Kulturzentrum Schlachthof lädt wieder zum „Slammer-Filet“ ein

Open-Air-Arena für moderne Poesie

Findorff-Bürgerweide. Spätestens seit die Bremer Studentin Julia Engelmann mit ihrer modernen Carpe-Diem-Tirade zunächst im Internet und dann auch in den klassischen Medien Furore machte, werden die meisten Menschen schon einmal den Begriff „Poetry Slam“ gehört haben. Am kommenden Freitag, 1.
27.07.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Anke Velten
Open-Air-Arena für moderne Poesie

Mehr als 500 Zuschauer kamen zu den Open-Air-Slammer-Filets der beiden Vorjahre. Mindestens genauso viel begeistertes Publikum wünschen sich die Organisatoren auch für den kommenden Freitag, wenn sich zehn namhafte Live-Poeten dem Publikum in der Schlachthof-Arena stellen.

Spätestens seit die Bremer Studentin Julia Engelmann mit ihrer modernen Carpe-Diem-Tirade zunächst im Internet und dann auch in den klassischen Medien Furore machte, werden die meisten Menschen schon einmal den Begriff „Poetry Slam“ gehört haben. Am kommenden Freitag, 1. August, können sie dann selbst erleben, wie so etwas vor sich geht. Das Kulturzentrum Schlachthof, Findorffstraße 51, lädt zum „Slammer-Filet Open-Air-Special“ ein. Einlass für den Dichterwettbewerb in der Schlachthof-Arena ist ab 19 Uhr. Die Veranstalter versprechen ihrem Publikum „Slam-Poetry der Extraklasse“.

Um die Ehre, sich künftig als „Käpt´n Slam“ bezeichnen zu dürfen, bewerben sich zehn namhafte Vertreter ihrer Zunft, kündigt „Slam-Master“ und Filet-Gründungsmitglied Sebastian Butte an: Darunter der Berliner Felix Lobrecht, der 2013 im Finale der deutschsprachigen Meisterschaften stand, sowie Annika Blanke aus Oldenburg und René Sydow aus Radolfzell, Jahressieger der Slammer-Filets der vergangenen beiden Jahre. Ein Heimspiel wird es für den aktuellen deutschsprachigen Team-Meister Bleu Broode. Aus London reist der ehemalige Poetry-Slam-Weltmeister Harry Baker an. Die übrigen Dichterkollegen sind Katja Hofmann, Sabrina Schauer, Jason Bartsch, Antje Haupt sowie Helmuth Steierwald.

Dass es sich bei sämtlichen Beiträgen um selbstgeschriebene Texte handelt, ist für die Slammer eine Frage der Ehre. Laut Reglement bekommt jeder Poet für sein Kunststück genau fünf Minuten Zeit. Überschreitungen werden in Bremen durch Hafengeräusche in zunehmender Lautstärke bestraft, wer dennoch kein Ende findet, wird persönlich von der Bühne entfernt. Jeder Auftritt wird direkt auf einer Notenskala zwischen eins und zehn bewertet.

Die Jury besteht aus sieben Zuschauern, die vor Ort nach dem Zufallsprinzip erwählt werden. Die drei besten Kandidaten der Vorrunde treten im Finale erneut gegeneinander an. Am Ende des Abends bestimmt das gesamte Publikum per Applaus seinen Favoriten oder seine Favoritin. Moderieren werden Sebastian Butte und Robin Evers. Außer Konkurrenz tritt das Stuttgarter Singer-Songwriter-Duo „Das Lumpenpack“ alias Max Kennel und Indiana Jonas auf.

Die ersten Poetry Slams entstanden Mitte der 1980er-Jahre in Chicago. Nach Deutschland schwappte der poetische Wettbewerbsgedanke Anfang der 1990er- Jahre über. Inzwischen gilt die deutschsprachige „Slam-Szene“ mit jährlich rund 130 regelmäßigen Poetry-Slams nach der englischsprachigen als zweitgrößte der Welt. Die Bremer Slammer-Filets gibt es seit 2008 –- die Ausgabe vom kommenden Freitag wird in den Statistiken der Veranstalter die 64. ihrer Art sein und die mittlerweile sechste Freiluft-Veranstaltung. Auch Slam-Star Julia Engelmann hat hier einst vielversprechend angefangen: Sie hält immer noch den Bremer „Slammer-Rekord“.

Karten für das „Slammer-Filet“ sind im Kulturzentrum Schlachthof, Findorffstr. 51, erhältlich. Sie kosten im Vorverkauf fünf Euro, an der Abendkasse sieben. Nähere Informationen im Internet unter www.slammer-filet.de.

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