Mehr als 200 neue Wohneinheiten

Oberneuland wächst: Wohnpark trägt zum Wandel bei

Im ehemaligen Büropark in Oberneuland werden über 200 Reihen- und Mehrfamilienhäuser gebaut. Hunderte neue Einwohner kommen somit dazu. "Die Aufgaben werden vielfältiger", sagt der Ortsamtsleiter.
19.12.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Oberneuland wächst: Wohnpark trägt zum Wandel bei

Für Tamina Kreyenhop und Jens Knudtsen sind Betreuung, Bildung und Integration wichtige Stichworte für die weitere Quartiersentwicklung.

Christina Kuhaupt

Im ehemaligen Büropark in Oberneuland werden über 200 Reihen- und Mehrfamilienhäuser gebaut. Hunderte neue Einwohner kommen somit dazu. "Die Aufgaben werden vielfältiger", sagt Ortsamtsleiter Jens Knudtsen.

Aus Sicht von Knudtsen spielt der Wohnpark Oberneuland in der Entwicklung eine große Rolle. „Verglichen mit Strom oder Blockland kann man sagen, dass ein halber Ortsteil dazukommt“, rechnet der Ortsamtsleiter vor. Über 200 Wohneinheiten sollen im ehemaligen Büropark in den Reihen- und Mehrfamilienhäusern entstehen. Ein Großteil der neuen Bewohner sind junge Familien mit ein bis zwei Kindern.

Wohnpark Oberneuland: Die Rohbauten stehen schon

Fast 14 000 Menschen leben schon jetzt in dem Stadtteil, der seine grüne Dorfstruktur bislang bewahren konnte. Und auch ein Teil der Geflüchteten, die derzeit noch in der Zeltunterkunft im Wohnpark leben, könnte im Stadtteil bleiben. „Wir kriegen das mit der Integration wunderbar hin“, versichert Knudtsen.

Was ihm und dem Beirat allerdings Sorgen macht, ist die Zeltunterbringung, weil die Menschen dort in großer Zahl auf engem Raum leben müssen. Einfacher sei es mit der Eingliederung ins Quartier, wenn sie in Wohnungen lebten. „Wir wollen die Menschen nicht weghaben, sondern integrieren. Man muss sie verteilen, damit das gelingt“, sagt Knudtsen. Es gebe überhaupt keine Kriminalität im Umfeld der Zelte, „aber diffuse Ängste bei Bürgern“, sagt der Ortsamtsleiter. Beim Verkauf der Häuser beobachte man deshalb „ein zögerliches Verhalten bei Interessenten“.

Kita für 100 bis 120 Kinder geplant

Ob sich die neuen Nachbarn aus den Reihenhäusern im Wohnpark nach ihrem Einzug wirklich Oberneuland zugehörig fühlen oder eher der Vahr, hängt nach Ansicht von Knudtsen und Beiratssprecherin Tamina Kreyenhop (CDU) auch von den Rahmenbedingungen ab, die die Stadt schafft. Eine wichtige Rolle, da sind sich beide sicher, spielt das Angebot an Kindertagesstätten, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten.

„Wir machen uns über Betreuung und Bildung viele Gedanken“, versichert Kreyenhop. Ihrer Ansicht nach ist es unverzichtbar, die Grundschule Oberneuland zur Ganztagsschule zu machen und auf vier Züge aufzustocken. „Den Antrag hat der Beirat schon vor zehn Jahren gestellt“, sagt Kreyenhop. Dann könnten vielleicht auch die Kinder aus dem Wohnpark in Oberneuland zur Schule gehen. Bislang sei geplant, sie den Grundschulen in der Paul-Singer-Straße (Vahr), an der Witzlebenstraße (Vahr) oder der Philipp-Reis-Straße (Horn-Lehe) zuzuordnen, so Knudtsen. Allerdings könnten sich die Pläne der Behörden durch den Zuzug der vielen Flüchtlinge ändern. Auch sie brauchen Schulplätze in großer Zahl.

Was noch fehlt: „Es gibt keinen einzigen Hortplatz, nur private Initiativen bieten Mittagessen und Betreuung an“, klagt Kreyenhop. Dabei gebe es dort und im U3-Bereich großen Bedarf. „Die Frauen heute sind alle berufstätig, ein Ganztagsangebot ist deshalb dringend notwendig.“ Im Wohnpark könnte es besser werden: Eine Kindertagesstätte für 100 bis 120 Kinder soll direkt in dem Neubaugebiet entstehen. In den kommenden Tagen werde der Investor eine Planungsskizze vorlegen, über die sich Immobilien Bremen und die Bildungsbehörde dann verständigen müssen. „Hoffentlich klappt es. Wir wissen sonst nicht, wo wir die Kinder unterbringen sollen“, sagt die Beiratssprecherin.

Linie 31: Wohnpark soll Haltestelle bekommen

Um die Infrastruktur für die Neubürger zu verbessern, sei zudem verabredet, dass der Bus der Linie 31 eine Schleife durchs Neubaugebiet fahren soll, wo eine zusätzliche Haltestelle eingerichtet werde. „Das hat man uns im Verkehrskonzept zugesagt“, betont Kreyenhop.

„Wir wünschen uns, dass Familie May sich nach Oberneuland orientiert“, sagt der Ortsamtsleiter mit Blick auf die junge Familie in unserer Zeitungsserie, die der Ortsamtsleiter stellvertretend für die große Gruppe der neuen Nachbarn anspricht. Auf dem alten Sportplatz an der Mühlenfeldstraße soll nun tatsächlich ein Zentrum zur Nahversorgung auf den Weg gebracht werden. Lange gab es Debatten innerhalb der Bevölkerung über das Ob und Wie. Mit einer Zukunftswerkstatt haben Politik und Verwaltung versucht, verschiedene Wünsche und Bedürfnisse zu ermitteln und zu berücksichtigen. In der Ausschreibung für das Areal sei nun festgelegt, dass Investoren innerhalb von drei Jahren bauen müssten.

Wenn im Frühjahr die beiden Unterführungen die Querung der Bahngleise erleichtern, trägt auch das aus Sicht des Ortsamtsleiters zur besseren Anbindung des Wohnparks bei. „Die Wege werden dadurch kürzer. Der Stadtteil kann zusammenwachsen“, sagt er.

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