Internationaler Wettbewerb

Öko-Rennwagen auf der Zielgeraden

Bremen. Spaß an rasanten Autorennen und Umweltbewusstsein sind vereinbar – das beweisen die Mitglieder des „Bremergy Racing“-Teams: Mit ihrem neuen Rennwagen „BreMo14“ setzen die Studierenden ganz auf Nachhaltigkeit und Elektromobilität.
06.06.2014, 18:00
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Von Myriam Apke
Öko-Rennwagen auf der Zielgeraden

Joshua Frischhut (links) präsentiert das neue Elektroauto „BreMo14“, das in den kommenden Wochen getestet wird.

Frank Thomas Koch

Bremen. Spaß an rasanten Autorennen und Umweltbewusstsein sind vereinbar – das beweisen die Mitglieder des „Bremergy Racing“-Teams: Mit ihrem neuen Rennwagen „BreMo14“ setzen die Studierenden ganz auf Nachhaltigkeit und Elektromobilität.

Das Team von „Bremergy Racing“ trägt grün, die Farbe der Hoffnung. Dabei haben die Studenten gar nicht den Wunsch, mit ihrem Elektroauto beim Konstruktionswettbewerb „Formula Student Germany“ zu gewinnen. „Für uns gilt das olympische Motto: dabei sein ist alles. Auf den Sieg hoffen wir nicht, denn die Konkurrenz ist riesig“, sagt Teammitglied Joshua Frischhut.

„BreMo14“ heißt das Fahrzeug, das die rund 60 Mitglieder des Vereins „Bremergy Racing“ innerhalb eines Jahres entwickelt, und gestern der Öffentlichkeit präsentiert haben. „Im Prinzip ist das Auto fahrtüchtig, es fehlt nur noch die Hinterabdeckung für Motor und Elektronik“, erklärt Frischhut bei der Vorführung. Allerdings fielen in den kommenden zwei Monaten noch zahlreiche Testfahrten und Sicherheitstests an, „damit der Wagen auch optimal fährt“.

Am 29. Juli ist es soweit: Dann treten die Studierenden der Universität, der Hochschule Bremen und der Hochschule für Künste mit ihrem Wagen gegen 115 internationale Teams in Hockenheim, Baden-Württemberg an. „Der Wettstreit ist in aller Welt sehr angesehen“, sagt Teamleiterin Kerstin Schleffler. „Für uns ist es eine große Motivation, dabei zu sein.“

Das Team aus Bachelor- und Masterstudenten in Bremen hatte sich 2011 gegründet. Im vergangenen Jahr starteten sie erstmals mit dem Rennwagen „BreMo13“ beim „Formula Student Electric Wettbewerb“ in Italien – und wurden prompt als bestes Newcomer-Team geehrt. Kerstin Scheffler: „Das hat uns angetrieben, den Nachfolger zu bauen, denn wir haben dadurch die Aufmerksamkeit vieler Sponsoren gewinnen können.“ Rund 60 Institutionen und Firmen unterstützen das Projekt, für das sich die Studenten alle ehrenamtlich engagieren. „Wir haben neben den Vorlesungen sicher 40 Stunden pro Woche an unserem Wagen gearbeitet. Aber es macht auch Spaß“, so Scheffler.

Bei der Konstruktion von „BreMo14“ wurde Wert gelegt auf Elektromobilität und Nachhaltigkeit. Viele Materialen sind umweltfreundlich, so wurde beispielsweise die Außenhaut aus regenerativem Cellulose-Gewebe gefertigt: „Wir benutzen Kohlenstofffasern, die sind leicht und stark. Bei der Außenhaut sind es etwa 80 Prozent Naturanteil“, sagt Teammitglied Jonas Werner. Ein Problem sei aber, dass natürliche Materialien das Gewicht des Fahrzeugs erhöhten. „Deswegen werden wir uns künftig anders orientieren, um konkurrenzfähig zu sein.“

Etwa 290 Kilogramm wiegt „BreMo14“ und kann bis zu 100 Stundenkilometer schnell werden. „Unsere Stärken sind gute Beschleunigung und Wendigkeit, nicht so sehr Geschwindigkeit insgesamt. Das wäre auch nicht sinnvoll, denn auf der Rennstrecke können wir durchschnittlich nur 60 Stundenkilometer fahren“, sagt Joshua Frischhut. Außerdem gebe es noch andere Disziplinen, wie Sicherheit und Kostenplanung. „Es geht nicht nur darum, ein Auto zu bauen, sondern eine gute Teamleistung in verschiedensten Bereichen zu erbringen.“ Wer das Auto fahren darf, wird sich noch bei internen Testrennen entscheiden.

Öffentlich zu sehen ist der Rennwagen am Freitag und Sonnabend, 13. und 14. Juni, beim Tag der Technik von 10 bis 18 Uhr am Flughafen Bremen.

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