Bremer Philharmoniker präsentieren neues Stück mit dem Bremer Figurentheater „Peter und der Wolf“ in der Schule

Osterfeuerberg. Ein Kurzbesuch in Russland ist das gewesen: Am Freitagvormittag hat sich die Sporthalle der Grundschule am Pulverberg in das Wohnzimmer von Ivan verwandelt. Der erzählt die Geschichte von seinem Enkel Peter und dem Wolf – und spielt diese mit Handpuppen nach.
23.05.2016, 00:00
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Von LISA URLBAUER

Ein Kurzbesuch in Russland ist das gewesen: Am Freitagvormittag hat sich die Sporthalle der Grundschule am Pulverberg in das Wohnzimmer von Ivan verwandelt. Der erzählt die Geschichte von seinem Enkel Peter und dem Wolf – und spielt diese mit Handpuppen nach. Untermalt wird das Stück von den Holzbläsern der Bremer Philharmoniker.

In die Rolle des Russen Ivan schlüpft der Schauspieler Leo Mosler vom Figurentheater „Mensch, Puppe“. Er bewegt sich in einem liebevoll gestalteten Bühnenbild, seinem Wohnzimmer. Ausgestattet mit grüner Tapete, einem Holzofen, einem Radio und einem kleinen Tisch – Spielort der Handpuppen, mit denen Großvater Ivan nacherzählt, wie sein Enkel Peter den Wolf fängt.

Links neben ihm sitzen die fünf Holzbläser der Bremer Philharmoniker, die das Stück musikalisch begleiten. Das Vögelchen wird begleitet von der Querflöte, die Ente von der Oboe, die Katze von der Klarinette und der Wolf vom Horn. Das Fagott untermalt den Erzähler Ivan. Sie klänge wie ein Opa – und zwar alt, sagt der Russe. Für Peter spielen alle Instrumente zusammen, denn er ist das wichtigste Element der Geschichte.

Auf seinem Wohnzimmertisch baut Ivan eine Szene auf: einen Gartenzaun, einen Pflaumenbaum und einen Teich. Als Peter eines Tages vergisst, das Gartentor zu schließen, verlässt die Ente den Garten, um in einem nahe gelegenen Teich schwimmen zu gehen. Ivan fordert die Schulkinder auf, Eichen und Tannen, Wind und Wolfsgeheul nachzumachen. Denn der Wolf erscheint aus dem Wald – und frisst die Ente. Jetzt kommt Peters Einsatz: Der kleine blonde Junge stellt sich dem Wolf entgegen und fängt ihn ein, ehe die Jäger ihn erschießen können. Daraufhin wird er in den Zoo gebracht.

„Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew ist das neue Stück der Reihe „Kleine Schulkonzerte“ der Bremer Philharmoniker. „Mit diesem Format sollen die Schüler die Klangwelt der Instrumente kennenlernen, verpackt mit Dramaturgie“, sagt Marko Gartelmann, Zuständiger im Bereich Musikvermittlung der Philharmoniker. „Wir wollen den Kindern bestimmte Instrumentengruppen vermitteln, heute sind es die Holzbläser.“ Nicht alle Kinder hätten die Möglichkeit, eine Oboe oder ein Fagott zu hören – mit den Schulkonzerten würden Zugänge geschaffen. Entstanden ist „Peter und der Wolf“ in Kooperation mit dem Figurentheater „Mensch Puppe“. Es ist bereits das zweite gemeinsame Stück.

Hornistin Ines Köhler hat der Aufritt in der Grundschule viel Spaß gemacht. „Kinder reagieren sehr unvoreingenommen. Man sieht direkt, wenn ihnen etwas gefällt.“ Die Arbeit mit dem Figurentheater sei sehr fruchtbar gewesen – gemeinsam habe man die Einsätze und das Tempo der Musikerinnen und Musiker erarbeitet. Drei Wochen vor Aufführungsbeginn hat Schauspieler Leo Mosler mit den Proben begonnen und die einzelnen Szenen erarbeitet. Zunächst mit Aufnahmen der Philharmoniker. Die letzten zwei Tage haben die Musiker und der Schauspieler dann gemeinsam geprobt.

Schulleiterin Benita Buchheim ist begeistert von dem neuen Stück der Bremer Philharmoniker. „Ich finde es schön zu sehen, wie kindnah Musik und musikalische Sprache vermittelt wird“, sagt Buchheim. „Das bleibt in Erinnerung.“ Seit Jahren besteht eine Kooperation zwischen der Bremer Kammerphilharmonie und der Grundschule am Pulverberg. In zwei Konzerten pro Jahr lernen die Schülerinnen und Schüler die Arbeit der Musiker kennen – in einem Konzert im Theater am Goetheplatz mit dem gesamten Orchester und in einem kleineren Schulkonzert. „Diese Konzerte sind mittlerweile ritualisiert im Jahr“, sagt Buchheim. 45 Minuten ist das Stück lang – eine gute Länge, findet Buchheim. „Die Kinder haben sich toll entwickelt, sie sitzen die ganze Zeit schön still.“

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