Osterholz beteiligt sich an europäischem Mobile-Age-Projekt / Mitstreiter zur Entwicklung eines Portals gesucht

Online und mobil im Alter

Osterholz. Mobile Online-Anwendungen, die für ältere Menschen maßgeschneidert sind – das steht hinter dem Projekt „Mobile-Age“ (mobil im Alter). Wer mitmachen möchte, ist für den heutigen Montag, 23.
23.05.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Silja Weisser

Mobile Online-Anwendungen, die für ältere Menschen maßgeschneidert sind – das steht hinter dem Projekt „Mobile-Age“ (mobil im Alter). Wer mitmachen möchte, ist für den heutigen Montag, 23. Mai, um 15 Uhr zu einem Informationstreffen im Sitzungssaal des Osterholzer Ortsamts eingeladen.

Das Internet ist schon lange kein unwegsamer Urwald mehr für Menschen im fortgeschrittenen Alter. Surfen, Skypen, Austausch via Facebook – Kenntnisse darüber eignen sich viele Frauen und Männer im Alter von 60 aufwärts an. Die Informationen für ihre Bedürfnisse suchen sie sich zusammen.

Doch wie sieht es mit einer ganz gezielten Informationsquelle für ältere Menschen aus? Einem Portal, das Wissenswertes speziell für Senioren bietet, für Aktivitäten und Serviceleistungen direkt vor ihrer Haustür? Zugeschnitten auf ihren Stadtteil? Mit Mobile-Age soll nun eine Plattform von älteren Menschen für ältere Menschen gestaltet werden. Im Fokus steht die Verbindung von offenen Daten, Mobiltechnologien und öffentlichen Dienstleistungen für Seniorinnen und Senioren.

Bessere digitale Angebote

Ein Team des Instituts für Informationsmanagement Bremen (Ifib), bestehend aus Juliane Jarke, Professor Herbert Kubicek und der Doktorandin Ulrike Gerhard, startet in Bremen das auf drei Jahre angelegte Pilotprojekt. Partner gibt es in England, Spanien und Griechenland. Die Leitung hat die Universität Lancaster in England.

Es geht vor allem um die Verbesserung bisheriger digitaler Angebote für ältere Menschen. In Zusammenarbeit mit den lokalen Verwaltungen sollen vorhandene Dienste und offene Daten mit neuen bedarfsorientierten Angeboten verknüpft werden. Und das alles auf Karten basierend. Ulrike Gerhard führt Beispiele an: „Wo gibt es hier öffentliche Toiletten? In welcher Entfernung zueinander liegen sie? könnten Fragen sein, die via Mobile-Age beantwortet werden.“ Möglich sei es auch, Wanderwege darzustellen und im Zuge dessen Bänke auf den Routen für Verschnaufpausen. Und nicht nur die Frage „Wo liegt die nächste Apotheke?“ interessiert ältere Menschen. Auch „ist sie für mich barrierefrei erreichbar?“

Die Verbesserung gegenüber bisherigen Angeboten soll vor allem in einer größeren Interaktivität und Personalisierung liegen. Die Seniorinnnen und Senioren werden in die Entwicklung personalisierter mobiler Anwendungen (Apps) eingebunden. Zudem soll der Nutzende nicht nur Wissenswertes ins Netz stellen können. Nutzer werden sich mit anderen Nutzern vernetzen können. „Die soziale Inklusion steht beim Bremer Projekt ganz klar im Vordergrund“, erklärt Gerhard.

All die Fragen, auf die ältere Menschen in ihrer direkten Umgebung eine Antwort suchen, gilt es zunächst zu entwickeln. Dafür hat sich das Forscher-Team Hilfe vor Ort mit ins Boot geholt. Johannes Irmer und Ingrid Osterhorn von der Bürger-Online-Redaktion im Stadtteil (Boris) unterstützen das Projekt bei der Suche nach interessierten Frauen und Männern ab 60 aus Osterholz und Blockdiek, die an Mobil-Age mitwirken möchten. Anfragen an die Bremer Heimstiftung und das Forum Blockdiek hat es bereits gegeben.

„Computer-Spezialist muss dabei niemand sein“, gibt Ulrike Gerhard Entwarnung. Einzige Voraussetzungen sind: Interesse am Internet, Lust auf Teamarbeit, Spaß an Neuem und ein wenig Zeit. Denn etwa ein Mal pro Monat stehen für die Teilnehmer von Juni bis Dezember Workshops an. Die Teilnahme ist kostenlos, Verpflegung und Ausrüstung in Form von Tablet-PCs werden gestellt.

Über ein Team von zwölf bis 15 Mitmachende würde die Doktorandin sich freuen, möglichst ebenso viele Frauen wie Männer. Zunächst ist geplant, Ideen zu sammeln und mit Papier und Stift ans Werk zu gehen. Ziel ist es, bis Ende des Jahres einen funktionierenden Prototyp entwickelt zu haben. Die Übernahme und künftige Pflege durch Bremen.Online findet im Sommer 2018 statt. Dann stehen die Anwendungen unter www.bremen.de der Allgemeinheit zur Verfügung.

Das Projekt wird mit knapp drei Millionen Euro von der Europäischen Kommission gefördert. Dem Bremer Ifib stehen knapp 450 000 Euro zur Verfügung.

Wer Lust hat, an Mobile-Age mitzuwirken, ist eingeladen zu einem ersten Informationsnachmittag, Montag, 23. Mai, 15 bis 16.30 Uhr, bei Kaffee und Kuchen. Im Ortsamt Osterholz, Osterholzer Heerstraße 100, findet ein unverbindliches Treffen statt. Es geht zunächst um die Vorstellung des Projekts. Anmeldungen sind erbeten telefonisch bei Johannes Irmer unter der Nummer 84 73 55 54 oder per Mail an redaktion@osterholz-bremen.de.

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