20 Teams treten beim Fußballturnier für Menschen mit und ohne Behinderung an / Künftige Finanzierung des Sportprojekts ist ungewiss

Pokal geht an die Mannschaft mit dem größten Teamgeist

Bremen. Nach Einschätzung der Organisatoren, ist die Veranstaltung dabei, sich zu etablieren. Die Teilnehmerzahl wachse, immer mehr Mannschaften möchten beim I-Cup mitspielen, berichtet Nikolai Goldschmidt vom Bremer Jugendring.
26.08.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Pokal geht an die Mannschaft mit dem größten Teamgeist
Von Ralf Michel

Nach Einschätzung der Organisatoren, ist die Veranstaltung dabei, sich zu etablieren. Die Teilnehmerzahl wachse, immer mehr Mannschaften möchten beim I-Cup mitspielen, berichtet Nikolai Goldschmidt vom Bremer Jugendring. Grund also für die Verantwortlichen, voller Vorfreude auf die vierte Auflage des Fußballturniers für Menschen mit und ohne Behinderung zu schauen, die am Sonntag, 14. September, im Sportgarten stattfindet. Einen Wermutstropfen gibt es trotzdem: Die künftige Finanzierung der inklusiven Sportveranstaltung ist völlig ungewiss.

Fußball wird gespielt, und es geht dabei auch um Pokale. Im Mittelpunkt steht jedoch etwas ganz anderes: Barrieren im Kopf einreißen und Berührungsängste abbauen, kurzum – den Inklusionsgedanken, das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung, voranbringen.

Das beginnt schon bei der Einteilung der Mannschaften. Die nämlich gibt es genau genommen gar nicht. „Kategorien wie , mit oder ohne Behinderung’ haben wir nicht“, erklärt Goldschmidt. Ein Merkmal des I-Cups ist, dass die teilnehmenden Teams bunt gemischt sind. Erst kurz vor dem Anpfiff setzen sich die Betreuer zusammen und überlegen, welche Aufstellungen in etwa sinnvoll sein könnten. Alles andere ergibt sich im Spielverlauf. Und wenn sich dann während des Turniers herausstellt, dass eine Mannschaft weit überlegen ist, wird eben zwischen den Teams hin- und hergetauscht. Goldschmidt: „Ob jemand besondere Eigenschaften hat, spielt keine Rolle. Jeder kann mitmachen – im Vordergrund steht der Spaß an Inklusion.“

Eine weitere soziale Komponente bietet die Siegerehrung. Pokale gibt es nicht nur für die Turniersieger, sondern auch für den besten Zusammenhalt in einer Mannschaft. Als Wertungsrichter für den sogenannten Teamgeistpokal fungieren die Teilnehmer selbst. „Die Teams bewerten sich gegenseitig“, erläutert Goldschmidt.

Etwa 20 Mannschaften werden diesmal am Start sei, berichtet Anna Katharina Bechtoldt, Koordinatorin von „Inklusive Stadt Bremen“ – ein Projekt des Martinsclubs, das sich die Förderung der Inklusion in den Stadtteilen auf die Fahne geschrieben hat. Jeweils zur Hälfte treten Jugend- und Erwachsenenteams an. Die Jugendlichen spielen am Vormittag, die Erwachsenen nachmittags.

Um den I-Cup auf die Beine zu stellen, zieht eine Reihe von Einrichtungen an einem Strang – neben dem Jugendring und dem Martinsclub sind dies der Martinshof, Werder Bremen, die Special Olympics, die AOK, der Sportgarten und der ATS Buntentor.

Die Finanzierung der Veranstaltung, die etwa 4000 bis 5000 Euro kostet, bleibt trotzdem unsicher. Bislang wurde das Turnier in erster Linie aus stadtteilbezogenen Jugendfördermitteln bezahlt, doch die dienten nur als Anschubfinanzierung und stehen nun nicht mehr zur Verfügung, erläutert Nikolai Goldschmidt. „Wir versuchen, dies mit Hilfe der Aktion Mensch zu kompensieren, aber das ist natürlich nichts Langfristiges.“

Dass der I-Cup immer größer wird, ist durchaus im Sinne der Organisatoren: „Die Entwicklung ist als Prozess angelegt“, betont Matti von Harten aus der Marketing-Abteilung der AOK. „Und wir haben noch viele Ideen, zum Beispiel, Mädchenmannschaften einzubinden“, ergänzt Michael Arends von „Werder bewegt“.

Andererseits muss der Projekt aber Jahr für Jahr um seine Zukunft bangen. „Wir bekommen zwar Lob von der Politik und werden als Baustein der Inklusion in Bremen anerkannt“, sagt Goldschmidt. „Aber bei der Finanzierung gibt es leider keinerlei Kontinuität.“

Der I-Cup findet am Sonntag, 14. September, von 10 bis 18 Uhr auf dem Gelände des Sportgartens statt. Wer mitmachen möchte, kann sich bis zum 31. August bei Anna Katharina Bechtoldt unter Telefon 69 53 29 55 melden.

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