Nach Unfallschaden

Pause für die Partybahn

Die Partybahn der Bremer Straßenbahn AG muss nach einem Unfall repariert werden. Das Fahrzeug fällt mindestens bis Ostern aus, Fahrten sind abgesagt.
05.01.2019, 18:44
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Pause für die Partybahn
Von Pascal Faltermann
Pause für die Partybahn

Die Partybahn der Bremer Straßenbahn AG muss nach einem Unfall repariert werden.

BSAG

Wummernde Bässe, tanzende Menschen und klirrende Gläser in einer Straßenbahn – damit ist mindestens für ein paar Monate Schluss. Denn für die Partitour, die Partybahn der Bremer Straßenbahn AG, hat es sich nach einem Unfallschaden vorerst ausgefeiert. Das Sonderfahrzeug, welches für Firmen- und Familienfeiern oder auch kleine Kulturveranstaltungen gemietet werden kann, steht in der Werkstatt der BSAG und muss repariert werden, wie BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer auf Nachfrage des WESER-KURIER bestätigt. Alle Fahrten sind bis mindestens Ostern abgesagt.

Die Partybahn sei durch einen Frontschaden nicht mehr „fahrfähig“, sagt Meyer. Mitte Dezember habe es im Werkstattbereich der Straßenbahn AG einen Unfall gegeben, wodurch das Fahrzeug an mehreren Stellen kaputt ging. „Wir haben sofort alle Partygäste mit fixen Verträgen angerufen und informiert“, sagt der Unternehmenssprecher. Auch die Kunden, die nur Interesse bekundeten, seien in Kenntnis gesetzt worden.

Die Bahn schnell zu reparieren, sei laut Meyer aus mehreren Gründen nicht so einfach. Weil Anfang Dezember ein Lastwagen die Oberleitungen in der Bremer Neustadt beschädigt hatte, trugen gleich vier Straßenbahnen, die im Linienverkehr eingesetzt werden, Schäden davon. So komme es schon fast zu einem Reparaturstau bei dem Bremer Verkehrsunternehmen. „Diese Bahnen müssen wir als Erstes instand setzen“, sagt Meyer. Das Kerngeschäft gehe vor. Erst dann könne der Partywagen angegangen werden.

Ein weiterer Grund sei, dass es für die Hochflur-Bahn (höherer Boden im Innenraum) kein Ersatzteillager mehr gebe und bestimmte Bauteile erst angefertigt oder bestellt werden müssten. Die neueren Bahnen der BSAG besitzen tiefer liegende Böden (Niederflur).

Die Partitour ist rund 28 Meter lang, 2,3 Meter breit, drei Meter hoch und wiegt im leeren Zustand 29 Tonnen. Sie bietet Platz für bis zu 90 Personen (bis 20 Sitzplätze, 70 Stehplätze), hat als einzige Bremer Straßenbahn eine Theke, einen Kühlschrank, eine Musikanlage, eine Tanzfläche und zwei Toiletten an Bord. Drei bis fünf Stunden können Partygäste durch das Straßenbahn-Netz Bremens fahren und dabei feiern. Auch spezielle Routen seien nach Absprache mit dem Fahrer möglich. Die Stereoanlage habe zudem gerade ein Update bekommen, um von Gästen auch per Smartphone bedient zu werden.

1977 wurde erstmals von der BSAG ein Fahrzeug zum Partywagen umgebaut, der später als Museumswagen restauriert wurde. Seit 2004 sei laut Meyer die „einzigartige“ Bahn mit dem Baujahr 1977 umgebaut und unter dem Namen „Partitour“ als Party- und Kulturbahn im Einsatz. Die Partybahn ist laut BSAG nur ein Image-Produkt und schreibe eine schwarze Null. Aus wirtschaftlicher Sicht sind die Linienfahrzeuge wichtiger.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+