowie der Haupteingang mit der zentralen Patientenaufnahme grenzen unmittelbar daran an. Ausgelöst wurde das Feuer gegen 14 Uhr durch Bauarbeiten.

Anfangs hieß es, ein Bagger habe eine Stromleitung durchtrennt. Später wurde präzisiert, die Leitung sei durch eine Vortriebsmaschine beschädigt worden, mit der eine Rohrleitung für den dahinterliegenden Klinikneubau unter die Gebäude durchgebohrt wird. Die ungeplante Kappung der Starkstromleitung hat vermutlich einen Kurzschluss in dem Kriechkeller ausgelöst. Allerdings blieb es offenbar bei einem nur langsam voranschreitenden Schwel- und Kabelbrand mit viel Rauch.

Rund zwei Stunden dauerte es, bevor die Feuerwehr überhaupt zu dem Brandherd im Keller vordringen und mit ihren Löscharbeiten beginnen konnte. Zwar hätten Atemschutzmasken den Zugang möglich gemacht, aber bei der Rauchentwicklung konnten die Einsatzkräfte kaum etwas sehen. Da die Möglichkeit bestand, dass in dem Keller beschädigte, aber noch stromführende Kabel offen liegen, musste zunächst die Energieversorgung sicher unterbrochen werden, um keine unnötigen Risiken für die Helfer einzugehen.

Notfallaufnahme konnte um 19.30 Uhr wieder Betrieb aufnehmen

Das Problem: Damit wären auch die in den oberen Stockwerken liegenden Operationssäle sowie die Notaufnahme sofort ohne Strom gewesen. "Laufende Operationen wurden daher in Abstimmung mit der Feuerwehr ausgeleitet, das heißt, in Ruhe zu Ende gebracht", sagte Rolf Dembinski, Direktor der Klinik für Intensiv- und Notfallmedizin, das weitere Prozedere. "Diese Patienten werden ganz regulär aus der Narkose erwachen und sich wundern, was um sie herum geschehen ist", sagte der Mediziner.

Die Notfallaufnahme wurde bereits unmittelbar nach dem Feueralarm geschlossen und Rettungswagen zu anderen Kliniken in Bremen umgeleitet. Bis der Strom schließlich abgestellt werden konnte, hat die Feuerwehr den Rauch durch Schläuche abgeleitet. Der eigentliche Brand war danach vergleichsweise schnell unter Kontrolle. Bereits gegen 17 Uhr gab die Feuerwehr Entwarnung.

Noch am Abend begutachteten die Haustechniker des Klinikums den entstandenen Schaden. Um 19.30 Uhr gaben sie grünes Licht, die Notaufnahme konnte den Betrieb wieder aufnehmen.

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Die durch die gekappte Energieversorgung stillgelegten OP-Säle sollen an diesem Mittwoch wieder bereit stehen. "Wir mussten sicherstellen, dass wir die Energieversorgung wieder hochfahren können, ohne erneut Kurzschlüsse und Kabelbrände zu verursachen", sagte Rolf Schlüter, Sprecher des Klinikverbundes Gesundheit Nord (Geno), zu dem das Klinikum Mitte gehört. Inzwischen wurden alle Gebäudeteile wieder mit Strom versorgt und der Betrieb konnte wieder aufgenommen werden.

Lediglich eine Station im Haus 2 wurde evakuiert und zehn Patienten in andere Teile des Klinikums verlegt. "Es bestand aber keine Gefahr für die Menschen, sondern es gab unangenehmen Brandgeruch in der Abteilung", betonte Schlüter. Bis zur Wiedereröffnung der Notaufnahme waren alle Feuerwehr-Leitstellen im niedersächsischen Umland informiert, dass sie Rettungswagen nicht zum Klinikum Mitte schicken können. In den Leitstellen kommen alle Notrufe über die 112 an.

Aufnahme des regulären Betriebs

Schlüter zeigte sich aber optimistisch, dass das Krankenhaus bereits an diesem Mittwoch wieder seinen regulären Betrieb aufnimmt. Bis dahin seien auch alle Feuerwehr-Leitstellen im niedersächsischen Umland informiert, dass sie Rettungswagen nicht zum Klinikum Mitteschicken können. In den Leitstellen der Feuerwehr kommen alle Notrufe über die 112 an.

Als sogenanntes Krankenhaus der Maximalversorgung fahren Rettungswagen mit Notfall-Patienten in der Regel das Klinikum Mitte an. „Das sind nicht nur Notfälle aus Bremen, sondern auch Patienten aus der Umgebung“, sagte ein Feuerwehr-Sprecher. In der Zentralen Notaufnahme des Klinikums werden im Jahr über 30.000 Patienten behandelt. "Darum ist eine auch nur kurzfristig gesperrte Notaufnahme dieser Größenordnung natürlich ein immenses logistisches Problem", sagte Schlüter.

Für Notfälle von bereits aufgenommenen Patienten innerhalb des Krankenhauses wurde ab dem späten Dienstagnachmittag zunächst eine interne Notfallstation an anderer Stelle der Klinik eingerichtet. Hätte sich die gesamte Situation dramatischer entwickelt, gab es auch fertig ausgearbeitete Evakuierungspläne für rund 100 Patienten der Klinik für Innere Medizin.

++ Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 7. Feburar, um 6.22 Uhr. ++

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