7. Platz für „De fofftig Penns“ beim Bundesvision Song Contest / Jakob Köhler: Superschöne Erfahrung Plattdeutscher Hip-Hop für Bremen

Bremen. Die Band „De fofftig Penns“ (hochdeutsch: Die fünfzig Pfennige) haben beim Bundesvision Song Contest mit ihrem Lied „Lööpt“ den 7. Platz für Bremen geholt.
28.09.2013, 00:00
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Von Arno Janssen

Die Band „De fofftig Penns“ (hochdeutsch: Die fünfzig Pfennige) haben beim Bundesvision Song Contest mit ihrem Lied „Lööpt“ den 7. Platz für Bremen geholt. In dem deutschen Musikwettbewerb treten Musiker aus allen Bundesländern gegeneinander an. Diese Zeitung sprach gestern mit Jakob Köhler, einem der drei „Fofftig Penns“: Ist die plattdeutsche Hip-Hop-Band zufrieden mit ihrer Platzierung und was sind ihre nächsten Pläne?

„Der Song Contest war eine superschöne Erfahrung“, sagte der 28-jährige Köhler. Zusammen mit Torben Otten und Malte Battefeld – den anderen beiden „Fofftig Penns“ – sang er am Donnerstagabend in Mannheim für die Hansestadt. „Wir waren allerdings schon überrascht über unsere gute Platzierung.“ Und das nicht ohne Grund: Alle Texte der Band sind auf Plattdeutsch. „Das ist schließlich eine Sprache, die in den wenigsten Bundesländern verstanden wird“, erklärte er. Trotzdem gab es 61 Punkte für den Beitrag aus Bremen.

Genau 92 weniger als der Sänger Axel Bosse, der für Niedersachsen den Wettbewerb gewann. Das ärgerte die „Fofftig Penns“ jedoch wenig: „Wir waren da, damit wir vor einem großen Publikum spielen konnten.“ Schließlich habe alles einmal ganz klein angefangen. „Wir haben uns im Gymnasium Vegesack kennen- und lieben gelernt“, erklärte Köhler. Die drei Jungs kommen aus Bremen-Nord, leben aber seit einigen Jahren in Berlin oder Hamburg. Während ihres Abiturs haben sie auch das Plattdeutsche für sich entdeckt: „Wir hatten einen guten Kurs und einen leidenschaftlichen Lehrer.“

Dort entstand auch ihr erstes Lied. „Wir haben gemerkt, dass die Sprache unserer Großeltern wirklich schön ist.“ Schnell kam es zu der Idee, die Texte als Sprechgesang zu singen: „Schließlich hören wir alle Hip-Hop.“ Diese Mischung kam an: Nach der Bandgründung 2003 und ersten Auftritten in Clubkellern und Aulen, folgten Einladungen in Fernsehstudios und auf Festivals.

Gestern erschien ihr erstes Album „Dialalektro“. „Der Titel beschreibt uns am besten, da wir auch elektronische Klänge in die Musik einbauen.“ Im Frühjahr ist eine längere Tour geplant. In diesem Jahr treten sie nur vereinzelt auf. Unter anderem heute auf dem Reeperbahnfestival und am 23. Dezember im Tower. „Dort feiern wir unser 10-jähriges Bestehen“, sagte Köhler. „Alle sind herzlich eingeladen.“

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