Architekt erläutert Entwürfe / Tasan: Gelder festzurren Pläne fürs Spielhaus gefallen dem Forum

Tenever. Langsam nehmen das Spielhaus und der Jugendtreff Hahnenkamp am Ute-Meyer-Weg Gestalt an. Wenn auch zunächst nur auf dem Bildschirm. Architekt Frank Püffel vom gleichnamigen Büro stellte am Dienstag dem Quartiersforum Schweizer Viertel erstmals öffentlich die Pläne für das Gebäude vor. Für das neue Gebäude - denn eine Erweiterung des bestehenden Spielhauses sei nicht möglich.
04.04.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Silja Weisser

Tenever. Langsam nehmen das Spielhaus und der Jugendtreff Hahnenkamp am Ute-Meyer-Weg Gestalt an. Wenn auch zunächst nur auf dem Bildschirm. Architekt Frank Püffel vom gleichnamigen Büro stellte am Dienstag dem Quartiersforum Schweizer Viertel erstmals öffentlich die Pläne für das Gebäude vor. Für das neue Gebäude - denn eine Erweiterung des bestehenden Spielhauses sei nicht möglich.

Der jetzige Spiel- und Jugendtreff zwischen Spielplatz und Rewe-Markt müsse abgerissen werden, erklärte Frank Püffel. Dem Einwand aus der Runde, dass das Gebäude doch erst sieben Jahre alt sei, entgegnete der Architekt: "Dieses Haus ist in einem maroden Zustand, hat große Mängel und keine Flexibilität im Grundriss." Bei einem Teilabriss würde das Gebäude zum Zwitter.

Die Pläne des neuen Treffpunkts sehen einen holzverschalten Flachbau auf einer Grundfläche von mehr als 370 Quadratmetern vor. Damit stünde den Kindern und Jugendlichen mehr als doppelt so viel Platz zur Verfügung als bisher.

Laut Püffel gliedert sich der neue Treff in zwei Bereiche: einem Bereich für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren und einem für Jugendliche. Für jede Einheit ist jeweils ein Eingang vorgesehen.

Für die jüngsten Nutzer des Hauses ist ein 40 Quadratmeter großer Gruppenraum mit kindgerechten Möbeln und Spielzeug und einer Galerie mit einer Kuschelzone geplant. Dieser werde etwas erhöht sein, um in Richtung Ute-Meyer-Weg ein Zeichen zu setzen, dass hier etwas Neues enstanden sei, sagte Püffel.

Breite Diele und Patio

Von einer breiten Diele sollen Nebenräume wie Toiletten und Abstellraum abgehen. Eine Besonderheit des Gebäudes ist ein Patio. Das überdachte Außengelände soll sich zum Spielplatz hin öffnen und auch bei schlechtem Wetter die Möglichkeit bieten, sich dort aufzuhalten.

Im Zentrum des neuen Treffs ist ein 20 Quadratmeter großes Büro angedacht, das sowohl vom Spielhaus als auch vom Jugendbereich zugänglich ist. Es soll für mindestens zwei Arbeitsplätze Raum bieten sowie Abstellmöglichkeiten für Material, Unterlagen und weiteres.

Der Mehrzweckraum ist konzipiert als eine Art Bewegungszentrum, das von beiden Seiten nutz- und trennbar ist. Er wird mit einer Küchenzeile ausgestattet, mit Ofen, Herd, Mikrowelle und allem, was dazu gehöre, erklärte Püffel.

Der Jugendbereich wird aus drei Gruppenräumen bestehen: einem 30 Quadratmeter großen Raum, ausgestattet mit Computern für Kurse, Hausaufgaben und Bewerbungstraining sowie für eine freie Nutzung. Im nächsten Raum wird auf 25 Quadratmetern Platz für Basteln und Spielen sein. Ein dritter, 20 Quadratmeter großer Raum wird mit Sofas bestückt als Rückzugsraum dienen.

Komplett mit Holz verkleidet

Die Gestaltung des Flachbaus stellt sich Püffel pavillonartig vor. "Sehr leicht, sehr freundlich, komplett mit Holz verkleidet, großzügig verglast", fasste der Architekt zusammen. Zudem böte eine mit Moos und Gräsern begrünte Fläche auf dem Dach den umliegenden Bewohnern und Bewohnerinnen aus den oberen Etagen nicht den üblichen hässlichen Anblick auf ein Flachdach, sondern auf ein dauergrünes Areal.

Das Plenum zeigte sich angetan von den Plänen. Ein Fragezeichen setzte es jedoch in punkto Sicherheitsstandards, gerade bei einem Holzbau. "In einem Putzbau kann man auch eine Scheibe einwerfen oder einen Molotowcocktail reinschmeißen. Dann ist die Bude weg", räumte der Architekt ein.

Dass eine Fassade aus Holz für Sprayer weniger Anreiz böte als etwa eine weiße Wand, bewerteten alle Anwesenden so. Die Holzfassade bedürfe keinerlei Pflege, ergänzte Püffel. Sie entwickele eine natürliche Patina. Eine Putzfassade dagegen müsse mindestens alle zehn Jahre gestrichen werden.

Um das Gebäude vor Einbrüchen zu sichern, sind verdeckte Rolläden geplant, die automatisch mit einer Zeitschaltuhr heruntergefahren werden. "Dann ist die Begehrlichkeit erst einmal verschwunden", versicherte der Architekt. Ein Bewegungsmelder mit Signalton soll zusätzlich Eindringlinge fernhalten.

Nach der ausführlichen Vorstellung der Pläne und nachdem sämtliche Bedenken aus dem Weg geräumt waren, waren sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Sitzung einig: Das neue Spielhaus soll möglichst schnell errichtet werden.

Ganz so schnell kann es dann aber doch nicht losgehen, räumte Quartiersmanager Aykut Tasan ein. Man müsse auch für dieses Projekt zunächst einen Wettbewerb ausschreiben. Dennoch rechne er noch für dieses Jahr mit einem Bauantrag.

Tasan hofft, den veranschlagten Kostenrahmen für das Projekt von 750000 Euro nicht weit überschreiten zu müssen, auch wenn jetzt eine Dachbegrünung und elektrische Rolläden hinzugekommen seien. "Jetzt müssen wir erst mal die Gelder festzurren", sagt Tasan. Die Finanzierung erfolge aus dem Gebietsbudget und mit anderen Mitteln, zum Beispiel aus dem Programm "Soziale Stadt". Für den Quartiersmanager steht fest: "Das neue Spielhaus soll spätestens nächstes Jahr gebaut werden."

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