Rassehundeschau in Bremen Peta und Tierheim kritisieren "Bremen bellt"

Bremen. Am Wochenende werden rund 5000 Rassehunde zur Zuchtschau "Bremen bellt" erwartet. Die Tierschutzorganisation Peta und das Bremer Tierheim üben heftige Kritik an der Veranstaltung und der Rassehundezucht allgemein.
28.07.2010, 11:12
Lesedauer: 2 Min
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Peta und Tierheim kritisieren
Von Birgit Bruns

Bremen. Am Wochenende werden rund 5000 Rassehunde zur Zuchtschau "Bremen bellt" erwartet. Die Tierschutzorganisation Peta und das Bremer Tierheim üben heftige Kritik an der Veranstaltung und der Rassehundezucht allgemein.

Mit dem Plakat "Rassenwahn" bringt die Tierschutzorganisation Peta ihren Protest zum Ausdruck. Es zeigt einen Hund, bei dem mit einem kleinen schwarzen Kamm ein Schnurrbart angedeutet wird. "Wir wissen, dass es provokativ ist," sagt Kampagnenleiterin Nadja Kutscher. Aber so könne man die Menschen zum Nachdenken anregen.

Peta lehnt Rassehundeschauen wie die "Bremen bellt" aus zwei Gründen ab: Zunächst sei der Stress für die Hunde an solchen Tagen einfach zu groß. Laut Peta müssen die Tiere häufig stundenlang in einer Hundebox oder im Auto warten, bevor sie dran sind. Außerdem würden sie am Rande der Wettbewerbe ständig anderen Hunden begegnen, mit denen sie sich aber nicht auseinandersetzen dürften, weil die Halter sie eher zur Ruhe ermahnen. "Unserer Meinung nach ist es gar nicht möglich, solche Schauen tierfreundlich zu gestalten, daher sollten sie generell abgeschafft werden", argumentiert Kutscher.

Diese Kritik kann Hermann Pille nicht nachvollziehen. Er ist der erste Vorsitzende des Verbands für das deutsche Hundewesen (VDH) Landesverband Weser-Ems, der die "Bremen bellt" zum zweiten Mal in Bremen ausrichtet. Seiner Einschätzung nach ist die Teilnahme an einer Rassehundeschau "das pure Vergnügen" für die Hunde. Er erlebe die Tiere als sehr ausgeglichen. "Wenn Sie mit einem Hund durch eine voll gestopfte Fußgängerzone gehen, ist das deutlich mehr Stress für das Tier", sagt Pille.

Doch die Kritik von Peta geht noch darüber hinaus. Die Tierschützer stellen die Hundezucht in Deutschland angesichts überfüllter Tierheime generell in Frage. "Tausende Tiere werden Jahr für Jahr in deutschen Tierheimen abgegeben oder ausgesetzt", sagt Kutscher. Da sei es doch wohl sinnvoller, erst einmal diese Tiere mit einem liebevollen Zuhause zu versorgen, als noch weitere zu züchten, argumentieren die Tierschützer.

Außerdem führt die Zucht bei einigen Rassen zu gesundheitlichen Problemen, sagen die Tierschützer. Beispielsweise hätten Schäferhunde häufig Fehlstellungen der Hüfte, Labrador und Golden Retriever würden häufig an Arthritis erkranken und viele Dalmatiner litten unter Taubheit. Das sei mit dem Tierschutz nicht zu vereinbaren.

Gaby Schwab vom Bremer Tierheim unterstützt Peta in der Kritik an den Hundeschauen. "Wir lehnen das ab, daher haben wir auch keinen Stand auf der Bremen bellt", erklärt Schwab. Im Bremer Tierheim warten laut Schwab derzeit 70 Hunde auf ein neues Zuhause. Darunter seien auch viele Rassehunde.

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