Logistikkonzern Kühne + Nagel

Planspiele für Neubau

Kühne + Nagel denkt offenbar über einen Neubau direkt an der Wilhelm-Kaisen-Brücke nach. In der kommenden Woche feiert das Unternehmen sein 125-jähriges Firmenjubiläum in Bremen.
21.01.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Planspiele für Neubau
Von Frauke Fischer

Wenn Kühne + Nagel in der kommenden Woche in Bremen das 125-jährige Firmenjubiläum feiert, könnte der Enkel des Unternehmensmitbegründers, Klaus-Michael Kühne, sein Bekenntnis zum Standort womöglich buchstäblich untermauern. Im Gespräch ist nämlich offenbar ein Neubau direkt an der Wilhelm-Kaisen-Brücke.

Kühne + Nagel will am Stammsitz des einst in Bremen gegründeten Logistikunternehmens an der Martinistraße offenbar ordentlich investieren. Wo derzeit zehn Stockwerke den markanten Eckpunkt am Eingangstor in die Innenstadt bilden, könnte demnach ein Neubau entstehen: mit größerer Grundfläche, dabei behutsam eingefügt in die Gebäudekulisse nahe des Welterbes von Rathaus und Roland.

Das Unternehmen selbst hält sich mit der Bestätigung solcher Pläne und mit konkreten Informationen zu einem möglichen weiteren Fahrplan für einen Neubau, zur Gestaltung und den Kosten sehr zurück. Inge Lauble, Leiterin der Unternehmenskommunikation in der Konzernzentrale in der Schweiz, bestätigt lediglich, es gebe „Ideen zum Thema Bürogebäude“. Es sei nichts spruchreif. Lauble verweist im Übrigen auf die Auftaktveranstaltung nächste Woche anlässlich des 125. Geburtstags von Kühne + Nagel auf dem Marktplatz.

1890 gründeten August Kühne und Friedrich Nagel die Firma in Bremen. Heute hat sie nach eigenen Angaben 63.000 spezialisierte Mitarbeiter an gut 1000 Standorten in über 100 Ländern. Für die Region Nord beschäftigt der Konzern in der Hansestadt rund 800 Menschen inklusive einer großen Zahl an Auszubildenden. Kühne + Nagel Deutschland hat bundesweit rund 12 500 Mitarbeiter an etwa 100 Standorten, heißt es in der Unternehmensdarstellung. Der deutsche Hauptsitz ist heute in der Hamburger HafenCity angesiedelt. Das Firmengebäude in Bremen wurde 1961 gebaut. Damit wurde das ursprüngliche Stammhaus an gleicher Stelle wieder aufgebaut.

Über die aktuellen Pläne für Bremen haben sich Vertreter der Unternehmensspitze dem Vernehmen nach aber bereits mehrfach mit Vertretern aus dem Senat und der Verwaltung unterhalten. Bereits vor zwei Jahren hieß es zudem, das jetzige Gebäude an der Martinistraße sei für die vielfältigen Aktivitäten, die der Logistikkonzern von Bremen aus betreibt, zu klein. In der Folge war häufiger zu hören, das Unternehmen denke über Veränderungen an der jetzigen Adresse oder sogar einen Umzug innerhalb Bremens nach. Als Beluga seine Zentrale auf dem Teerhof räumen musste, hieß es in Wirtschaftsforen, Kühne + Nagel könnte interessiert sein. Doch das Unternehmen dementierte entsprechende Überlegungen.

Nun also gibt es Gespräche über einen möglichen Abriss und Neubau. In einer Computeranimation mit der Silhouette eines angedachten Gebäudes ist zu sehen, dass der Entwurf eine Sichtachse durch die Wachtstraße auf den Dom frei hält. Der Plan sieht demnach vor, einen Neubau zwar markant zu gestalten, aber gleichzeitig die Umgebung mit zum Teil historischen Bauten und dem Welterbe von Rathaus und Roland zu berücksichtigen. Des besonderen Standorts ist man sich bewusst. Auch soll das Gebäude offenbar nicht höher werden als die jetzigen insgesamt zehn Stockwerke. Die derzeit noch ungenutzte Fläche vor dem Firmensitz könnte den Plänen nach mit bebaut werden. Dadurch entstünde eine größere Grundfläche und damit mehr Platz für die wachsende Zahl an Mitarbeitern.

Die Baubehörde bekundet auf Nachfrage „Freude über das Interesse und die Investitionen von Kühne + Nagel in Bremen“, so deren Sprecher Jens Tittmann. Das sei ein Bekenntnis zum Standort und zu sicheren Arbeitsplätzen. Man stimme sich intensiv über die Pläne ab.

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