Infektionsrisiko steigt Petition für Tropenarztstelle

Der Bremer Stefan Semken setzt sich für eine bessere Versorgung bei exotischen Krankheiten ein. Er findet, dass auch in Bremen Tropenärzte vertreten sein sollten.
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Petition für Tropenarztstelle
Von Jan Oppel

Wer eine Reise nach Afrika, ­Asien oder Südamerika plant, sollte sich im Vorfeld mit dem Schutz vor Tropenkrankheiten befassen. Im Fall einer Ansteckung können diese auch noch Tage nach der Rückkehr ausbrechen und fühlen sich anfangs oft wie eine Grippe an. Stefan Semken wünscht sich zur besseren Behandlung eine ausgewiesene Tropenarztpraxis oder eine entsprechende Krankenhausabteilung in Bremen – und hat eine Petition gestartet.

Mehr Flugverbindungen und günstigere Preise treiben die Nachfrage nach Fernreisen an: Im vergangenen Jahr haben die Deutschen insgesamt 5,3 Millionen Urlaubs­reisen in Länder außerhalb Europas und des Mittelmeerraumes gemacht. Das waren 23 Prozent mehr als noch 2010, wie aus der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen hervorgeht.

50 Länder auf allen Kontinenten bereist

Weil die Menschen mehr reisen und Waren um den ganzen Globus schicken, steigt nach Meinung von Experten auch in Europa das Risiko, sich mit neuen Infektionskrankheiten anzustecken. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die Erderwärmung. „Heute beginnen die Tropen medizinisch gesehen bereits auf Mallorca“, sagt Semken.

„Ein Zustand, dem wir uns in Bremen nicht stellen. Es gibt etwa 40 medizinische Fachrichtungen. Ich finde, dass alle im kleinsten Bundesland vertreten sein sollten – auch Tropenärzte.“ In Bremen gebe es zwar Mediziner, die im Vorfeld einer Reise Empfehlungen aussprechen und prophylaktisch impfen, „aber wenn es einen erwischt, kommt man hier oft nicht weiter“, beklagt Semken, der bereits 50 Länder auf allen Kontinenten bereist hat.

Das hätten er und seine Frau selbst erfahren: Ende vergangenen Jahres kam das Paar gerade von einer Panama-Reise zurück. Nach wenigen Wochen bildeten sich bei Semkens Frau seltsame Borken auf dem Fußspann. „Ihre Hautärztin war ratlos und über Weihnachten hatte sich die Wunde so ausgeweitet, dass sie im Rotes Kreuz Krankenhaus in der Neustadt stationär aufgenommen wurde“, berichtet Semken.

Infektionserkrankung durch Parasiten

Nach einigen Tagen wurde eine Leishmaniose diagnostiziert – eine Infektionserkrankung, die durch Parasiten hervorgerufen wird. Dann wurde sie entlassen. „Es hieß, dass wir für die Behandlung nach Hamburg fahren müssen“, sagt Semken. Mehr als drei Wochen habe seine Frau dort im Universitätsklinikum Eppendorf verbracht. „Und morgen fahren wir wieder hin, weil sie die Parasiten einfach nicht loswird“. Auch Semken hatte sich infiziert, auf Empfehlung des Hamburger Tropeninstituts machte er eine Tablettenkur. Damit war die Sache zumindest für ihn erledigt.

Semkens Petition ist im Internet unter www.openpetition.de/petition/online/tropenarzt-dringend-fuer-bremen-gesucht abrufbar. Auskünfte zu Ärzten mit reisemedizinischer Kompetenz in Bremen erteilt die Kassenärztliche Vereinigung unter der Telefonnummer 3404-0.

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