Universität und Sportbehörde streben inzwischen eine Finanzierung über private Investoren an

Petition fordert Sanierung des Unibads

Horn-Lehe· Peterswerder. Raymond Krieger aus Peterswerder hat die Nase voll. Seit Jahren besucht er gemeinsam mit seinen beiden Söhnen regelmäßig das Unibad. Dort trainiert das Trio und verfolgt den allmählichen Verfall der Sportstätte. "Anscheinend fühlt sich niemand für die Sanierung zuständig, deshalb passiert auch nichts", kritisiert Krieger. Mit einer öffentlichen Petition versucht Krieger, auf die Zustände aufmerksam zu machen und eine Lösung einzufordern.
19.05.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Petition fordert Sanierung des Unibads
Von Andreas D. Becker

Horn-Lehe· Peterswerder. Raymond Krieger aus Peterswerder hat die Nase voll. Seit Jahren besucht er gemeinsam mit seinen beiden Söhnen regelmäßig das Unibad. Dort trainiert das Trio und verfolgt den allmählichen Verfall der Sportstätte. "Anscheinend fühlt sich niemand für die Sanierung zuständig, deshalb passiert auch nichts", kritisiert Krieger. Mit einer öffentlichen Petition versucht Krieger, auf die Zustände aufmerksam zu machen und eine Lösung einzufordern.

Seit gut einer Woche ist der Petitionsaufruf unter https://petition.bremische-buergerschaft.de/ im Internet zugänglich, und rund 800 Befürworter haben bereits unterschrieben. Unterstützt wird die Aktion auch vom Landesschwimmverband Bremen. Dessen Präsident Wilfried Schwarze sieht die Ursachen für den Stillstand vor allem im Gerangel der Ressorts für Inneres und Sport auf der einen Seite sowie für Wissenschaft auf der anderen Seite. Seit die Universität keine Sportlehrerausbildung mehr anbiete, sei sie nicht mehr am Erhalt des Unibads interessiert.

Bereits in einer Resolution aus dem Vorjahr hatte der LSV eine Grundsanierung gefordert. "Mittlerweile verfügt in Bremen nur noch das Unibad über wettkampftaugliche 50-Meter-Bahnen", betont Schwarze. Die anderen Bäder seien zu familienfreundlichen Spaßbädern umgebaut worden. "Die Vereine können nur noch im Unibad trainieren", sagt er. Auch Raymond Krieger befürchtet, dass die Bausubstanz irgendwann so marode sein könnte, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt.

Gemeinsame Begehung

Wer ist tatsächlich zuständig? Diese Frage ist aus Sicht von Sandra Lachmann, Sprecherin der Bremer Bädergesellschaft, gar nicht schwer zu beantworten. "Das Gebäude, die Technik und Sanierungen sind Sache der Uni. Wir hingegen sind für das Personal und die Aufsicht im Bad zuständig." Gemeinsam mit Vertretern der Uni habe es auch eine Begehung gegeben. "Wir bringen unsere Fachkenntnisse gerne ein, aber mehr geht nicht", sagt Lachmann.

Fest steht: Insgesamt betragen die Sanierungskosten 6,8 Millionen Euro. Das geht aus einem Gutachten hervor, das zwei Fachbüros Ende 2010 erstellt haben. Laut Hans-Joachim Orlok, Leiter des Baudezernats der Universität, gehören zu den dringendsten Arbeiten die Sanierung der Lüftungsanlagen und die Reparatur des Dachs. Allein die Kosten der Sanierung der Lüftungsanlage beziffert das Gutachten auf rund 890000 Euro. Zusätzliche 575000 Euro würde eine neue Dacheindeckung verschlingen. Die Dichtungen sind rund 30 Jahre alt und mittlerweile an vielen Stellen undicht. Die Folge: Es tropft ins Schwimmbecken und in die Nebenanlagen.

Zurzeit loten Uni und Sportsenator aus, ob zumindest diese beiden Maßnahmen über das sogenannte Energie-Contracting finanziert werden können. "Dabei finanzieren private Investoren die Arbeiten vor, und wir refinanzieren das durch die erzielten Energieeinsparungen", sagt Michael Wiatrek vom Sportsenator. Hans-Joachim Orlok schätzt den Minderverbrauch auf rund 80000 Euro jährlich für beide Bereiche. "Es geht darum, Wege zu finden, die möglichst wenig kosten, weil wir das Geld nicht haben", so Wiatrek. Er warnt davor, den Zustand des Unibads schlechtzureden. So seien weitere mögliche Sanierungen an den Glasfassaden und Stützen sowie an den Fliesen des Schwimmbads eher optischer Natur. Durch deren raue Oberfläche hat sich auf den Fliesen aktuell eine grüne Verfärbung durch Mikroorganismen gebildet. "Das passiert durch die Sonneneinstrahlung. Harmlos, aber ärgerlich", sagt der technische Leiter Günther Süllow.

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