170 Bremer Firmen betreiben Exportgeschäfte

Polen ist ein starker Partner

Bremen. Deutschland ist seit vielen Jahren der mit Abstand wichtigste Handelspartner Polens. Auch für Bremen ist Polen ein wichtiger Handelspartner.
05.10.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Polen ist ein starker Partner
Von Peter Hanuschke
Polen ist ein starker Partner

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WESER-KURIER

Deutschland ist seit vielen Jahren der mit Abstand wichtigste Handelspartner Polens. Außerdem wächst die Bedeutung Polens für die deutsche Wirtschaft kontinuierlich: Als größter Handelspartner in Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien belegt Polen den zehnten Rang der deutschen Außenhandelsstatistik, vor der Tschechischen Republik und Russland. Auch für Bremen ist Polen ein wichtiger Handelspartner.

9,5 Milliarden Euro betrug 2010 der deutsche Exportüberschuss mit Polen. Durch die aktuelle Informationskampagne „Made in Poland“ des polnischen Wirtschaftsministeriums soll sich dieses Verhältnis zugunsten des Nachbarlands verschieben. Die Kampagne wirbt für Exportgüter aus eigener Produktion und soll zeigen, dass polnische Unternehmen mit ihren Geschäftspartnern aus aller Welt erfolgreich zusammenarbeiten. In Bremen gibt es laut Handelskammer rund 170 Firmen, die Exportbeziehungen mit Polen haben. Rund 80 Unternehmen importieren Waren aus Polen. Etwa 60 Bremer Unternehmen haben Vertretungen in Polen.

Wäre die Handelsbilanz zwischen Bremen und Polen repräsentativ für Deutschland, dann wäre die Kampagne „Made in Poland“ allerdings überflüssig: Ein Exportüberschuss wird in der Hansestadt nämlich nicht erzielt: 2012 wurden Güter im Wert von 414 Millionen Euro aus Polen importiert und Waren im Wert von 302 Millionen Euro exportiert. Das liege daran, weil über die bremischen Häfen eben viele Rohstoffe, Gebrauchsgüter und Lebensmittel aus Polen importiert und unter anderem zur Weiterverarbeitung ins Binnenland transportiert werden, so Annabelle Girond, Länderreferentin für den Bereich Osteuropa bei der Handelskammer Bremen.

Im Vergleich zu allen EU-Ländern lag Polen 2012 auf Platz sechs, was den Import von Gütern nach Bremen anging. Beim Export-Ranking belegt Polen aus Bremer Sicht den achten Platz. Die Handelsbeziehungen hätten auf jeden Fall Entwicklungspotenzial – sowohl im Export- als auch im Import, ist Annabelle Girond überzeugt.

Die seit 1976 bestehende Partnerschaft zwischen Bremen und Danzig wirke sich kaum aus, wenn es um den Ausbau von wirtschaftlichen Beziehungen gehe, so die Expertin der Handelskammer. Vielversprechender sei dagegen die Bremer Vertretung für die Sonderwirtschaftszone Lodz in Polen. Diese Region sei für viele Investoren sicherlich sehr interessant.

Im vergangenen Jahr war eine Delegation beim 14. Festival Maritim in Vegesack aus der drittgrößten Stadt Polens angereist, um für deren Wirtschaftsraum zu werben. Urszula Wöltjen, Bevollmächtigte für Investitionen für die Sonderwirtschaftszone Lodz AG in Bremen, hatte unter anderem damit geworben, dass keine andere Region in Europa potenziellen Investoren so günstige finanzielle Hilfen bieten könne wie die Sonderwirtschaftszone Lodz. Das gelte vor allem für Steuererleichterungen, die bis zu 70 Prozent unter dem normalen Wert lägen.

Im Zentrum von „Made in Poland“ stehen dagegen das stetig wachsende Wirtschaftspotenzial Polens und die neuen Möglichkeiten, die sich daraus für polnische Unternehmen ergeben. Mit der Kampagne will Polen zeigen, dass das Land entsprechendes Know-how und vor allen Dingen die richtigen Produkte besitzt, um erfolgreich auf internationalen Märkten konkurrieren zu können. Gute Voraussetzungen hat das Land dafür offenbar: Laut aktueller SWOT-Analyse von Germany Trade & Invest – die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft ermittelt Stärken und Schwächen – hat Polen gut ausgebildete Hochschulabsolventen und qualifizierte, motivierte Fachkräfte. Weitere Stärken: Polen verfügt über eine solide Zulieferbasis aufgrund zahlreicher mittelständischer Engagements und ist die logistische Drehscheibe zwischen Deutschland und Osteuropa.

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