Bremer Weihnachtsmarkt Organisatoren und Betreiber ziehen ein Fazit

Der Bremer Weihnachtsmarkt endet mit einem Besucherrekord, den Tenor ist also positiv. Aber was berichten die Standbetreiber nach vier Wochen in der City und an der Schlachte? Wir haben uns umgehört.
23.12.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Kristina Bellach

Der Bremer Weihnachtsmarkt endet mit einem Besucherrekord, den Tenor ist also positiv. Aber was berichten die Standbetreiber nach vier Wochen in der City und an der Schlachte? Wir haben uns umgehört.

KERSTIN UHSE: „Könnte glatt noch eine Woche“

Das Ende des Weihnachtsmarktes ist keine einfache Zeit. Kurz vor dem Fest merkt man den Besuchern die Anspannung an, findet Kerstin Uhse, die an Uhse‘s Schwenkgrill Nackensteaks verkauft. „Es sind die letzten drei Tage vor Heiligabend, das ist jedes Jahr so.“ Ihre Laune bleibt aber ungetrübt. „Ich bin gut drauf und gerne hier. Der Markt lief gut, obwohl ich am Anfang das Gefühl hatte, dass die Stimmung etwas gedrückt war.“ Inzwischen hat sich ein Rhythmus eingependelt, Und Uhse ist mit Elan dabei: „Ich könnte hier glatt noch eine Woche stehen.“

FÜ VON DER WIESE: „Für Maronen war’s zu warm“

Es war zu warm“, sagt Fü von der Wiese – zumindest für seine heißen Maronen, die er an der Schlachte feilbietet. Bei kaltem Wetter seien sie ein Genuss, bei den diesjährigen Frühlingstemperaturen verzeichnet der 54-Jährige jedoch Einbußen. Der Mann vom Niederrhein langt kurzerhand selbst zu: „Maronen futtere ich von morgens bis abends, sie sind zur Zeit mein Hauptnahrungsmittel.“ Auch der frühere Beginn des Marktes kurbelte nicht das Geschäft an: „Das Wochenende davor mitzunehmen, wäre gut gewesen. Aber so hat’s außer mehr Arbeit nichts gebracht.“

MIKE LANDMANN: „Erste Woche war verzwickt“

Schleppend lief die Vorweihnachtszeit für Mike Landmann an. Der Juniorchef von Landmann‘s Mandel empfand die erste Woche als verzwickt: „Die Leute waren zurückhaltend, so kam es uns vor. Vielleicht hatte es mit den Attentaten von Paris zu tun.“ Insgesamt sei es aber gut und vor allem ruhig gelaufen. Die zusätzlichen Tage Weihnachtsmarkt empfindet er als „ganz positiv.“ Wenn der Weihnachtsrummel vorüber ist, hält das Geschäft die Familie weiter auf Trab: „Wir wollen die Stände verbessern und modernisieren.“

INGRID HOROFAKIS: „Kunden kommen jedes Jahr“

Seit drei Jahren nutzt Ingrid Horafakis die Vorweihnachtszeit, um am Olivenholz-Krippenstand auf dem Bremer Weihnachtsmarkt zu arbeiten und Verwandte in Schwanewede zu besuchen – eigentlich lebt die 54-Jährige nämlich auf Kreta. Weihnachtsschmuck sowie Krippenfiguren liefen immer gut. Die Bandbreite der Figuren animiere Kunden jedes Jahr wiederzukehren, um weitere Accessoires zu erwerben. Den Zuspruch erklärt sie mit der Seltenheit der Produkte: „Die Figuren aus echtem Olivenholz stammen aus Bethlehem, das gibt es nicht oft.“

MELANIE BREMERMANN: „Nur die Kälte fehlte“

Es blinkt und glitzert, was das Zeug hält: bei Melanie Bremermann, die Lichterketten, Leuchtkugeln und andere Festdeko von Uschi Fritz‘ Warenvertrieb verkauft, fühlt man sich wie mitten in einem Wintermärchen. „Den ,Oh-wow-Effekt‘ bei den Kunden gibt es hier jedes Jahr“, erzählt sie. Die diesjährige Bilanz der 39-Jährigen Verkäuferin: „Wir haben sehr viel verkauft, viele Kunden waren da. Das Einzige, was gefehlt hat, ist die Kälte.“ Auf den 24. Dezember, wenn alles abgebaut ist, freut sich Bremermann besonders: Heiligabend ist zugleich ihr Geburtstag.

NADINE MONDORF: „Würden gerne wiederkommen“

Zum ersten Mal dabei ist das Bremer Märchenkarussell. „Wir waren sehr zufrieden“, resümiert Nadine Mondorf, die Fahrchips verkauft. Szenen, die sie an dem nostalgischen Karussell für Groß und Klein erlebt hat, haben die junge Schaustellerin zum Schmunzeln gebracht: „Zum Beispiel, wenn ältere Leute sich nach einigen Glühwein doch getraut haben, mitzufahren.“ Insgesamt ist die Oldenburgerin überrascht, wie gut die Leute das Fahrgeschäft angenommen haben. „Wir würden nächstes Jahr gerne wiederzukommen. Aber das entscheidet das Stadtamt.“

ALBERT COLDEWEY: „Auch gut, wenn es zu Ende ist“

Damit Punsch richtig schmeckt, braucht es knackig-kalte Temperaturen, meint Albert Coldewey von der Lebkuchen Manufaktur Bremen. „Aber wenigstens hatten wir keinen Sturm, so wie letztes Jahr.“ Das Hauptgeschäft ist jedoch das Gebäck, daher ist Coldewey mit dem diesjährigen Weihnachtsmarkt zufrieden: „Lebkuchen werden immer gegessen.“ Die vielen Kunden an seinem Stand an der Liebfrauenkirche erfreuen einerseits; andererseits bedeutet der Markt viel Arbeit. Coldweys Fazit: „Es ist auch gut, wenn es zu Ende ist.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+