Drohende Parkplatznot

Pläne für Ärztehaus in der Kritik

Das St.-Joseph-Stift plant, an der Schwachhauser Heerstraße ein Verwaltungsgebäude zwischen Kapelle und Ärztehaus abzureißen und an dieser Stelle ein weiteres Ärztehaus zu errichten.
24.04.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Maren Brandstätter
Pläne für Ärztehaus in der Kritik

So sieht der Parkplatz vor Ärztehaus derzeit aus.

PETRA STUBBE

Das St.-Joseph-Stift plant, an der Schwachhauser Heerstraße ein Verwaltungsgebäude zwischen Kapelle und Ärztehaus abzureißen und an dieser Stelle ein weiteres Ärztehaus zu errichten.

Was das Projekt für die Verkehrssituation auf dem Gelände bedeuten würde, hat Wolfgang Haller vom beauftragten Planungsbüro SHP Ingenieure jetzt dem Beiratsausschuss für Verkehr dargelegt. Die Zufahrt zum neuen Ärztehaus soll demnach als Einbahnstraße entlang des benachbarten Ärztehauses führen. Als gemeinsame Einfahrt diene die des Medicums, die entsprechend verbreitert werde.

Die größte Veränderung läge nach aktuellem Planungsstand in der Anzahl der Stellplätze. Derzeit gibt es auf dem Gelände acht Quer- und 16 Schrägparkplätze vor dem benachbarten Ärztehaus, außerdem 17 Plätze für Dauerparker. Unter dem neuen Ärztehaus soll eine Tiefgarage mit 52 Plätzen entstehen.

Parkdruck schon jetzt groß

Auf der Außenfläche gäbe es dann laut Planung allerdings nur noch acht Parkplätze, unter anderem zugunsten von Fahrradstellplätzen. Laut Wolfgang Haller werde der bauordnungsrechtliche Stellplatzbedarf nach Fertigstellung des Ärztehauses 64 Plätze betragen. Es würden also vier Parkplätze fehlen, für die eine Ablösezahlung denkbar sei.

Für den Verkehrsausschuss indes war der geplante Wegfall von 16 Außenstellplätzen sowie den 17 Dauerparkplätzen indiskutabel. „Wo sollen diese Dauerparker ihre Autos künftig lassen?“, fragte Stefan Pastoor (SPD). „Was an altem Bestand wegfällt, muss an anderer Stelle wieder dazukommen“, betonte auch Dietrich Heck (Grüne). Der Parkdruck in der Umgebung sei schon jetzt enorm, weshalb die Nebenstraßen keinesfalls noch stärker belastet werden dürften.

Der Neubau des Ärztehauses an sich werde im Beirat absolut begrüßt, erklärte er. Nun gelte es, einen Ausgleich für die wegfallenden Stellplätze zu finden. Sein Vorschlag: ein weiteres Geschoss – entweder im Erdgeschoss des Neubaus oder unterhalb der geplanten Tiefgarage.

Planer will Anregungen prüfen

Letzteres erklärte Haller zu einem schwierigen Unterfangen, da dies eine Grundwasserabsenkung mit sich bringen würde. Dennoch wäre es technisch möglich, betonten Ulrich Große Herzbruch (CDU) und Stefan Pastoor unisono. Der Ausschuss erklärte übereinstimmend, dass er das Konzept in diesem Punkt nicht mittrage und von den Planern erwarte, nochmals zu recherchieren, welche der bestehenden Stellplätze baurechtlich gebunden sind und wie sich ein Anstieg des Parkdrucks für die Umgebung vermeiden lasse. Haller sagte zu, die Anregungen des Ausschusses mitzunehmen, und Ortsamtsleiterin Karin Mathes betonte, dass sich die Planung aktuell noch ganz am Anfang befinde.

Eine weitere Nachfrage zu den Verkehrsführungsplänen kam von Ausschussmitglied Oliver Piepho (FDP), der sich eine gesonderte Zufahrt zum Ärztehaus für Taxen und Rettungswagen dicht hinter der Kapelle nicht erklären konnte. „Warum soll es für Taxen eine gesonderte Zufahrt geben?“, wollte er wissen. Seiner Auffassung nach könnte die nämlich wegen ihrer Nähe zur Schubertstraße leicht zu Irritationen führen.

Haller räumte ein, dass man über diesen Punkt lange hin und her diskutiert habe. Auf der einen Seite könnten Patienten direkt bis vor den Eingang chauffiert werden, dagegen spreche aber in der Tat, dass diese Lösung auf Kosten der Überschaubarkeit gehen könnte, so Wolfgang Haller. Eine gemeinsame Zufahrt für Taxen und Autos am Medicum sei daher ebenso vorstellbar.

Damit sich die Anwohner der umliegenden Straßen ein umfassendes Bild vom bisherigen Planungsstand machen können, lädt das ­Ortsamt Schwachhausen für Donnerstag, 4. Mai, 18 Uhr, zur Einwohnerversammlung in den St.-Marien-Schulungsraum des St.-Joseph-Stifts.
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