Ehrengast in Bremen Olaf Scholz bei Schaffermahlzeit: keine Aussage zur Causa Gabriel

Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz hat sich am Freitagmittag als Ehrengast der 474. Schaffermahlzeit ins Gästebuch der Stadt eingetragen. Scholz wollte sich nicht zum Personalstreit in der SPD äußern.
09.02.2018, 13:09
Lesedauer: 2 Min
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Von Hans-Ulrich Brandt

Die Globalisierung muss sozial gestaltet werden, wenn das Vertrauen der Bürger in die liberale Demokratie keinen Schaden nehmen soll. Diese Forderung hat Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) in den Mittelpunkt seiner Rede als Ehrengast der 474. Schaffermahlzeit gestellt. In der historischen Kulisse der Oberen Rathaushalle rief Scholz die Ideen der Hanse in Erinnerung, der "ersten funktionierenden Freihandelszone der Welt", in der Hamburg und Bremen gleichermaßen die Erfahrung gemacht hätten, dass "nichts so sehr den Wohlstand mehrt wie Kooperation und Frieden". Diese Einsicht zahle sich bis heute aus.

"Angesichts der Fragen, die die Globalisierung derzeit aufwirft, tun wir gut daran, an ihr festzuhalten", mahnte Scholz. Er nannte die beiden norddeutschen Schwesterstädte "Experten der Globalisierung", die faire Regeln brauche, um ihre Vorzüge entfalten zu können. Olaf Scholzappellierte an die zahlreichen Wirtschaftskapitäne unter seinen Zuhörern, ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Wer gesellschaftliche Stabilität wolle, müsse sicherstellen, dass die Arbeitnehmer an den Gewinnen aus technischem Fortschritt und Globalisierung teilhaben.

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Scholz, der als Anwärter auf das Amt des Bundesfinanzministers gilt, stimmte seine Zuhörer auf mögliche höhere Belastungen durch die europäische Integration ein. In einer Zeit, in der sich die globalen Kräfteverhältnisse verschieben, könne Deutschland "seine Interessen am besten in einem starken, demokratisch gefestigten und solidarischen Europa vertreten – auch wenn es sich dafür finanziell noch stärker engagieren muss", sagte Scholz.

Als Ehrengast verstand es Hamburgs Bürgermeister auch, den Bremer Schaffern zu schmeicheln. Olaf Scholz zählte eine ganze Reihe positiver Entwicklungen im kleinsten Bundesland auf, auf man stolz sein könne: etwa die Standortqualitäten in der Autoindustrie, in der Luft- und Raumfahrt und bei Logistik und Windenergie. Auch sei es bemerkenswert, dass Bremen im Bundesvergleich die meisten Absolventen in den sogenannten MINT-Fächern aufweise, also in Mathematik und den Naturwissenschaften. Bremen habe "als Wissenschafts- und Forschungsstandort einen guten Namen gemacht, den man international kennt". Olaf Scholz: "Wir freuen uns in Hamburg sehr, wenn wir sehen, wie gut sich unsere Schwester-Hansestadt Bremen auf vielen Gebieten entwickelt."

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