Pausenhof der Oberschule Rockwinkel Öffnung auf Probe

Oberneuland. Um dem Sportflächenmangel in Oberneuland ein Ende zu bereiten, setzt sich der Jugendbeirat vehement für eine Öffnung des Schulhofs der Oberschule Rockwinkel ein. Jetzt stimmte die Behörde einer solchen Öffnung zu – auf Probe.
17.07.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter

Um dem Sportflächenmangel in Oberneuland ein Ende zu bereiten, setzt sich der Jugendbeirat vehement für eine Öffnung des Schulhofs der Oberschule Rockwinkel für die Öffentlichkeit ein. Jetzt stimmte die Behörde einer solchen Öffnung zu – auf Probe.

Seit sich der Jugendbeirat Oberneuland im Herbst vergangenen Jahres gegründet hat, ist die Öffnung des Schulhofs der Oberschule Rockwinkel für die Öffentlichkeit das zentrale Thema des Gremiums. Mit Beharrlichkeit und unkonventionellen Aktionen haben die Jugendlichen seither ihre Idee verfolgt – und können jetzt einen ersten Erfolg verbuchen: Die Bildungsbehörde hat sich auf der jüngsten Sitzung des Jugendbeirats von einer probeweisen Öffnung des Schulhofs in den Sommerferien überzeugen lassen.

Optimale Bedingungen

Werktags kann das Außengelände der Oberschule bis 18 30 Uhr von Kindern und Jugendlichen genutzt werden – egal, ob sie hier zur Schule gehen oder anderswo. An den Wochenenden und in den Ferien blieb das Tor des Schulhofs bisher geschlossen. „Meine Freunde und ich weichen dann in der Regel in den Horner Park aus, wenn wir Fußball spielen wollen“, erzählt Kian Kashi, Mitglied im Jugendbeirat. Für jüngere Kinder sei das aber meist keine Option. „Dafür ist die Entfernung zu groß“, sagt der 19-Jährige.

Auch der frühere Sportplatz an der Mühlenfeldstraße, der immer wieder als Interims-Bolzplatz bis zum Verkauf des Areals im Gespräch war, ist nach Auffassung des Jugendbeirats wegen der fehlenden Perspektive keine Alternative zum Rockwinkeler Schulhof. Dieser biete optimale Bedingungen, deshalb bleibe er für den Jugendbeirat Thema Nummer eins, so Kashi weiter.

„Erfahrungen haben gezeigt, dass außerhalb des Schulbetriebs erheblicher Vandalismus vorgekommen ist“, erklärt Pressesprecherin Christina Selzer auf Nachfrage die Bedenken des Bildungsressorts. So zerstörten beispielsweise Skater Granitbänke und bepflanzte Flächen. Auch habe es häufiger zerstörte Scheiben und Schmierereien an Wänden gegeben, „sicherlich auch durch die Nutzung durch ortsfremde Jugendliche“. Am Schulgebäude mit seinen großen Glasflächen bestehe zudem ein erhebliches Zerstörungsrisiko, meint Selzer.

Auch der Jugendbeirat hatte sich im Vorfeld Gedanken zum Thema Vandalismus und Konflikte gemacht und plant, sich beim Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit (Vaja) und den Oberneulander Kontaktpolizisten nach Unterstützungsmöglichkeiten zu erkundigen, wie Jugendbeiratssprecher Dominik Hubricht dem Sozialausschuss auf dessen jüngster Sitzung mitgeteilt hatte.

Die Erwartung der Bildungsbehörde geht noch einen Schritt weiter. „Eine Nutzung kann unseres Erachtens nur unter Aufsicht erfolgen“, so Selzer. Das bedeute, wenn der Hausmeister in den Ferien Dienst habe, wäre eine probeweise Öffnung möglich. „Hier können aber keine verbindlichen Zeitangaben gemacht werden. Das Verfahren muss sich vor Ort einspielen“, sagt sie.

Neben der Gefahr möglicher Sachbeschädigungen fürchtet man in der Behörde außerdem um den nachbarschaftlichen Frieden. „Eine grundsätzliche Ausweitung der Nutzung ist abhängig von der Zustimmung aller Nachbarn“, betont Selzer. Elementar wichtig sei selbstverständlich ein entsprechendes Verhalten der Nutzer. Ein Testbetrieb in den Ferien könnte erste Anhaltspunkte geben.

Lärmmindernde Maßnahmen

Ein in Eigenregie initiierte Haustür-Umfrage des Jugendbeirats hatte bereits im Mai ergeben, dass sich ein Großteil der Anwohner grundsätzlich mit einer Öffnung des Schulhofes einverstanden erklären würde. Auf seiner jüngsten Sitzung habe allerdings auch ein Nachbar vorgesprochen, der erhöhte Lärmbelästigung befürchtete, erzählt Kashi.

„Ich kann diese Bedenken verstehen“, sagt er – das Jugendgremium habe sich bereits intensiv mit dem Thema lärmmindernde Maßnahmen beschäftigt. Außerdem erwarte die Behörde von ihnen ein Konzept, das auch Lösungsansätze bezüglich Wartung und Schließung des Geländes vorsehe. An diesem Konzept arbeite man nun mit Hochdruck.

Begeistert zeigte sich Beiratssprecherin Tamina Kreyenhop (CDU) auf Nachfrage vom Einsatz des Jugendbeirats. „Das ist ein tolles Signal für künftige Mitglieder, dass sich mit Engagement viel bewegen lässt.“

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