Statistiken zur Pandemie

Das Coronavirus in Bremen in Zahlen

Die Corona-Fälle in Bremen nehmen stark zu. Was bedeutet das? Ein Blick auf die Zahlen rund um das Coronavirus in der Hansestadt.
08.10.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Das Coronavirus in Bremen in Zahlen
Von Nico Schnurr
Das Coronavirus in Bremen in Zahlen

Zuletzt stiegen die Corona-Fälle in Bremen stark an.

Sebastian Gollnow /dpa

Das Infektionsgeschehen in Bremen entwickelt hohe Dynamik. Am Mittwoch hat die Stadt die Obergrenze von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen überschritten. Anlass, genauer auf die Zahlen rund um das Virus zu schauen.

Im Juli machte die Gesundheitsbehörde 261 Personen aus, die Kontakt zu einer Person hatten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Im September ermittelte die Behörde 2049 Kontaktpersonen. Im Oktober dürfte die Zahl weiter steigen: Allein am vergangenen Freitag kamen auf 41 Neuinfektionen mehr als 430 Kontaktpersonen.

„Dass die Kontaktpersonen zunehmen, ist ein Zeichen dafür, dass wieder mehr Musik drin ist im Infektionsgeschehen“, sagt Lukas Fuhrmann, Sprecher der Gesundheitsbehörde, „die Bremer werden mobiler, sie sind mehr unterwegs, sie treffen deutlich mehr Menschen als noch vor einigen Monaten.“

Für die Containment-Scouts des Gesundheitsamtes bedeute das „mehr Arbeit und deutlich mehr Probleme“. Das Gesundheitsamt brauche bei der Nachverfolgung der Infektionsketten dringend Verstärkung, so Fuhrmann. Die Bundeswehr werde das Gesundheitsamt nun vermehrt unterstützen.

Aufschlussreich sind auch die Angaben zu den Infektionswegen: Im August war zumeist klar, wie sich die Bremer mit dem Virus angesteckt haben. Damals gingen die Neuinfektionen vor allem von Reiserückkehrern aus. Im September sank die Zahl der Infektionen, die in Zusammenhang mit einer Reise stehen.

Stattdessen stiegen die „Community Transmissions“ an, so nennt die Behörde Fälle, bei denen unklar ist, bei wem sich die Personen im öffentlichen Raum infiziert haben. Zudem nehmen die offenen Fälle zu: Noch recherchiert die Behörde die Infektionswege zu mehr als 270 Fällen aus dem September.

Ein Blick auf die Altersgruppen gibt Aufschluss darüber, warum die Krankenhausbehandlungen noch nicht stärker zugenommen haben. Bislang war ein Großteil der Bremer, die sich mit dem Virus infiziert haben, unter 60 Jahre alt. Der Anteil der Infizierten, die über 80 Jahre alt sind, hielt sich bisher in Grenzen.

„Es ist unglaublich wichtig, dass sich das Virus noch nicht so stark bei den Älteren ausgebreitet hat“, sagt Fuhrmann, „sie haben in der Regel schwerere Krankheitsverläufe, sie müssen wir besonders schützen.“ In Frankreich und Spanien sei das Virus zuletzt von den jüngeren Gruppen zu den Älteren gewandert, sagt Fuhrmann: „Noch haben wir in Bremen die Chance, das zu verhindern.“

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