Christlich orientiertes Fitnessstudio wirbt mit muskelprotzendem Jesus um Mitglieder

Pikante Postwurfsendung

Gröpelingen. Die Werbung eines Gröpelinger Fitnessstudios sorgt derzeit für Gesprächsstoff im Bremer Westen. Eine Postwurfsendung wirbt für den Besuch des 'G-Youth Christian Sportsclub'. Die Titelseite des Prospekts ziert ein muskelbepackter Jesus Christus, der gerade das Kruzifix, an das er genagelt ist, zerbricht.
20.01.2010, 16:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Sebastian Manz
Pikante Postwurfsendung

Ein Prospekt mit diesem Bbild finden Gröpelinger in ihren Briefkästen: Ein muskulöser Messias zerbricht das Kreuz, an d

Repro: Nina Weymann-Schulz

Gröpelingen. Die Werbung eines Gröpelinger Fitnessstudios sorgt derzeit für Gesprächsstoff im Bremer Westen. Eine Postwurfsendung wirbt für den Besuch des 'G-Youth Christian Sportsclub'. Die Titelseite des Prospekts ziert ein muskelbepackter Jesus Christus, der gerade das Kruzifix, an das er genagelt ist, zerbricht.

Die Idee, mit einem gestählten Messias zu werben, stammt vom neuen Pächter des Studios, dem gebürtigen Amerikaner Leslie Muldrow. 'Ich will mit der Darstellung Jesus wieder ins Gespräch bringen', sagt der 44-Jährige, der 1987 als GI nach Bremen kam. Ein bisschen Provokation könne da nicht schaden.

Das 'G-Youth' im Namen des Fitnessparks steht für 'God?s Youth' (deutsch: Gottes Jugend). Der Gröpelinger Club ist laut seines Betreibers der erste christliche orientierte seiner Art in Bremen. Das Angebot richte sich allerdings an Menschen aller Religionszugehörigkeiten. 'Wir sind alle Gottes Kinder', findet Muldrow.

Das Fitnesscenter ist auf dem Gelände des Sozialwerks der Freien Christengemeinde Bremen untergebracht. Der Verein gehört dem Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden an, einer christlichen Glaubensrichtung, die vor allem in den USA, Brasilien sowie in Zentral- und Südafrika viele Anhänger hat.

Bei Bremens großen christlichen Kirchen löst die Jesus-Darstellung zwar Erstaunen, aber keinen Protest aus. 'Theologisch ist an der Aussage des Bildmotivs ,Jesus Christus überwindet durch seinen Tod am Kreuz den Tod?, angedeutet durch den zerberstenden Kreuzbalken, nichts auszusetzen', findet Martina Höhns vom katholischen Gemeindeverband. Ihrer Meinung nach spricht nichts dagegen, wenn ein christlicher Sportclub auch mit christlichen Motiven wirbt, selbst wenn sich über Geschmack streiten lasse.

'Ich denke, es liegt der Freien Christengemeinde fern, Jesus in irgendeiner Form herabwürdigen zu wollen', sagt Sabine Hatscher, Sprecherin der Bremischen Evangelischen Kirche. Das Motiv scheine amerikanischen Vorstellungen von Jesus-Power nahe zu sein, die Christen hierzulande eher fremd seien. Hatscher: 'Jedenfalls kann ich den Sportsfreunden nur wünschen, dass es Jesus ist, der ihnen Kraft gibt und nicht irgendwelche Anabolika.'

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+