Bahn verstärkt Bereitschaft Orkantief „Sabine“ ist unterwegs – Bundesligaspiel fällt aus

Es wird ungemütlich. Das Sturmtief "Sabine" kommt nach Bremen und Niedersachsen. Die Bahn rechnet mit Behinderungen und Parks warnen vor dem Betreten.
08.02.2020, 13:04
Lesedauer: 4 Min
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Von Friederike Marx und Jan-Felix Jasch

Das vom Atlantik kommende Orkantief „Sabine“ rückt näher. Erste Ausläufer werden die Menschen an der Nordsee nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) voraussichtlich am Sonntagvormittag zu spüren bekommen. Im Laufe des Tages breitet sich „Sabine“ demnach mit schweren Sturmböen und einzelnen Orkanböen auf den gesamten Norden und die Mitte Deutschlands aus, wie der DWD am Samstag mitteilte.

Das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am Sonntagnachmittag ist wegen des Sturmtiefs abgesagt worden. Das teilten beide Clubs am Morgen auf ihren Webseiten mit. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass eine sichere Abreise der Fans nicht gewährleistet werden könne.

In der Mitte Deutschlands werde der Höhepunkt des Sturms in der Nacht zum Montag erreicht, im Süden am Montag in den frühen Morgenstunden, sagte Sebastian Altnau von der DWD-Vorhersagezentrale. „Dort trifft es den Berufsverkehr.“ Begleitet wird der Orkan vielerorts von heftigen Schauern und Gewitter.

DWD erwartet örtliche Orkanböen

Besonders heftig wird sich „Sabine“ an der Nordsee, im Bergland sowie in besonders exponierten Lagen austoben. Dort sind laut DWD generell Orkanböen zu erwarten. Ab einer Windstärke von 118 Stundenkilometern handelt es sich um einen Orkan. „Auf dem Brocken im Harz, dem Feldberg im Schwarzwald und auf den Alpengipfeln kann der Wind Geschwindigkeiten von mehr als 140 Stundenkilometern erreichen“, sagte Altnau.

Am Montag wird das Orkantief vor allem durch den Süden Deutschlands fegen, ansonsten lassen die Böen etwas nach. Allerdings bleibe es mit zahlreichen Regenfällen, im Bergland auch Schnee recht ungemütlich. „Montag wird generell ein stürmischer Tag“, sagte Altnau. Auch für Dienstag sind die Aussichten nicht viel besser: Ein neues, kleineres Tief zieht nach DWD-Angaben in der Nacht zum Dienstag heran. Es bleibe nasskalt und stürmisch. Die Schneefallgrenze sinkt auf etwa 500 Meter.

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Deutsche Bahn rechnet mit Behinderungen

Die Deutsche Bahn rechnet mit schweren Behinderungen und hat Reisenden geraten, geplante Fahrten zu verschieben – wenn möglich. „Reisende, die ihre Fahrt wegen des zu erwartenden Sturms auf einen anderen Tag verschieben möchten, können dies unkompliziert tun“, sagte ein Bahnsprecher. Wer nicht reisen möchte, kann die Fahrkarte kostenfrei stornieren. Außerdem würden Tickets an den kritischen Tagen vom 9. bis einschließlich 11. Februar ihr Gültigkeit behalten.

Das Unternehmen hat eine Seite eingerichtet, die über aktuelle Entwicklungen informiert. „Wir haben alle Bereitschaften mobilisiert und in jeder Region doppelt verstärkt“, sagte eine Sprecherin am Samstag. Das Bahnpersonal sei auf Schadensfälle wie zerstörte Oberleitungen oder umgekippte Bäume vorbereitet. Mobile Einsatztrupps mit Kettensägen sollten eingesetzt werden, um versperrte Gleise freizubekommen. „Allerdings können wir heute nicht in die Glaskugel schauen, wie sich das Wetter entwickelt. Wir beobachten es genau.“ Auch das Personal auf den Bahnhöfen und in den Lagezentren werde verstärkt.

„Wir empfehlen vor Fahrtantritt, auch noch mal in den Auskunftmedien der Bahn nachzuschauen, zum Beispiel im Internet oder der DB-App“, sagte ein Konzernsprecher am Samstag bei einer Pressekonferenz am Berliner Hauptbahnhof.

Der Frankfurter Flughafen hofft auf möglichst wenig Probleme im Flugverkehr, da „Sabine“ mit voller Wucht erst der Nacht zum Montag die Mitte Deutschlands treffen soll. In dieser Zeit herrscht an dem Luftverkehrsdrehkreuz Nachflugverbot. „Wir beobachten die Lage jedoch ganz genau“, sagte eine Sprecherin der Flughafenbetreibers Fraport. Container auf dem Flughafengelände seien bereits gesichert worden.

Der Sturm könnte auch den Flugbetrieb an den Hauptstadt-Flughäfen Tegel und Schönefeld einschränken. Eine Flughafensprecherin sagte, dass die Abfertigung ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als 70 Kilometern pro Stunde nicht mehr möglich sei.

Schulausfall in einigen Städten

In Nordrhein-Westfalen lassen viele große Städte den Unterricht an städtischen Schulen am Montag ausfallen, wie sie am Freitag und Samstag mitteilten. In Baden-Württemberg können Eltern am Montag ihre Kinder vom Unterricht befreien lassen. In Bremen findet nach aktuellem Stand der Unterricht statt.

Auch andere europäische Länder rüsteten sich für das Orkantief. Der niederländische Wetterdienst forderte Autofahrer auf, nicht mit Anhängern und Wohnwagen zu fahren.

++ Wir haben den Artikel um 17.16 Uhr aktualisiert. ++

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