Kommentar zum neuen Prostitutionsgesetz

Pleite mit Ansage

Es ist wenig überraschend, dass Bremen die Umsetzung des neuen Prostitutionsgesetzes zum 1. Juli nicht gelungen ist, schreibt Kristin Hermann in ihrem Kommentar.
07.08.2017, 20:15
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Pleite mit Ansage
Von Kristin Hermann
Pleite mit Ansage

Um das seit 1. Juli geltende Prostitutionsschutzgesetz durchsetzen zu können, benötigt die Bremer Wirtschaftsbehörde sieben neue Stellen.

dpa

Wie viele andere Kommunen, hat sich Bremen viel zu spät um die Umsetzung des neuen Prostitutionsgesetzes bemüht. Deshalb ist es wenig überraschend, dass seit dem 1. Juli nur mit einer Übergangslösung gearbeitet werden kann, die bisher nur wenig Sexarbeitende erreicht hat. Viele Fragen sind noch immer nicht beantwortet. Wie etwa will die Wirtschaftsbehörde künftig prüfen, dass Kondome zum Einsatz kommen?

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Was bei all dem Behördenchaos auf der Strecke bleibt, sind die Personen, zu deren Schutz das Gesetz eigentlich eingerichtet wurde: die Sexarbeiterinnen. Die Beratungsstelle Nitribitt hat ganz recht mit ihrer Kritik an mangelnden Informationen. Es reicht nicht, auf der Behördenseite einen Wust an Informationen zu veröffentlichen. In der Szene arbeiten viele Frauen, die kein oder nur wenig Deutsch sprechen. Man muss sie gezielt aufsuchen und ihnen das Gesetz so vermitteln, dass auch sie es verstehen.

Bremen sollte deshalb alles daran setzen, so schnell wie möglich die neuen Stellen mit Fachkräften zu besetzen, die diese Aufgabe übernehmen. Ansonsten droht im Januar eine erneute Pleite mit Ansage.

kristin.hermann@weser-kurier.de

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