Ein Blick in die Programme Parteien stellen Sport hintenan

Beim Blick in die aktuellen Wahlprogramme der Parteien fällt vor allem eins auf: Das Thema Sport scheint den Politikern nicht so wichtig zu sein. Meistens taucht es erst in der zweiten Hälfte der Programme auf.
31.03.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Parteien stellen Sport hintenan
Von Kira Pieper

Bremen. Beim Blick in die aktuellen Wahlprogramme der Parteien fällt vor allem eins auf: Das Thema Sport scheint den Politikern nicht so wichtig zu sein. Meistens taucht es erst in der zweiten Hälfte der Programme auf. Die ersten Sätze formulieren die Parteien ähnlich: Sport sei wichtig, denn er halte gesund, schule soziale Kompetenzen und fördere die Integration. Dennoch scheinen die Ideen zu fehlen, wie Sportler unterstützt werden können.

Ein Überblick:

Am intensivsten befasst sich die SPD mit dem Thema Sport. In einem eigenen Kapitel erklärt die Partei, dass sie beispielsweise in Fachpersonal investieren wolle, damit Kindergartenkinder spielerisch an Bewegung herangeführt werden. Sportanlagen sollen mithilfe eines Sanierungsfonds modernisiert werden.

Die Grünen widmen von 140 Seiten zwei dem Sport. Darin beschreiben sie unter anderem Sanierungen von Sporthallen, die bereits beendet sind. Und sie versprechen auch weiterhin „die wenigen finanziellen Mittel des Sportbereichs gezielt dazu zu nutzen, um Vereine und Projekte zu fördern“.

Im Programm der CDU ist das Thema Sport im Kapitel „Sicherheit gewährleisten“ versteckt. Immerhin stellt die Partei darin konkrete Forderungen: Sie will ein Bäderkonzept, außerdem sollen Sportvereine weiterhin durch staatliche Glücksspieleinnahmen bezuschusst werden. Sogar „mit Nachdruck“ verlangen die Christdemokraten ein Sanierungsprogramm für Sporthallen.

Einen prominenten Platz nimmt der Sport bei den Linken ein. Dort taucht er im ersten Kapitel auf. Auch die Forderungen sind recht konkret: Sie wollen ein Sanierungsprogramm für Hallen, außerdem sollen Übungsleiter mindestens zehn Euro pro Stunde verdienen.

Die schlechteste Position hat der Sport bei der FDP. Er ist als letzter Punkt aufgeführt, danach kommt nur noch das Stichwortverzeichnis. Doch immerhin enthält der Abschnitt auch dort deutliche Forderungen: Um dem Sanierungsstau ein Ende zu setzen, müssen der Bedarf klar aufgelistet und die Verantwortung bei einer Behörde gebündelt werden, so die Liberalen.

Die AfD beschäftigt sich lediglich im Hinblick auf Schulen mit dem Thema Sport. Sie fordert, dass es ab der Grundschule bereits mindestens drei Stunden Schulsport geben soll. Die Partei weist in einem Nachsatz allerdings selbst darauf hin, dass dies im Lehrplan bereits verankert ist.

Besonders hervor sticht die Tierschutzpartei. Sie behandelt das Thema Sport in dem Kapitel „Leistungssport ohne Tiere“. Darin steht: Tiere dürften nicht zu Hochleistungen gezwungen werden. Dies gelte für Pferde, aber auch für Brieftauben.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+