Übersicht Osterfeuer in Bremen

Am Wochenende werden sie wieder brennen, die Osterfeuer in Bremen und dem Umland. Die Wettervorhersage lässt bisher hoffen, dass sie ungestört lodern können.
23.03.2016, 00:00
Lesedauer: 5 Min
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Osterfeuer in Bremen
Von Alexandra Knief

Am kommenden Osterwochenende werden sie wieder brennen, die Osterfeuer in Bremen und dem Umland. Die Wettervorhersage lässt bisher hoffen, dass sie ungestört lodern können.

Achtung: folgende Feuer finden nicht statt oder sind nicht öffentlich:

Huchting: BSA Huchting, Obervielander Straße (findet nicht statt)

Schwachhausen: Birkenhof, Schwachhauser Heerstraße (nicht öffentlich)

Oberneuland: Hubertus Reitverein Bremen. (nicht öffentlich)

--> Hier finden Sie eine Liste mit Osterfeuern in der Region <--

43 öffentliche Osterfeuer am Wochenende

Insgesamt hat das Stadtamt in diesem Jahr 30 private und 43 öffentliche Feuer genehmigt. Das sind acht weniger als im vergangenen Jahr.

Einige Feuer sind im Laufe der Jahre zu Events geworden, die viele Bremer sich rot im Kalender markieren. Beim Pferdesportzentrum Schimmelhof in Osterholz wird zum Beispiel seit knapp 40 Jahren ein großes Osterfeuer veranstaltet, das mittlerweile zu einem kleinen Stadtfest geworden ist, bei dem sich die Nachbarschaft trifft. 800 bis 1000 Gäste kommen hier laut Veranstalter Jahr für Jahr zusammen. Auch in diesem Jahr können sich Besucher am Sonnabend ab 18 Uhr auf dem Gelände wieder bei verschiedenen Leckereien und Getränken austauschen. Zusätzlich gibt es ein Ponyreiten.

Ebenfalls gut besucht ist das Feuer auf der Bezirkssportanlage Findorff. Enrico Müller, Platzwart der Bezirkssportanlage freut sich schon auf die Veranstaltung im Stadtteil. Wie schon in den vergangenen Jahren rechne er am Sonnabend mit bis zu 1000 Leuten. „Da kommt ganz Findorff“, so Müller. Das Brennholz wird im Vorfeld von den Anwohnern vorbeigebracht. Bier-, Bratwurst- und eine Crêpes-Bude sorgen für das leibliche Wohl der Gäste. Später am Abend können volljährige Besucher bei einer Disco im Vereinsheim weiter feiern.

Am größten fällt auch dieses Jahr wieder das Feuer am Café Sand aus. Die Reederei Hal Över erwartet am Sonnabend 5000 bis 10.000 Besucher. Bereits um 19.30 Uhr soll den Gästen mit dem Auftritt einer Samba-Truppe eingeheizt werden. Das Feuer wird dann voraussichtlich gegen 20 Uhr entzündet. Hierbei werden laut Harro Koebnick von Hal Över rund 100 Kubikmeter Holz verbrannt. Imbiss- und Getränkestände, Live-Musik ab 21 Uhr sowie ein großes Feuerwerk auf der Weser um 22.30 Uhr runden das Rahmenprogramm ab. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, bringen drei Fähren die Besucher am Abend trockenen Fußes über die Weser und wieder zurück.

Zahl der Anmeldungen rückläufig

Alle Osterfeuer dürfen nur im Zusammenhang mit dem Osterfest am Ostersonnabend und Ostersonntag zwischen 19 Uhr und Mitternacht abgebrannt werden. Seit einigen Jahren ist die Zahl der Anmeldungen in der Stadt rückläufig. Während vor sechs Jahren noch 76 öffentliche Feuer genehmigt wurden, sind es in diesem Jahr mehr als 30 Feuer weniger.
Die Gründe dafür kann Stadtamtsleiterin Marita Wessel-Niepel nur erraten: „Wir vermuten, dass dies an dem doch recht großen Aufwand liegt, mit dem so ein Osterfeuer verbunden ist“, sagt sie. „Holz sammeln, Aufbau, Abbau, Auf- und Umschichten – das ist nicht mal eben so gemacht.“

Neben der Fleißarbeit müssen für ein Osterfeuer strenge Auflagen erfüllt werden, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. So muss unter anderem ein Abstand von 200 Metern zu brennbaren Gebäuden und Anlagen mit Brand- oder Explosionsgefahr eingehalten werden. Auch eine bestimmte Entfernung zu sonstigen Gebäuden und Anpflanzungen muss berücksichtigt werden.

Veranstalter des Feuers dürfen keine Abfälle, wie zum Beispiel behandelte Holzelemente, alte Reifen oder ähnliches verbrennen. Außerdem müssen die Veranstalter erforderliche Löschmittel für den Ernstfall bereithalten. Ab Windstärke fünf darf kein Feuer mehr angezündet werden und bereits brennende Holzhaufen müssen sofort gelöscht werden.

Für viele Christen sind die Osterfeuer ein Symbol für die Auferstehung von Jesus Christus. Osterfeuer dienten lange dazu, den Winter zu vertreiben und den Frühling zu begrüßen. Außerdem besagte früher ein alter Aberglaube, dass die Flammen die Saat der Bauern vor bösen Geistern schützen. Um für besonders fruchtbare Erde zu sorgen, wurde die Asche des Feuers auf den Feldern verstreut.

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Doch so schön der Brauch des Osterfeuers auch ist, für viele Tiere birgt es eine große Gefahr. „Kleinvögel, wie Rotkehlchen oder Amseln, fangen schon jetzt an ihre Nester zu bauen“, sagt Georg Wietschorke, Biologe beim BUND in Bremen. Dafür nutzen die Tiere auch gerne die aufgehäuften Holzhaufen als vermeintlich sicheren Platz. Auch zahlreiche andere Kleintiere, wie Wiesel, Wildkaninchen oder Mäuse suchen Schutz im aufgetürmten Gehölz. Geht das Holz dann in Flammen auf, gibt es für viele von ihnen keine Chance mehr zu entkommen. „Am besten ist es, die Feuer direkt vor dem Anzünden noch einmal umzuschichten“, sagt Wietschorke. „Ist dies bei sehr großen Feuern nicht möglich, sollte man zumindest mit einer Mistgabel ordentlich Unruhe machen, damit die Tiere flüchten können.“ Am besten sei es natürlich, die Haufen erst kurz vor dem Abbrennen aufzuschichten.

Tipps fürs Osterfeuer

Die Feuerwehr muss jedes Jahr zu etlichen Einsätzen ausrücken, weil Osterfeuer außer Kontrolle geraten. Der Deutsche Feuerwehrverband mahnt zur Vorsicht und gibt Sicherheitstipps:

  • Vergessen Sie nicht, Ihr Osterfeuer rechtzeitig bei der zuständigen Behörde – das ist häufig das Ordnungsamt – anzumelden. Damit vermeiden Sie einen ärgerlichen Fehleinsatz der Feuerwehr, der unter Umständen gebührenpflichtig ist. Für dieses Jahr ist die Anmeldefrist bereits abgelaufen.
  • Verwenden Sie nur trockene Pflanzenreste und unbehandeltes Holz. Denken Sie daran, den Stapel kurz vor dem Anzünden noch einmal umzuschichten, damit Ihr Feuer nicht zur Falle für Tiere wird.
  • Halten Sie eine Zufahrt für die Feuerwehr und den Rettungsdienst frei. Der Sicherheitsabstand wegen Rauch und Hitze sollte mindestens 50 Meter zu Gebäuden und Bäumen sowie mindestens 100 Meter zu Straßen betragen. Windrichtung beachten!
  • Seien Sie vorsichtig beim Anzünden. Brennbare Flüssigkeiten als Brandbeschleuniger bergen ein hohes Risiko!
  • Beaufsichtigen Sie offenes Feuer grundsätzlich. Sorgen Sie dafür, dass das Feuer sich nicht unkontrolliert ausbreiten kann. Passen Sie auf kleine Kinder auf, die Gefahr durch Feuer oft unterschätzen.
  • Strohballen können sich allein durch die Hitzestrahlung entzünden und sind deshalb eine gefährliche Sitzgelegenheit.
  • Kühlen Sie kleinere Verbrennungen sofort mit Wasser: Maximal zehn Minuten lang bei Leitungswassertemperatur von 10 bis 20 Grad. Löschen Sie großflächige Verbrennungen und auf der Haut haftende Substanzen primär ab. Alarmieren Sie sofort den Notarzt über die Notrufnummer 112!
  • Verlassen Sie als Veranstalter die Feuerstelle nur, wenn sie komplett erkaltet ist.
  • Sollte Ihr Feuer außer Kontrolle geraten, dann zögern Sie nicht, sofort die Feuerwehr über Notruf 112 zu alarmieren. Die Männer und Frauen bei den Feuerwehren sind auch über Ostern rund um die Uhr einsatzbereit, um in Not und Gefahr zu helfen.

Weitere Osterfeuer in der Region:

Horstedter Feuerwehrfreunde e.V, Horstedt, Alte Kieskuhle (Werderkamp), Sonntag, 27. März, 19 Uhr.

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