Flächendeckende Versorgung im Norden ist das Ziel / AOK pokert Palliativnetz strebt Einigung an

Bremen-Nord. Klappt diesmal der Durchbruch? Seit über zwei Jahren verhandeln Vertreter von Ärzteschaft, speziell qualifizierten Pflegediensten und Klinikum Nord mit den Krankenkassen über eine flächendeckende palliativmedizinische Versorgung für Bremen-Nord. Unter dem Fachbegriff versteht man die schmerzlindernde Behandlung todkranker Patienten.
05.11.2011, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Palliativnetz strebt Einigung an
Von Jürgen Theiner

Bremen-Nord. Klappt diesmal der Durchbruch? Seit über zwei Jahren verhandeln Vertreter von Ärzteschaft, speziell qualifizierten Pflegediensten und Klinikum Nord mit den Krankenkassen über eine flächendeckende palliativmedizinische Versorgung für Bremen-Nord. Unter dem Fachbegriff versteht man die schmerzlindernde Behandlung todkranker Patienten.

Das Palliativnetz Bremen-Nord, zu dem sich die genannten Akteure zusammengefunden haben, hat ein Modell entwickelt, das alle Leistungen aus einer Hand anbieten würde. Also ambulante medizinische und pflegerische Versorgung ebenso wie stationäre Behandlungen im Klinikum. Letztere nur im unbedingt notwendigen Maß, "denn das Ziel ist es ja gerade, die Patienten möglichst zu Hause zu betreuen", sagt der Allgemeinmediziner Peter Rudolph, der für das Palliativnetz spricht.

Bisher scheiterte eine Einigung zwischen der Anbietergemeinschaft und den Kassen - wie könnt' es anders sein - am Geld. Das Netz verlangte zuletzt eine Tagespauschale von 250 Euro pro Patient, die alle Leistungen innerhalb einer 24-Stunden-Bereitschaft abdecken würde. Den Kassen war das zu teuer. Für den stadtbremischen Bereich praktizieren sie seit mehreren Jahren eine Kooperation mit einem ans Klinikum Links der Weser angebundenen Pflegedienst. Diese Partner geben sich mit 210 Euro am Tag zufrieden.

Doch der Vergleich hinke, beharrt Peter Rudolph. Es gebe Unterschiede im Leistungskatalog. Beispiel: "Die nächtliche Besuchsfrequenz ist bei uns wesentlich höher." Im Übrigen spare die Kasse so oder so. Denn die Alternative bestehe in der Einweisung eines schmerzgeplagten Palliativpatienten ins Krankenhaus, und die sei um ein Vielfaches teurer. Am 16. November soll nun ein weiteres letztes Mal mit den Kassen verhandelt werden. Profitieren würden nach Rudolphs Angaben gut 100 Patienten, die pro Jahr in Bremen-Nord einer Palliativbehandlung bedürfen.

AOK-Sprecher Jörn Hons ist optimistisch, in Sachen Palliativmedizin für Bremen-Nord zu einem Abschluss zu kommen - allerdings nicht notwendigerweise mit dem Palliativnetz. Die AOK habe noch andere Eisen im Feuer, war von Hons gestern zu erfahren. Man verhandele parallel mit weiteren Partnern.

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