Schweizer Viertel Perspektiven für das Schweizer Viertel

Akteure und Interessierte im Fördergebiet in Tenever wollen die Bedingungen für eine gute Lebensqualität verbessern. Mitwirkende für Arbeitsgruppen willkommen.
18.02.2018, 17:24
Lesedauer: 3 Min
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Von Edwin Platt

Über Zukunftsperspektiven für das Schweizer Viertel diskutierten engagierte Bewohner bei einer aufwendigen Veranstaltung im Haus im Park. Die gesamte Längsseite des kleinen Saales war bereits mit Ideen, Fragen und Anregungen gefüllt, die sich aus einer Umfrage im Quartier ergeben hatten. Fast 40 Gäste, darunter Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter und Beirätin Ingrid Osterhorn, die Quartiersmanager Katrin Höpker und Aykut Tasan, Vertreter von Gewoba und Vonovia, Umweltlernwerkstatt, Vaja und Stephan Uhlig vom Haus im Park oder Kirsten Ellmers und Matthias Weigt von der Kita Graubündener Straße waren gekommen, aber leider nur wenige Bürger ohne Amt oder Funktion, wie Tasan bedauerte.

Aus der Sammlung an der Wand wurden vier Themenschwerpunkte gewählt, zu denen jeweils an einem Tisch gearbeitet wurde. Ein Rotationsprinzip sicherte, das jede und jeder sich zu jedem ausgewählten Thema äußern konnte.

Das Schweizer Viertel wird positiver gesehen als befürchtet, erklärte Matthias Weigt, der die Ergebnisse für die Schwerpunkte „geringe Identifikation“ und „schlechtes Image“ vorstellte. Es gibt unterschiedliche Wohnungen in guter Qualität zu günstigen Preisen. Die Nahversorgung mit Einkaufsmöglichkeiten, Kulturangeboten, Ärzten oder Grün im Stadtteil ist gut und wird sich in naher Zukunft durch das Mehrgenerationenhaus in der Graubündener Straße, das Schweizer Foyer am Osterholzer Marktplatz und das Stadtcafé St.-Gotthard-Straße nahe des Marktplatzes weiter verbessern. Die Gesamtschule Bremen-Ost (GSO) hat einen guten Ruf, und ein Abschluss an der GSO bietet gute Chancen bei Bewerbungen.

Zu den Problemen Müll und Vandalismus gibt es viele Vorschläge, die Aykut Tasan zusammenfasste. Das könnte von Plakataktionen über Ideenwettbewerbe bis hin zur Gewinnung von Hochschulstudierenden im Sozialen etwa für Aktionen zum Umgang mit Müll oder für Aktionen gegen Müll. Gelobt werden die „Jugendhilfe und Soziale Arbeit“ (JUS) und ihre „Maulwürfe“, die im Quartier gegen Müll und Vandalismus wirken und um noch mehr Engagement gebeten werden sollten. Aber es gibt auch die strikte Forderung nach kostenpflichtiger Müllentsorgung für Verursacher und Abschaffung der Mülltrennung (ausgenommen Glas), um dem Verursacherprinzip stärker Rechnung zu tragen und nicht den Schaden, den Einzelne verursachen, der Gemeinschaft aufzubürden.

Ulrich Schlüter trug die Gedanken zum Bereich Drogen und Kriminalität vor. Sucht müsse als Thema bei Schulleitungen ankommen und dürfe nicht mehr als Makel zum Nachteil der Schule gesehen werden. Das Thema Sucht sollte von Schulen, aber nicht an Schulen, sondern an anderen Orten bearbeitet werden und die Eltern einbeziehen. Die Frage steht im Raum, ob es im Schweizer Viertel drogenfreie Orte geben soll und Orte, an denen legale Drogen konsumiert werden dürfen. Polizeiliche Maßnahmen werden gefordert gegen Glücksspiel von Jugendlichen. Wege sollten besser ausgeleuchtet werden. Es sollte Deeskalationstraining im Schweizer Viertel angeboten werden.

Stephan Uhlig hat die Beiträge zu Internationalität und abgegrenzten Gemeinschaften oder Parallelgesellschaften gesammelt. Warum Parallelgesellschaften vermeiden, sie können positiv sein, lautete ein Statement. Für das Schweizer Viertel wird festgestellt, dass es wenig Ausgrenzung gibt, was heißen soll, dass wenig Barrieren im öffentlichen Raum für Bürger fremder Herkunft bestehen. Es gebe allerdings Gruppen, die unter sich blieben, denen gegenüber man allerdings offen sei und die man respektiere. Die Durchmischung wirke sich im Quartier positiv aus. Angebote zur Begegnung, wie das Sommerfest, sollen weiterhin veranstaltet werden. Gemeinsame Themen wie Gesundheit oder Ängste im Alter sollten als verbindende Elemente bearbeitet werden.

Nicht alle Themenbereiche konnten bei dem Treffen aufgegriffen werden, das mit der Ergebnisvorstellung, die gleichzeitig Arbeitsauftrag war, nach fast vier Stunden endete. Quartiersmanager Aykut Tasan möchte zu jedem Bereich Interessierte für Arbeitsgruppen finden, die bis zum Herbst die Ideen voranbringen.

Wer mitwirken möchte, wende sich an Quartiersmanager Aykut Tasan, Graubündener Straße 8, unter der Telefonnummer 36 11 81 75 oder per E-Mail an aykut.tasan@afsd.bremen.de.

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