Gemeinsam für Winterferien

Petition für Skirurlaub: Neue Ferienwoche im Februar?

Wortgleiche Petitionen für Winterferien finden Unterstützung der Abgeordneten in Bremen und Niedersachsen, die in ebenfalls gleichlautenden Beschlüssen die Abstimmung mit den anderen Bundesländern fordern.
15.09.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Petition für Skirurlaub: Neue Ferienwoche im Februar?
Von Timo Thalmann

Von 2025 an könnte es in Bremen und Niedersachsen im Februar erstmals sogenannte Winterferien geben. Der Petitionsausschuss der Bürgerschaft hat in seiner jüngsten Sitzung eine entsprechende Eingabe einstimmig angenommen und sie an das Parlament weitergereicht. Die Zahl der Ferientage wird mit dem Vorhaben nicht erhöht: Als Ausgleich für einwöchige Ferien im Winter, wie es sie schon in neun Bundesländern gibt, sollen die Pfingstferien entfallen. Ob es zu Winter- oder Pfingstferien kommt, soll flexibel vom Zeitpunkt des Osterfestes und den Osterferien abhängen. Bei frühen Osterferien bleibt es demnach bei Pfingstferien, bei einem späten Ostertermin soll es zuvor Winterferien geben.

Begründet werden Winterferien von den beiden Petenten, Clas Schierenbeck in Bremen und Stefan Berger aus Stadthagen, mit den eingeschränkten Wintersportmöglichkeiten im norddeutschen Flachland. „Aufgrund der hohen Feriendichte zu Weihnachten und der geringen Aussicht auf Winterwetter Ende Dezember ist es für niedersächsische Familien fast unmöglich, Schnee und Winterfreuden /-sport kennenzulernen“, heißt es in ihre Eingabe. Zudem verweisen sie darauf, dass es in zwölf Bundesländern zwischen Anfang Januar bis Mitte März bereits eine Woche Winterferien gibt.

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Die Bürgerschaft dürfte dem Plan nach dem parteiübergreifenden Votum im Ausschuss schon in der nächsten Sitzung ohne Aussprache zustimmen. Gewöhnlich befassen sich politische Gremien des Landes nicht mit der Frage von Ferienterminen. Deren Festlegung gilt weitgehend als Aufgabe der Verwaltung. In der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses wird der Senat aufgefordert, in der Kultusministerkonferenz mit den norddeutschen Ländern – insbesondere mit Niedersachsen – eine Übereinkunft zu den Winterferien zu erzielen. Bis Ende 2024 sind alle Ferientermine festgelegt und beschlossen. Die Verhandlungen der Länder über die Gestaltung der Ferienzeiten in den allgemeinbildenden Schulen von 2025 bis 2029 beginnen voraussichtlich im November.

Die Chancen auf Winterferien für Bremen und Niedersachsen stehen gut, in Niedersachsen wurde eine gleichlautende Petition im Juli im Parlament angenommen. Wegen der schon im Vorjahr eingebrachten Petitionen in beiden Ländern hatten die Mitglieder des bremischen und des niedersächsischen Petitionsausschusses im März gemeinsam in Hannover hinter verschlossenen Türen beraten. Dadurch sollte in beiden Ländern von Anfang an eine übereinstimmende Position für die spätere Beratung in der Kultusministerkonferenz gefunden werden. Diese Kooperation der Parlamentarier war eine Premiere.

Eine Motivation für die Zusammenarbeit der Abgeordneten in dieser Frage dürften die Erfahrungen von 2015 sein, als das Thema ebenfalls auf der Tagesordnung stand. Seinerzeit wollte Bremen schon über neue Winterferien für die Ferienperiode von 2020 bis 2024 verhandeln. In Niedersachsen sprachen sich damals fast alle Verbände und Interessenvertretungen dafür aus, an der bisherigen Ferienregelung festzuhalten, darunter der Philologenverband, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Landeselternrat, der Landesschülerrat und einige Tourismusverbände.

Diesem Votum war das Kultusministerium in Hannover letztendlich gefolgt. Weil die Bremer Bildungsbehörde gleiche Ferienzeiten wie Niedersachsen wichtiger fand, ließ sie die Idee der Winterferien schließlich fallen. Auch 2019 teilte der Philologenverband in Niedersachsen zu dem Vorschlag mit: „Für die Einführung von Winterferien gibt es unserer Auffassung nach auch bei Abwägung des Pro und Contra keine zwingenden pädagogischen oder schul- und unterrichtsorganisatorischen Gründe.“ Doch diesmal haben sich die niedersächsischen Abgeordneten in ihrer Beschlussempfehlung über diese Bedenken hinweggesetzt und votierten mit dem gleichen Wortlaut wie in Bremen für Verhandlungen in der Kultusministerkonferenz.

Der Bremer Philologenverband steht dem Vorschlag offen gegenüber, wenngleich die Ferienfrage „nicht unser erstes Anliegen ist“, wie Günther Gutbrod vom Vorstand mitteilt. Verbesserte Möglichkeiten für den Skiurlaub findet er als Begründung jedoch schwach. „Das betrifft wohl nur eine Minderheit der Schüler.“ Die Bremer GEW befürwortet das Vorhaben ausdrücklich, nennt aber als Begründung eine ausgewogenere Verteilung der Ferientage. „Eine Woche im Februar würde den langen Unterrichtsblock ohne jeden Feiertag zwischen Weihnachten und Ostern unterbrechen. Danach existieren mit Pfingsten, Himmelfahrt und den beweglichen Ferientagen bereits viele Erholungspausen bis zu den Sommerferien“, sagt eine Sprecherin.

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