Verbraucherzentrale überprüft Fahrradabstell-Anlagen in Bremen

Note Vier für Bügel und Beleuchtung

Bremen. Wer darauf angewiesen ist, am Bahnhof sein Fahrrad abzustellen, findet unbefriedigende Bedingungen vor. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Verbraucherzentralen. 361 Anlagen sind getestet worden, 17 davon in Bremen und Umgebung - mit schlechten Ergebnissen.
22.09.2010, 09:56
Lesedauer: 2 Min
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Note Vier für Bügel und Beleuchtung
Von Iris Hetscher
Note Vier für Bügel und Beleuchtung

Immer wieder gern gesehen: Gespannfahrer beim Fischereihafenrennen.

Malekaitis

Bremen. Wer darauf angewiesen ist, am Bahnhof sein Fahrrad abzustellen, findet unbefriedigende Bedingungen vor. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Verbraucherzentralen. 361 Anlagen sind getestet worden, 17 davon in Bremen und Umgebung - mit durchgehend schlechten Ergebnissen.

Die Tester der Verbraucherzentralen untersuchten die Möglichkeit, das Fahrrad am Bahnhof sicher abzustellen, in Bremen und zwölf weiteren Bundesländern. Außerdem sind 865 Betroffene befragt worden. Bewertet wurden die Anlagen durchgehend mit der Note Vier.

Das gilt auch für die Anlagen in Bremen und Umgebung. 17 haben die Tester untersucht, in Bremen-Wulstorf konnten sich überhaupt keine Möglichkeit finden, Fahrräder anzuschließen. An 94 Prozent der restlichen Bahnhöfe kann man sein Fahhrad an einer Stange oder einem Bügel anschließen, der fest im Boden verankert ist (bundesweit: 82 Prozent). Keine verankerten Plätze gibt es in Bremen nur am Bahnhof Sebaldsbrück.

Überdacht sind 75 Prozent der Rad-Parkplätze (bundesweit: 56 Prozent), 13 Prozent sind ausreichend beleuchtet (bundesweit: 39 Prozent), 25 Prozent sind schlecht einsehbar (bundesweit: 27 Prozent). An jedem zweiten Bahnhof gibt es abschließbare Fahrradboxen (bundesweit: drei Prozent). Das Problem hierbei: Die meisten Boxen werden genutzt, Fahrradhalter müssen lange warten, ehe eine Box frei wird.

Komplett überdacht sind die Anlagen in Vegesack, am Hauptbahnhof, in Bremerhaven-Lehe und in Osterholz-Scharmbeck. Mit der Beleuchtung waren die Verbraucherschützer im Bremer Hauptbahnhof und in Bremerhaven-Lehe zufrieden.

Überfüllt ist die Hälfte der Abstellanlagen in und um Bremen und Bremerhaven, besonders negativ sind die Bahnhöfe in Bremen-Burg, Osterholz-Scharmbeck und Verden aufgefallen - die Verbraucherschützer halten sie für schmutzig und verwahrlost.

Die 865 befragten Nutzer geben den Anlagen durchweg die Schulnote Vier, wenn es um die Sicherheit geht: Viele hätten berichtet, sie stellten sowieso nur alte oder entbehrliche Fahrräder ab, weil ihr Rad schon einmal beschädigt oder gestohlen worden sei.

Der Bremer Hauptbahnhof ist laut Jörgen Birkhan von der Verbraucherzentrale Bremen nicht gezielt untersucht worden: "Da hat man sich vor allem auf kleinere Bahnhöfe konzentriert". Birkan ist allerdings überzeugt davon, dass der Hauptbahnhof "auch nicht besser abschneiden würde, wenn man ihn nach dem Kriterienkatalog untersuchen würde". Nicht zufrieden zeigte er sich auch mit den beiden Parkhäusern, die nicht sehr benutzerfreundlich seien.

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