Nach Tsunami in Indonesien Ostasiatischer Verein Bremen baut Waisenhaus

Eine Brücke nach Asien zu bauen, das ist das Credo des Hilfs- und Bildungswerkes des Ostasiatischen Vereins Bremen. Jetzt hat der OAV ein Waisenhaus mit angegliedertem Traumazentrum in Indonesien bauen lassen.
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Ostasiatischer Verein Bremen baut Waisenhaus
Von Sigrid Schuer

Am Nachmittag des 28. September 2018 stand im Zeichen der Natur-Katastrophe die Zeit auf der indonesischen Insel Sulawesi still. Ein Tsunami mit nachfolgendem Erdbeben riss über 4000 Menschen in den Tod. Mehr als 110.000 Häuser wurden zerstört. Viele Kinder verloren in dem Inferno ihre Eltern. Für den Ostasiatischen Verein Bremen war es keine Frage, dass er zumindest einigen dieser Waisenkinder helfen wollte.

In Rekordzeit errichtet

„Im Dezember 2018 beschlossen unsere Vorstandsmitglieder, mit den Spendenerlösen des Stiftungsfestes ein Waisenhaus mit angegliedertem Traumazentrum und Kindergarten errichten zu lassen“, erzählt Bernd Hansing, Leiter des Hilfswerks des Ostasiatischen Vereins Bremen (OAV). Ein knappes Jahr später, am 4. November, konnte nun in dem Bergdorf Kasimbar Utara in der Provinz Parigi Moutong Einweihung gefeiert werden. Die beiden Gebäude wurden in Rekordzeit errichtet. Dass sie mit Geld aus der Hansestadt finanziert wurden, darauf verweist der Name: „Bremen Town Musicians“, also Bremer Stadtmusikanten. Und nun lesen die Kinder auf Englisch die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten, und in Form von Stofftieren wurde das Wahrzeichen der Hansestadt auch bereits verteilt.

Das Bauvorhaben wurde in Kooperation mit der Yayasan Rahmania Fortuna Foundation in Jakarta realisiert. „Die Koordination hat unser Gewährsmann vor Ort, Andreas Janssen von der Niederlassung des Asienhandelshauses Melchers in Jakarta, übernommen“, erzählt Hansing. In dem Waisenhaus wird 20 Kindern ein Zuhause und damit eine Zukunft gegeben. Darüber hinaus finanziert der Ostasiatische Verein ein Stipendium für 20 Kinder, indem die Organisation die Kosten für Unterkunft, Lebensunterhalt und Schulbücher übernimmt. Für weitere 20 Kinder aus armen Familien, die ebenfalls von dem Erdbeben betroffen waren, ist der Kindergarten gedacht.

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Für das Hilfswerk des OAV ist eine Ehrensache, das Projekt in den nächsten Jahren weiter zu begleiten. Jedes Jahr kommen beim Stiftungsfest des OAV in der Oberen Rathaushalle zwischen 40.000 und 50.000 Euro zusammen. Mit diesen Spendengeldern werden viele karitative Brücken vom Hilfswerk Ostasien, einem Zweig des Vereins, nach „East of Suez“ gebaut. So flossen Spendengelder nach Naturkatastrophen schnell und unbürokratisch beispielsweise auf die 2013 von einem Taifun verwüsteten Philippinen sowie nach Nepal, das zwei Jahre später von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde. Aber auch die Bremer Museen wie das Übersee-Museum oder die Weserburg, Museum für moderne Kunst, hat der Verein mit den gesammelten Spendengeldern schon unterstützt.

Bernd Hansing kennt selbst „East of Suez“ wie seine Westentasche. Dort hat der Bremer Kaufmann Jahre seines Lebens verbracht. „Ich bin schon viele Male in Vietnam gewesen“, erzählt er. Von Burma bis Japan hat er in der Schifffahrt Projekte begleitet. Bezaubern ließ er sich immer wieder vom Facettenreichtum Vietnams, zwischen dem historischen Charme der einstigen französischen Kolonie Indochina und der wirtschaftlich boomenden Ho-Chi-Minh-Stadt.

Gegenseitige Besuche für mehr Völkerverständigung

Hansing leitet aber auch das Bildungswerk des OAV. „Brücke nach Asien“ – der Name ist Programm. Auf diese Weise konnten schon mehr als 40 junge Bremerinnen und Bremer Ostasien kennenlernen. In einer Zeit, die durch das Wiedererstarken nationalistischer Bestrebungen und populistischer Propaganda geprägt ist, setzt der OAV mehr denn je auf Völkerverständigung. Ein Zeichen dafür ist auch, dass alljährlich viele Exzellenzen aus Fernost nach Bremen kommen, um das Stiftungsfest gemeinsam mit Bremer Kaufleuten in der Oberen Rathaushalle zu begehen. In der zweiten Februarhälfte 2020 wird bereits das 119. Stiftungsfest gefeiert. Schon seit über 20 Jahren ist es selbstverständlich, dass auch immer wieder Botschafterinnen aus „East of Suez“ als Ehrengäste und Festrednerinnen daran teilnehmen.

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