Fußgänger rettete sich mit Sprung

Offenbar illegales Autorennen in Gröpelingen

In Bremen-Gröpelingen haben sich Unbekannte am Dienstagabend offenbar ein verbotenes Autorennen geliefert. Ein 36-jähriger Fußgänger konnte sich nur mit einem Sprung zur Seite retten.
10.07.2019, 09:50
Lesedauer: 2 Min
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Offenbar illegales Autorennen in Gröpelingen
Von Jan-Felix Jasch
Offenbar illegales Autorennen in Gröpelingen

In Gröpelingen kam es offenbar zu einem illegalen Autorennen.

Uwe Anspach

In Gröpelingen haben sich Unbekannte am Dienstagabend offenbar ein verbotenes Autorennen geliefert. Das teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Ein 36-jähriger Fußgänger konnte sich nur mit einem Sprung zur Seite vor den heranrasenden Fahrzeugen retten. Das Verkehrskommissariat ermittelt wegen eines verbotenen Autorennens.

Der Mann wollte gegen 23.20 Uhr gerade die Louis-Krages-Straße überqueren, als sich ihm in schnellem Tempo zwei dunkle Wagen, die aus Richtung Innenstadt kamen, näherten. Eines der Autos fuhr dabei halb auf der Gegenfahrbahn. Als einer der Beteiligten die Lichthupe betätigte, verstand der Fußgänger dies als Signal, die Straße zu überqueren. Die Fahrer bremsten jedoch anders als von dem Fußgänger erwartet nicht ab, woraufhin er zurück auf den Gehweg sprang, um sich vor einem Zusammenstoß zu retten. Die beiden Wagen rasten in Richtung Bremen-Nord davon. Der 36-Jährige musste mit diversen Schürfwunden ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden. Bei den Autos soll es sich möglicherweise um zwei dunkle BMW gehandelt haben. Hinweise zu den Fahrzeugen und den Fahrern nimmt die Verkehrsbereitschaft der Polizei unter der Telefonnummer 362 14 85 0 entgegen.

Illegale Autorennen hatte es zuletzt in Bremen immer wieder gegeben, unter anderem auf der Bürgermeister-Smidt-Straße, der Neuenlander Straße und auf der B 75 in Richtung Delmenhorst. Alleine in diesem Jahr wurden laut Angaben der Bremer Polizei neun Strafverfahren wegen der verbotenen Aktionen eingeleitet. Im Jahr 2018 hatte es sechs Strafverfahren gegeben, die zum Teil auch noch nicht abgeschlossen sind. Laut Polizeisprecher Nils Matthiesen können Teilnehmer illegaler Autorennen mit Freiheitsstrafen zwischen zwei und sechs Jahren bestraft werden.

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Um gegen die Raser vorzugehen, hat die Polizei eine neue Kontrollgruppe eingerichtet. Sie soll auch sogenannte Autoposer, die gerne den Motor ihres Wagens laut aufheulen lassen, ins Visier nehmen und grundsätzlich überall in der Stadt aggressives Verhalten im Verkehr ahnden. Die Spezialkräfte sind bis Ende September laut Matthiesen mehrmals pro Woche in zivilen Fahrzeugen unterwegs. Danach sollen ihre Ergebnisse ausgewertet werden.

Auch in Bremerhaven legt Harry Götze, Direktor der Ortspolizei, nun den Fokus auf das Thema "Verhalten im Straßenverkehr". "Verkehrsregeln werden beharrlich missachtet", heißt es in einer Mitteilung zum Start der "Strategie zur systematischen Überwachung des Straßenverkehrs". Diese umfasst laut Polizei Bremerhaven viele verschiedene Maßnahmen: von niedrigschwelligen Überwachungen bis hin zu großen und langfristig geplanten Sonderkontrollen. "Wir arbeiten sehr eng mit dem Bürger- und Ordnungsamt der Stadt zusammen. Wir werden die Missstände zwar nicht gleich morgen abgestellt haben, sind aber sicher, einen Veränderungsprozess herbeiführen zu können", sagt Götze. Auch Bürger können sich beteiligen, zum Beispiel Verkehrsbrennpunkte per E-Mail (ihrhinweis@polizei.bremerhaven.de) melden.

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