Eine Übersicht der Verbraucherzentrale

Pflichten für Hausbesitzer im Herbst

Die Verbraucherzentrale berät über die Rutschgefahr auf ungeräumten Gehwegen und mögliche Folgen für den Hausbesitzer.
24.11.2017, 20:42
Lesedauer: 2 Min
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Pflichten für Hausbesitzer im Herbst
Von Antje Stürmann
Pflichten für Hausbesitzer im Herbst

Laub auf dem Gehweg kann zu schlimmen Unfällen führen.

dpa

Zu viel Laub macht Bürgersteige rutschig. Außerdem verdeckt es Stolperfallen. So kann der Bürgersteig besonders für ältere Menschen regelrecht zur Gefahrenzone werden. Die Verbraucherzentrale rät deshalb: Laub muss beseitigt werden. Oft seien auch die Mieter in der Pflicht. In jedem Fall ist es der Hausbesitzer. Dieser haftet sogar, wenn das Laub fremder Bäume den Gehweg vor dem Haus verschmutzt. Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen: „Eigentümerinnen und Eigentümer, aber auch Menschen die zur Miete wohnen, sollten ihren Pflichten unbedingt nachkommen. Im Haftungsfall können hohe Schadensersatzforderungen gestellt werden“. Die Verbraucherzentrale gibt einen Überblick, wer in welchem Fall für die Laubbeseitigung zuständig ist.

Eigenheim und Grundstück

Die Verkehrssicherungspflicht für öffentliche Fußwege liegt in der Regel bei der Stadt. Das Bremische Landesstraßengesetz schreibt jedoch vor, dass Anlieger auf Gehwegen mit einer Breite von bis zu fünf Metern das Laub sowie Früchte beseitigen müssen. „Sie haften, wenn es zu einem Unfall kommt“, heißt es bei der Verbraucherzentrale. Verletzt sich jemand, könnten hohe Schadenersatzforderungen erhoben werden. Aus diesem Grund sei es für Besitzer selbst genutzter Immobilien wichtig, eine Privathaftpflichtversicherung zu haben. Für Eigentümer von vermietetem Wohnraum gebe es die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung.

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Eigentumswohnungen

Alle Eigentümerinnen und Eigentümer sind gemeinsam verpflichtet, durch die Reinigung der Gehwege Unfällen vorzubeugen. Tun sie das nicht, kann ein Geschädigter seine Ansprüche bei allen Eigentümern anmelden oder sich eine einzelne Person heraussuchen. Diese müsste dann bei den übrigen Verpflichteten das Geld anteilig einfordern.

Mietwohnungen

In vielen Mietverträgen sei vereinbart, dass die Mieter für die Gehwegreinigung zu sorgen haben. Die Vermieter sollten die Erfüllung dieser Pflicht überwachen, denn sie bleiben in der Verpflichtung – und damit in der Haftung. Dies gelte auch für vermietete Eigentumswohnungen. Verklagt ein Vermieter den Mieter, weil dieser seiner Reinigungspflicht nicht nachgekommen ist, greift nach Angaben der Verbraucherzentrale in der Regel dessen Privathaftpflichtversicherung.

Häufigkeit der Reinigung

Genaue Vorschriften, wie oft gereinigt werden muss, gibt es für die Laubbeseitigung nicht. Zwar muss das Laub regelmäßig entfernt werden, es ist jedoch nach einer Entscheidung des Landgerichts Coburg (Az: 14 0742/07) nicht notwendig und zumutbar, den ganzen Tag über den Besen einzusetzen. Zudem müssen viel genutzte Wege häufiger gereinigt werden als selten benutzte Flächen.

Pflichten der Passanten

Nicht nur bei Rutschgefahr durch nasses Laub sind Fußgängerinnen und Fußgänger verpflichtet, vorsichtig zu sein. Laub kann auch Vertiefungen oder Stufen verdecken. Wer im Herbst in der Nacht oder bei schlechter Sicht unterwegs ist, sollte besonders umsichtig laufen, andernfalls könnte ihn ein Mitverschulden treffen.

Nach dem Blätterfall: Ab in den Sack

Die Recycling-Stationen nehmen einen Kubikmeter Laub kostenlos entgegen. Wer mehr entsorgen möchte, kann dies laut "Entsorgung Kommunal" gebührenpflichtig bei der Blocklanddeponie tun. Eine Anlieferung kostet 60 Euro, für Mengen unterhalb von 400 Kilogramm sind pauschal 20 Euro fällig. Das Laub sollte in Säcken oder Körben angeliefert werden. Bequemer ist die Entsorgung über die ENO: Sie verkauft in ihren Geschäftsstellen Säcke und holt die vollen Bigpacks gegen eine Gebühr von je 34,50 Euro beim Kunden ab.

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