Erst 70 Prozent immunisiert Personal für Mobile Impfteams in Niedersachsen dringend gesucht

Die Zahl der mobilen Impfteams soll stark erhöht werden. Das Ziel: So viele Menschen wie möglich gegen das Virus zu impfen. In Niedersachsen sind erst knapp 70 Prozent der Menschen vollständig immunisiert.
20.11.2021, 11:08
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Von dpa

Nach der von vielen Kreisen und Städten als voreilig kritisierten Schließung der Impfzentren kommt den Mobilen Impfteams (MIT) eine besondere Rolle zu. Ein MIT soll künftig auf 40 000 statt wie bisher auf 70 000 Einwohner kommen, die Zahl der möglichen Impfteams laut Gesundheitsministerium von bisher 134 auf nun mehr als 200 steigen.

Die Impfteams seien unverzichtbar, weil allein in den Monaten Januar und Februar 2022 drei Millionen Booster-Impfungen in Niedersachsen anstünden, sagte Hubert Meyer, Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages (NLT), der Deutschen Presse-Agentur dpa. „In der Praxis ist nicht die Finanzierung der Impfteams das Problem, sondern wiederum höchst kurzfristig qualifiziertes Personal zu gewinnen.“

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Um das benötigte Personal zu finden, arbeiten die Landkreise meist mit Hilfsorganisationen zusammen, so das Gesundheitsministerium. Das sei eine Herausforderung. Es gebe aber noch keine Anzeichen für einen flächendeckenden Personalmangel. Der Johanniter-Landesverband Niedersachsen/Bremen geht davon aus, dass die Johanniter in einem ersten Schritt mit rund 25 MIT im Einsatz sein werden. Derzeit sei man in der Aufbau-Phase. Noch hätten nicht alle Kommunen abschließend über die Aufstellung der Teams entschieden.

Auftraggeber sind die Kommunen, das erforderliche Personal werde durch die Johanniter gesucht, ausgewählt, eingestellt und auch bezahlt. Derzeit sei die Bewerberlage noch annehmbar. „Aber wir suchen weiter“, so Jan Klaassen, Sprecher der Johanniter-Unfall- Hilfe im Landesverband. Die Johanniter in Hannover suchen „kurzfristig und dringend“ nach medizinischem Personal mit Impfbefähigung und nach Verwaltungskräften mit Organisationstalent.

Die Finanzierung der Impfteams erfolgt den Angaben zufolge über mehrere Pauschalen, das Gesamtbudget sieht rechnerisch pro MIT 89 790 Euro monatlich vor. Darin enthalten ist eine monatliche Organisationspauschale pro MIT von 63 000 Euro, auf der Basis von bis zu 12 Mitarbeitern je Team. Fahrtkosten, Kosten für weitere Notfallrucksäcke werden gesondert gerechnet. Die Kosten teilen sich Bund und Land zu je 50 Prozent.

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Auch die Malteser im Bistum Osnabrück haben zum 1. Dezember mehrere befristete Stellen für medizinisches Assistenz- und Hilfspersonal für die mobilen Impfteams ausgeschrieben. Angesprochen sind unter anderen Notfallsanitäter/Rettungsassistenten, examinierte Kranken- und Pflegefachkräfte oder medizinische Fachangestellte. Im Bistum Osnabrück sind die Malteser derzeit mit einem MIT am Start, vier sollen hinzukommen.

Die 45 Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hatten in der Hochphase der Pandemie im Frühjahr 2020 in Niedersachsen bis zu 65 einsatzbereite Mobile Impfteams. Die waren aber teils nicht durchgehend, sondern lediglich bei gemeldetem Bedarf im Einsatz, um gegen das Coronavirus zu impfen. Aktuelle Zahlen gibt es Moment noch nicht, da viele Impfteams aufgebaut würden und Gespräche mit Landkreisen liefen.

Das DRK wolle aber auch jetzt landesweit mit mobilen Impfteams bereit stehen, um Menschen niedrigschwellig eine schnelle und effiziente Booster-Impfung zu ermöglichen, so DRK-Landesvorsitzender Ralf Selbach. Das DRK geht davon aus, dass der Personalbedarf zu einem großen Teil gedeckt wird, weil erfahrenes Personal auch aus den kürzlich geschlossenen Impfzentren in die nun aufzubauenden Mobilen Impfteams überführt worden seien. In Niedersachsen sind 69,7 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft (Stand 19.11., Robert Koch-Institut).

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Die Infrastruktur der Impfzentren wird in vielen Kommunen vermisst. Die aktuelle Situation verdeutliche den „politischen Unsinn“, die Impfzentren zum 30. September dieses Jahres abzuwickeln, kritisierte NLT-Hauptgeschäftsführer Meyer. „Es ist keine Überraschung, dass die Infektionszahlen in der kalten Jahreszeit nach oben schnellen.“ Bund und Länder hatten damals vereinbart, die zum Impfstart eingerichteten zeitweise mehr als 400 regionalen Impfzentren in Deutschland zum 30. September zu schließen oder die Kapazitäten zurückzufahren.

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